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Kindesunterhalt: Kinder drehen eine Nullrunde

Eine alleinerziehende Mutter hebt ihr Kind hoch.
Seit 2011 bleiben Unterhalt zahlenden Elternteilen 50 Euro mehr zum Leben. © picture-alliance/ dpa, Marcus Führer

Scheidung: Unterhaltszahler dürfen mehr behalten

Arbeitenden Unterhaltspflichtigen bleibt seit dem Jahr 2011 mehr Geld für den eigenen Lebensunterhalt. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hob in der bundesweit angewandten "Düsseldorfer Tabelle" den sogenannten Selbstbehalt als "unterste Opfergrenze" von 900 auf 950 Euro im Monat an.

Kinder und Ex-Partner mussten im Jahr 2011 eine Nullrunde drehen, nachdem die Sätze im Jahr zuvor um 13 Prozent kräftig angehoben worden waren. Einzige Ausnahme: Studenten mit eigener Wohnung haben nun Anspruch auf 670 statt bisher 640 Euro im Monat.

Auf den Staat kamen damit höhere Sozialausgaben zu: Durch den höheren Selbstbehalt konnten deutlich mehr Kinder in die Sozialhilfe rutschen. Kindern, denen der Staat ohnehin schon Sozialhilfe zahlte, musste er nun - bei unverändertem Einkommen des unterhaltspflichtigen Elternteile - entsprechend mehr zahlen. Der Selbstbehalt von arbeitslosen unterhaltspflichtigen Müttern und Vätern bleibt mit 770 Euro unverändert.

Unterhalt: Zahlenden bleiben 50 Euro mehr

Gegenüber einem unterhaltsberechtigten Ex-Partner stieg der nicht antastbare Eigenbedarf von 1000 auf 1050 Euro. Sind die Kinder volljährig und haben ihre Schulausbildung abgeschlossen, blieben den zahlenden Müttern und Vätern 1150 statt wie bisher 1100 Euro zum Leben übrig.

Wer unterhaltspflichtig gegenüber seinen eigenen Eltern ist, etwa weil deren Rente und Pflegeversicherung zur Deckung der Kosten nicht ausreicht, durfte 1500 statt 1400 Euro pro Monat selbst behalten.

Die Düsseldorfer Tabelle ist die bundesweit einheitliche Richtschnur für Unterhaltszahlungen. Die Tabelle ist mit den Familiensenaten aller deutschen Oberlandesgerichte abgestimmt, hat aber keine Gesetzeskraft.

Die Sätze richten sich nach dem Einkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils sowie nach dem Alter der Kinder.

Der Mindestunterhalt bei einem monatlichen Netto-Einkommen bis 1.500 Euro liegt nach der Tabelle zwischen 317 und 488 Euro. Beträgt das Netto-Einkommen beispielsweise 3.000 Euro, steigen die Unterhaltssätze auf 338 bis 519 Euro. Verdient der Unterhaltspflichtige - zumeist ist es der Vater - 4.000 Euro netto, so stehen den getrennt von ihm lebenden Kindern 405 bis 623 Euro zu.

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