Kindesentführerinnen aus Not

Kindes

Kindesentführer sind üble Kriminelle! Wirklich? Was ist, wenn zum Beispiel eine Mutter mit den Kindern vor einem gewalttätigen Ehemann flieht? Vor dem Gesetz steht sie nämlich leicht als Entführerin da.

Kindesentführerinnen aus Not

Dieser Fall ist gar nicht so selten: Familien, in denen massiv Gewalt ausgeübt wird, gibt es viele. Opfer sind meist Frauen und Kinder. Gewalt in der Familie ist eine Straftat, aber viele Betroffene scheuen davor zurück, den Mann, den sie geheiratet haben, anzuzeigen.

Einmal fürchten die Opfer, nach einer Anzeige erst recht geschlagen und gequält zu werden, sie befürchten aber auch, dass ihre Kinder zu Zielscheiben der wütenden Männer werden könnten. Manchmal ist aber auch über die Jahre eine Abhängigkeit entstanden, die die Opfer ihre Lage als ausweglos erscheinen lässt. Flucht – ohne Rücksicht auf Recht und Gesetz – erscheint ihnen als die einzige Möglichkeit. So werden Opfer – vor dem Gesetz – zu Täterinnen, zu Delinquentinnen, die von Polizei und Interpol gesucht werden, deren Steckbrief an Bahnhöfen und Flughäfen kursiert.

Was das mit den Frauen macht und auch mit den betroffenen Kindern, ist grausam. Entwurzelt und gejagt werden sie auch nach ihrer Flucht erneut zu Opfern. Und diesmal sind sogar Polizei und Justiz hinter ihnen her. Und das nur, weil sie keinen anderen Ausweg aus ihrer Not wussten.

Anzeige