Kino-Tipp: 'Die Bücherdiebin' - Eine Geschichte, die berührt

'Die Bücherdiebin'
Die Liebe zu Büchern ermöglicht es Liesel, vor der Realität zu fliehen.

"Die Bücherdiebin stiehlt nicht, sondern borgt aus"

Auf die Verfilmung dieses Bestsellers haben viele Fans sehnsüchtig gewartet: 'Die Bücherdiebin' kommt am 13. März ins Kino! Der Film über das Pflegekind Liesel basiert auf dem preisgekrönten Roman von Markus Zusak. Liesel entflieht während des Dritten Reichs mithilfe von gestohlenen Büchern in eine Fantasiewelt. Kann der Film den hohen Erwartungen der Fans gerecht werden?

Die Geschichte setzt 1938 in Deutschland ein. Es ist der Tod als allwissender Erzähler, der die Zuschauer durch die Handlung führt. Der Tod verrät, dass er sich sehr selten mit den Lebenden beschäftigt, da es sehr wenige Seelen gibt, die ihn interessieren und berühren. Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet dabei die kleine Liesel Meminger (gespielt von Sophie Nélisse). Der Grund: Sie blickt mit den Augen eines Kindes auf das Kriegsgeschehen.

Liesel ist neun, als sie ihre Mutter, die von den Nazis verfolgt wird, in eine Pflegefamilie geben muss. Sie ist verängstigt, schüchtern und fühlt sich bei ihrer neuen Familie zunächst sehr fremd. Lediglich ihrem einfühlsamen Pflegevater Hans (Geoffrey Rush) und dem aufgeweckten Nachbarjungen Rudi (Nico Liersch) kann sie sich anvertrauen. Ihr liebevoller Pflegevater ist es auch, der Liesel das Lesen und Schreiben beibringt und sie damit in die Welt der Bücher einführt. Auch der jüdische Flüchtling Max (Ben Schnetzer), der im feuchten Keller der Familie vor den Nazis Schutz sucht, teilt Liesels Leidenschaft für Bücher.

Die wachsende Liebe zu Büchern bietet dem wissbegierigen Mädchen schließlich Zuflucht vor den grausamen Ereignissen des Krieges. Um ihren Wissensdurst zu stillen, beginnt Liesel Bücher zu stehlen und flüchtet sich schließlich in die Fantasiewelten der gestohlenen Bücher. Darunter befinden sich Bücher wie 'Das Handbuch für Totengräber' oder 'Faust' von Johann Wolfgang von Goethe. Alltägliche Dinge, wie die Farbe des Himmels bekommen im Film dank Liesels Fantasie eine ganz neue poetische Bedeutung.

Eine wundervolle Geschichte über die Macht und Magie der Worte

Dem Regisseur Brian Percival ist mit 'Die Bücherdiebin' eine hervorragende filmische Umsetzung des gleichnamigen Bestsellers von Markus Zusak gelungen: Von der detailgetreuen Ausstattung über die Kostüme bis hin zur Besetzung. Die junge Hauptdarstellerin Sophie Nélisse sticht dabei durch eine eindrucksvolle Darstellung hervor: Sie entwickelt sich von dem anfänglich ängstlichem Mädchen zu einer selbstbewussten jungen Frau, die die Zuschauer souverän und mit einer beeindruckenden Leichtigkeit durch ihre Welt führt. Doch auch die exzellenten Nebenfiguren wie Geoffrey Rush, Emily Watson und Barbara Auer verleihen dem Film eine gewisse Tiefe.

Und obwohl es riskant ist, einen Erzähler im Film einzusetzen, bringt dieser die Zuschauer zu keinem Zeitpunkt aus der Geschichte, sondern unterstützt vielmehr durch bissig-sarkastische Bemerkungen gekonnt die Handlung.

'Die Bücherdiebin' ist zwar eine Geschichte über den Krieg, es ist jedoch auch eine Geschichte über die Hoffnung und die Macht der Worte. Der Film zeigt eindrucksvoll, wie mithilfe der Fantasie auch unter den hässlichsten Lebensumständen die Schönheit entdeckt werden kann. Ein Film, der die Zuschauer jeder Generation ansprechen und berühren wird. Auch diejenigen, die die Romanvorlage nicht kennen.

Prädikat: Sehenswert!

Von Dranfile Kurteshi

Die Bücherdiebin stielt nicht, sondern borgt aus!

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