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Kinderzahnpasta im Test: Wie gut schneidet welche Zahncreme ab?

Ökotest hat Zahnpasta für Kinder getestet
Schon im Kindesalter ist eine regelmäßige Zahnpflege wichtig, um Karies vorzubeugen. Doch nicht jede Zahnpasta ist gleich gut für die Prophylaxe geeignet. © picture-alliance / dpa, Kalaene Jens

Was steckt in Kinderzahnpasta?

ÖKO TEST hat Kinderzahncremes unter die Lupe genommen. Dabei wurden 24 Zahncremes für Milchzähne speziell für Kinder bis sechs Jahren auf ihre Bestandteile hin untersucht. Vor allem schädliche Inhaltsstoffe und der Fluoridgehalt wurde getestet. Mit verblüffendem Ergebnis: teuer ist nicht gleich gut.

Gerade die günstigen Marken stachen im Test durch hervorragende Noten heraus, während andere Zahncremes schädlich Konservierungsmittel und Tenside enthielten. Vor allem die Marken Colgate, Odol-Med 3 und Signal sind belastet und schnitten im Test mit mangelhaft bis ungenügend ab.

Getestet wurden fluorhaltige Kinderzahncremes und solche ohne Fluoranteil (zum Beispiel mit dem Ersatzpräparat Xylit) – vier davon außerdem Naturprodukte. Minuspunkte gab es für bedenkliche Farbstoffe und Konservierungsstoffe in den Zahncremes, für unzureichende Dosierangaben auf der Verpackung und für eine für Kinder unzumutbare Höhe an Fluorid in der Zahncreme. Aber welche Zahncreme ist denn nun die beste für mein Kind?

Das Ergebnis: die drei besten Kinderzahncremes im ÖKO TEST sind “Nenedent Kinderzahncreme“ ohne Fluorid mit Xylit von Dentinox mit der Gesamtnote sehr gut.

Auf Platz zwei die “Elkos Dental for Kids“ mit Erdbeer-Geschmack von Edeka. Gesamturteil: gut. Abzüge gibt es für die unzureichende Dosierangaben.

Und auf Platz drei liegt die “K-Classic Dental Kids Berry“ von Kaufland mit dem Gesamturteil gut. Alle drei Zahncremes sind geeignet für Milchzähne.

Die drei Kinderzahncremes, die am schlechtesten abgeschnitten haben, sind ausgerechnet von den bekannten Marken wie Odol-Med 3, Colgate und Signal.

“Colgate Kariesschutz-Zahncreme für Kinder“ mit Minzgeschmack von Colgate-Palmolive: Das ernüchternde Gesamturteil: mangelhaft, aufgrund der bedenklichen Stoffe PEG/PEG-Derivate und Natriumlaurysulfat. PEG-Derivate sind ein billiger Emulgator, der die Haut durchlässig machen soll, damit Bestandteile der Creme besser einziehen. Allerdings steht er im Verdacht, krebserregende Konservierungsmittel zu beinhalten. Außerdem hat die Zahncreme mit 1000 ppm einen Fluorgehalt, der für Erwachsene bestimmt ist.

Noch schlechter schnitt die “Odol-Med 3 Milchzahn“ von GlaxoSmithKline ab. Testurteil: ungenügend (PEG/PEG-Derivate, bedenkliches Paraben und unzureichende Dosieranleitung, sowie umstrittene Farbstoffbestandteile.)

Auch für die “Signal Milchzahn-Gel mit fluorid Capt’n Sharky“ von Unilever gibt es ein ungenügend (keine Fluoridangabe, keine Dosierangabe, dafür PEG/PEG-Derivate und Natriumlaurysulfat) .

5 Fehler beim Zähneputzen
5 Fehler beim Zähneputzen Für weiße Beißerchen 00:01:37
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Was genau ist Fluorid eigentlich und warum ist es so wichtig?

Kinder brauchen Fluorid genauso wie Erwachsene, um die Bildung von gesundheitsschädlichem Karies zu vermeiden. Zu viel Fluorid ist jedoch ungesund für Kinder und so können sich Zahn- und Kinderärzte nicht einigen, wie das tägliche Fluorid am besten aufgenommen werden sollte: Als Tabletten oder doch über die Zahncreme – die Kinder unter vier Jahren jedoch in der Regel noch nicht ausspucken können.

Laut Kinderärzten ist Fluorid in Kinderzahncremes nicht akzeptabel, eben weil sie das meiste davon schlucken und zu viel Flourid für den Körper sehr gesundheitsschädigend sein kann. Zahnärzte dagegen halten fluoridhaltige Zahnpasta für unerlässlich, da vor allem die Fluoride, die direkt auf die Zahnoberfläche beim Putzen einwirken, wichtig für eine Kariesprophylaxe sind.

Erst ab vier Jahren lernen Kinder, wie man Zahnpasta richtig anwendet. Darum stimmen Allgemeinmediziner eher für Fluoridtabletten und Zahncreme gänzlich ohne Flourid. Letztlich bleibt die Entscheidung jedoch bei den Eltern hängen - kombinieren sollte man Tabletten und Fluorid in der Zahncreme aber nicht, das wäre zu viel des Guten.

Außerdem enthalten Kinderzahncremes in der Regel nur um die 500ppm (parts per Million, entspricht Milligramm pro Kilogramm) Fluorid, was theoretisch für einen Kariesschutz gar nicht ausreicht. Erst ab 1000 ppm ist ein Schutz gewährleistet, allerdings kann man solche Mengen in Kinderzahncreme nicht verantworten.

Tipps für die Anwendung zu Hause: Ab zwei Jahren nur eine erbsengroße Menge an Zahncreme auf der Bürste der Kleinen verwenden und vorher sogar nur einen ganz dünnen Film. Vermeiden Sie nach Möglichkeit Zahncreme, die fruchtig oder süß schmeckt, so dass die Kinder sie nicht auch noch gerne schlucken.

Den ausführlichen Test von ÖKO TEST mit den weiteren Ergebnissen zur Kinderzahncreme gibt’s auf oekotest.de.

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