LIEBE LIEBE

Kleine Männer daten: "Frauen, gönnt euch ruhig mal einen Kürzeren!"

Mark Owen, Elyas M'BBarek und Lenny Kravitz
Diese Männer sind klein, ja. Aber unattraktiv sind sie ganz sicher nicht.

Immer auf die Kleinen!

Die Welt ist so ungerecht! Einerseits wird immer wieder gepredigt, dass Aussehen ja nun wirklich keine Rolle spielt – und andererseits gibt es eine Bevölkerungsgruppe, auf die gerne und oft mit Vorurteilen herabgesehen wird: Die kleinen Männer. "Date niemanden, der kleiner als 1,76 ist!" ist da zu lesen. Bang wird gefragt: "Haben kleine Männer keine Chance?". Oder knallhart festgestellt: "Kleine Männer und dicke Frauen werden häufig benachteiligt". Wie gesagt: Ungerecht. Wir wollen heute eine Lanze für den 'kleinen Mann' brechen. Und wer könnte da besser als Wortführer agieren als Lothar Matthäus, mit 1,74 Metern einer der ganz großen Nicht-Ganz-So-Großen. Er sagt: "Ein Lothar Matthäus lässt sich nicht von seinem Körper besiegen. Ein Lothar Matthäus entscheidet selbst über sein Schicksal."

Von Ursula Willimsky

Das übersetzen wir jetzt mal mit: Körperliche Ausstattung ist nicht alles. Es kommt auch drauf an, was man draus macht – und manche müssen sich halt auf ein Schemelchen stellen, wenn sie sich nach der Decke strecken wollen. Auch die Großen haben ja ihr Bündel zu tragen: Ständig müssen sie stark sein, alle blicken zu ihnen auf und beim Konzert werden sie angepflaumt, weil sie immer vor jemandem stehen und ihm die Sicht versperren. Dafür findet man sie im Getümmel aber leichter wieder.

Ob Matthäus´ Zitat tatsächlich aus einer Diskussion über körperliche Größe stammt, wissen wir nicht. Aber es passt prima zum Thema, weil es so viel Selbstvertrauen ausstrahlt. Richtig klein ist Matthäus ja ohnehin nicht, da ist nach unten noch viel Luft. Etwa ein Viertel aller deutschen Männer misst weniger als 1,70 Meter - die meisten bewegen sich längenmäßig zwischen 1,75 und 1,85.

Wer darunter liegt, hat mit einem gerüttelt Maß an Vorurteilen zu kämpfen. Angeblich sind die Kleinen nicht so attraktiv. Wir finden: Wer so etwas behauptet, hat sich noch nie ein Foto angesehen von Lenny Kravitz (1,70), Bruno Mars (1,65), Mark Owen (1,65), Zac Efron (1,73), Matthew Broderick (1,73), Justin Bieber, naja, darf auf der Liste bleiben, (1,70), Jamie Cullum (1,64) oder Elijah Wood (1,68) und Elias M´Barek (1,75) – die beiden müssen auf der Liste bleiben.

Immer auf die Kleinen! So viel Gemeines wird über Männer ihres Formats gesagt: Leiden alle unter Napoleon-Komplex! Sind dauernd eifersüchtig, weil sie in größeren Männern einen dominanten Rivalen wittern! Verdienen im Durchschnitt weniger! Ein Münchener Wissenschaftler rechnete nach: Jeder Zentimeter über dem Durchschnitt bringt 0,5 Prozent mehr Gehalt. Und (das haben wir wirklich gelesen): Neben denen sieht man dick aus! Sie torpedieren also durch ihre bloße Gegenwart unsere gefühlte Attraktivität. Aber wenigstens kann ihnen niemand unterstellen, dass sie mit Absicht unter der 1,76-Marke geblieben sind, die Wissenschaftlern als Ideal-Maß gilt.

In puncto Treue ganz groß

Allerdings scheint uns die Beurteilung dieser Größe auch regional abhängig zu sein. Wären wirklich alle Männer unter 1,76 quasi durch evolutionstechnische Prägung der Frauen zu einem Dasein als unattraktive Mini-Napoleons verdammt, dann würde es in Ländern wie der Schweiz, Italien, Frankreich, Portugal, Spanien oder auch Brasilien in Sachen Partnerwahl ganz duster aussehen. Dort sind die Männer im Durchschnitt maximal 1,75 groß. Macht sie das zu schlechteren Partnern?

Nein! Frauen sollten sich bei der Partnerwahl durchaus einen Kurzen gönnen. Aus einer New Yorker Studie weiß man, dass sie als besonders treu gelten. Wir sagen nur: Scheidungsrate 37 Prozent unter der Quote der großen Tiere. Denn sie wissen laut Studie um den Wert der Partnerin – mussten sie doch oft länger um sie werben als die großen Jungs. Außerdem scheinen die eher Kleinen auch emsiger als die Großen dafür zu sorgen, dass die Partnerin ein erfülltes Sexualleben hat. Wie lange sie beides durchhalten – darüber ist die Wissenschaft sich uneins. Es gibt Hinweise, dass kurze Menschen auch ein kurzes Leben haben und es gibt Hinweise, dass mit der Höhe auch das Krebsrisiko wächst.

Und auch der vielzitierte Napoleon-Komplex muss ja nicht nur schlecht sein. Vor allem, wenn man ihn in einen Napoleon-Effekt umtauft: In sanfter Variation kann er durchaus dafür sorgen, dass die Männer, denen er nachgesagt wird, sehr, sehr erfolgreich sind in dem, was sie tun. Nicht nur beim Limbo-Tanzen. (Sorry, dieser Kalauer zum Schluss musste einfach sein.)

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