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Kita finden: Darauf sollten Sie achten

04.08.14 10:58
Die perfekte Kita finden
Bildquelle: dpa bildfunk
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Kita finden: Die richtige Vor-Auswahl treffen

Wenn Kinder in die Kita kommen, beginnt für sie (und ihre Mütter und Väter) ein völlig neuer Lebensabschnitt: Die ersten Schritte ohne Mama und Papa. In der Kita werden Weichen gestellt für das spätere Leben - Kinder lernen wichtige Dinge wie Sozialverhalten, Freundschaft, sie werden auf die Schule vorbereitet und werden zusehends selbstständiger. Doch auf was muss ich achten, damit die Kindergartenzeit für mein Kind schön wird? Nach welchen Kriterien sollte ich die Einrichtung aussuchen? Über diese Frage sprachen wir mit dem Erziehungswissenschaftler Axel R. Langner von Bundesverband Deutscher Erzieherinnen und Erzieher. Sein wichtigster Tipp: Das Bauchgefühl muss stimmen, Kind und Eltern sollten ein gutes Gefühl haben.

Von Ursula Willimsky

Vor-Auswahl

Bei der Suche nach der richtigen Kita hilft es oft, sich umzuhören, bei Freunden und Nachbarn. Wie waren deren Erfahrungen? Wobei die Einschätzungen über ein und dieselbe Kita oft weit auseinander gehen können. Wichtiger Ansprechpartner ist das Jugendamt, das berät und hilft. Auch im Internet kann man sich informieren. Manche Kommunen bieten dort sogar 'Betreuungsbörsen', in denen sich städtische und private Einrichtungen vorstellen. Auf den Webseiten von Kommunen gibt es häufig auch Listen mit sämtlichen Kindertagesstätten der Gemeinde (teilweise sogar nach Stadtteilen gegliedert).

Daran denken, gleich die Eckdaten in Erfahrung zu bringen - zum Beispiel die Öffnungszeiten. Das schönste pädagogische Konzept hilft wenig, wenn der Kindergarten Punkt 12.30 Uhr schließt, man selbst aber bis 13 Uhr arbeiten muss. Zu den Öffnungszeiten gehören auch die Ferienzeiten: Wie lange hat die Kita geschlossen? Gibt es Koops mit anderen Kitas, um zu lange Ferien zu überbrücken?

Wie gut ist die Kita zu erreichen? Ist es mir wichtig, dass sie nahe bei meinem Arbeitsplatz ist? Oder nahe an meinem Zuhause, damit das Kind seine Freunde in Laufnähe hat? Sind Spielplätze oder Parks in der Nähe, die sich für spontane Ausflüge ins Grüne anbieten?

Auch die Gebühren spielen eine Rolle. Je nach Träger können sich Unterschiede von mehreren hundert Euro ergeben.

Der richtige Zeitpunkt

Hier kann definitiv nichts Definitives gesagt werden. Manche Bindungsforscher halten es für zu früh, das Kind schon vor dem ersten Geburtstag in einer Betreuungsstätte abzugeben. Demnach sollten Babys ab dem zweiten Lebensjahr an fremde Umgebungen gewöhnt werden - am besten schrittweite für zwei bis drei Stunden pro Tag.
Auf jeden Fall sollte man sich frühzeitig bei den Einrichtungen und Behörden über die jeweiligen Anmeldeformalitäten informieren. Manche Experten raten dazu, sich bereits während der Schwangerschaft um einen Platz zu bemühen, vor allem wenn es um einen Krippenplatz geht. Denn trotz Garantie ab Sommer 2013: Wer in eine bestimmte Krippe will, sollte sich frühzeitig bemühen. Und auch Kindergärten haben je nach Kommune und Ruf manchmal jahrelange Wartelisten. Manche Mütter raten dazu, sich immer mal wieder in der Wunscheinrichtung ins Gedächtnis zu rufen: "Ich bin noch immer an einem Platz bei Ihnen interessiert."

Besichtigungs-Termin

In manchen Einrichtungen (zum Beispiel von Elterninitiativen) müssen Mutter und/oder Vater ein regelrechtes Vorstellungsgespräch absolvieren, oft sogar in zwei Runden. Elternvertreter und Kita-Leitung sind dabei. In anderen Einrichtungen genügt die Anmeldung in der Einrichtung oder über das Jugendamt (falls Plätze frei sind). Dazu Langner: "Wichtig ist, dass nicht nur die Eltern Zeit mitbringen, sondern auch die Einrichtung ihnen viel Zeit einräumt. 'Nehmen Sie an unserem Alltag teil', sollte das Motto sein - dann haben Eltern und Kind Gelegenheit, die Atmosphäre der Kita auf sich wirken zu lassen, den Umgangston, die Arbeit der Erzieherinnen." Weinen Kinder, ohne das sich eine Aufsichtsperson kümmert? Das könnte ein Zeichen für überfordertes Personal sein. Ist es laut und hektisch oder ruhig und entspannt, so dass man selbst gerne länger bleiben würde? Langner nennt als Minimum eine Beobachtungsphase von ein bis zwei Stunden. Und noch ein Tipp: Hat die Wunsch-Kita erst wieder in vier Jahren einen Platz frei, nach "befreundeten" Kitas fragen, mit denen vielleicht sogar ein interdisziplinärer Austausch stattfindet.

Wohlfühl-Faktor

"Wenn Eltern bei dem jeweiligen Kindergarten ein gutes Gefühl haben und auch das Kind sich spürbar wohlfühlt, ist das ein sehr gutes und wichtiges Zeichen", findet Langner - viel wichtiger als eine High-Tech-Ausstattung der Kita mit Computern oder einer tollen Architektur. Oft liege man mit seinem ersten Eindruck richtig. Langner rät Eltern deshalb, auf jeden Fall mit dem Kind zum Termin zu gehen. Schließlich muss es ja später den halben oder ganzen Tag dort verbringen. Zeigt es Interesse, ist es aufgeschlossen, findet es die Spielsachen interessant? "Das Kind wird es den Eltern zeigen, ob es sich geborgen fühlt. Wenn es in der betreffenden Kita gut läuft, spiegelt sich das im Kind und den Kindern." Was natürlich nur für größere Kinder gilt. Mamas, die einen Krippenplatz suchen, müssen sich allein auf ihr Bauchgefühl verlassen, aber "meistens liegen die Mütter da ganz richtig", findet Langner.

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