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Kinderwunsch über 30: Warum setzen sich Frauen mit dem Kinderkriegen unter Druck?

Kinderwunsch über 30: Warum setzen sich Frauen mit dem Kinderkriegen unter Druck?
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Darum sollten sich Frauen mit dem Kinderwunsch Zeit lassen

Na, auch Lust auf ein längeres Leben? Ok, dann werden Sie schwanger - aber halt nicht so schnell, erst den 30. Geburtstag abwarten! Denn wer später Kinder bekommt, lebt angeblich länger. Das trifft sich gut, weil sich bei vielen Frauen das anfangs zarte Ticken der biologischen Uhr mit den Jahren immer stärker in ein lautes ein lautes Dröhnen verwandelt. Leider setzt das manche Frauen so unter Druck, dass sie künstlich nachhelfen, wo die Natur es alleine viel besser hinbekommen würde!

Von Dagmar Baumgarten

Gerade Frauen, die in ihrem Leben immer alles perfekt gemanagt haben, und genau deshalb eine vorbildliche Karriere hingelegt haben, neigen dazu in die – ‚ich muss jetzt sofort schwanger werden‘ - Falle zu stolpern!

Es ist aber nun mal so, dass bereits ab dem 20. Lebensjahr die Wahrscheinlichkeit spontan schwanger zu werden, kontinuierlich abnimmt. Und deshalb ist es für eine Frau Mitte Dreißig eben leider nicht so, dass wenn sie sich jetzt vornimmt, Mutter zu werden, es dann auch gleich wird. Daraus ergibt sich ein blödes hormonelles Wechselspiel. Denn das monatliche Zittern, ob denn nun endlich die Regel ausbleibt, bedeutet für die Frau natürlich Stress, der mit jeder frustrierenden Periode ansteigt.

Genau das, nämlich Stress, ist aber der größte natürliche Feind einer Befruchtung. Die Natur möchte ja, dass der Nachwuchs unter optimalen Bedingungen reifen kann! Wenn im Kreislauf der Mutter aber ständig Stresshormone für Turbulenzen sorgen, bedeutet das für den Körper: 'Achtung hier stimmt was nicht!' Genau das heißt aber auch: 'Achtung - hier sind gerade keine optimalen Bedingungen sich ausgerechnet jetzt noch zusätzlich der Belastung einer Fortpflanzung auszusetzen!'

Denn was wir als das Normalste der Welt empfinden, ist für Mediziner eigentlich immer noch mit Rätseln behaftet. Professor Wolfgang Würfel bringt das so auf den Punkt: "Schwangerschaft bedeutet, dass der Körper ein Lebewesen, das ihm fremd ist, unterstützen und voranbringen muss - eine aberwitzige Herausforderung für sein Abwehrsystem. Wie geschieht das? Hier stehen wir noch vor vielen Unbekannten!“

Wenn die Frau dann noch zusätzlich unter permanenter Anspannung ist, klappt oft gar nichts mehr! Statt entspannt abzuwarten, verkrampfen die Frauen immer mehr. Sex ist nicht mehr Lust, sondern ein genau geplantes Muss. Hektische Untersuchungen bei diversen Ärzten, woran es denn liegen könnte, und ob der Mann vielleicht schuld ist, führen zu keinem Ergebnis! Die Fragen der Familie und Freunde, ob es denn endlich geklappt hat, verstärken zusätzlich das Gefühl des Scheiterns! Oft zerbricht sogar die Beziehung genau an dem, was das Paar eigentlich für immer zusammenschweißen sollte.

So klappt es mit der späten Schwangerschaft

Und dann? Die Frau hakt verzweifelt den Wunsch für sich ab - und ist ein Jahr später schwanger! Von einer Affäre! Wie kann das sein? Verhütung war ja kein Thema, weil sie sich ja eh als unfruchtbar gesehen hat. Leicht verliebt und entspannt hat sie sich also auf das kleine Abenteuer eingelassen, und genau diese Grundstimmung fanden ihre Hormone optimal, um sich der großen Aufgabe zu stellen.

Etwas mehr Gelassenheit ist also schon mal ein ganz wichtiger Baustein für ein spätes Baby. Natürlich gehört dazu auch ein gesunder Lebensstil, der rein körperlich optimale Voraussetzungen für das Hormon-System und die Organe bedeutet. Und eine weitere Nebenwirkung der Geduld: Warten erhöht in dem Fall nicht nur das Verlangen - es wird sogar belohnt. Denn angeblich lebt man sogar länger, wenn man spät noch Mama wird!

Einer Studie aus Boston kam zu dem Ergebnis, dass Frauen, die ihr letztes Kind erst nach dem 33. Geburtstag bekamen, eine doppelt so hohe Chance hatten, mindestens 95 Jahre alt zu werden, als Frauen, die ihre Fortpflanzung bereits mit 29 abgeschlossen haben.

Ehe man sich also durch die Alarmsirene des biologischen Weckers aufschreckt und sich den nicht unerheblichen Nebenwirkungen einer künstlichen Befruchtung aussetzt, sollte man lieber über sinnvolle Entspannung nachdenken. Und sich auch nicht scheuen, dafür die Hilfe eines Coaches oder Psychologen zu suchen.

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