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Kinderwertemonitor 2014 von Geolino und Unicef: Das ist Kindern wirklich wichtig!

Familie und Freunde sind für die meisten Kinder das Wichtigste

Was ist Kindern wirklich wichtig? Dieser Frage widmet sich der Kinderwertemonitor 2014 von Geolino und Unicef in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität Berlin. Dafür wurden 1.012 Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren und ihre Eltern befragt - mit interessanten Ergebnissen.

Kinderwertemonitor 2014 von Geolino und Unicef
Kinderwertemonitor 2014: Kinder sagen, was ihnen wichtig ist. © Deklofenak - Fotolia

Der Kinderwertemonitor zeigt deutlich, dass von einem 'Werteverfall' keine Rede sein kann: Familie und Freunde sind mit Abstand das Wichtigste im Leben der Kinder. 74 Prozent der Kinder finden Familie "total wichtig" und 73 Prozent Freundschaft. Dass die Familie für die Kinder eine große Rolle spielt, wird auch deutlich, wenn sie die Bedeutung von Familie beschreiben. "Da bin ich geboren, das sind meine wichtigsten Personen im Leben", sagte ein acht Jahre altes Mädchen. Und eine 14-Jährige erklärte: "Meine Familie ist immer für mich da. Meine Oma fährt jedes Jahr mit mir in den Urlaub. Meine Mutter sieht jedes Fußballspiel von mir an. Mein Vater spielt auch Fußball, kommt aber auch noch zu meinen Spielen."

Auch Vertrauen, Geborgenheit, Ehrlichkeit und Gerechtigkeit haben bei Kindern einen sehr hohen Stellenwert. "Dass wir eine glückliche Familie sind, nicht streiten und dass wir viel zusammen unternehmen", antwortete ein neun Jahre alter Junge auf die Frage, was ihm das Wichtigste im Leben sei.

Eine Siebenjährige antwortete anders: "Immer genug Gummibärchen. Dass jeden Tag Weihnachten ist." Generell bedeuten den Kindern Geld und Besitz aber vergleichsweise wenig: "Total wichtig" finden es nur 21 Prozent. Die Bereitschaft von Kindern, sich für andere Menschen zu engagieren, denen es nicht so gut geht, ist kontinuierlich gestiegen, von rund 20 Prozent 2006 auf rund 30 Prozent 2014.

Als die Kinder gefragt wurden, wer ihnen diese Werte vermittelt hat, antworteten 98 Prozent aller Kinder einhellig: Die Eltern. Doch auch Großeltern und andere Verwandte spielen eine wichtige Rolle - Lehrer stehen bei der Wertevermittlung an dritter Stelle. Am wenigstens trauen die Kinder Politikern zu, dass sie Werte beibringen oder vorleben können (12 Prozent). Fazit: Die Eltern sind das wichtigste Vorbild für Kinder im Alter von sechs bis vierzehn Jahren. Die Lehrer sind als Wertevermittler wichtiger geworden.

Bildung ist für Kinder wichtiger geworden

Die Eltern finden, dass in der Schule wichtige Werte wie Freundschaft, Bildung, Hilfsbereitschaft und auch Ehrlichkeit gut vermittelt werden. Allerdings wünschten sie sich, dass das Selbstbewusstsein der Kinder in der Schule noch mehr gestärkt werden sollte.

Generell steht die Bildung im Vergleich zur letzten Befragung von 2010 höher im Kurs. 46 Prozent der Kinder, das ist ein Plus von drei Prozent, gaben an, dass gute Bildung wichtig ist. "Ich muss viele Kenntnisse besitzen, viel wissen und um gute Zensuren kämpfen, damit ich später nicht arm bin", sagte ein neunjähriger Junge. Für einen 13-Jährigen hat Bildung anscheinend vor allem negative Seiten: "Lernen, Stress, Kopfschmerzen."

58 Prozent der Kinder finden es total wichtig, sagen zu dürfen, was man denkt. Aber nur 20 Prozent der Kinder fühlen sich von ihren Lehrern ermutigt, ihre Meinung zu sagen. Doch die 6- bis 14-jährigen Kinder gehen überwiegend gerne zur Schule. 87 Prozent der Kinder sagen, dass es ihnen in der Schule „"sehr gut" oder "einigermaßen gut" gefällt. Fazit: Die Kinder geben ihrer Schule meistens gute Noten. Im internationalen Vergleich steht Deutschland damit beim Thema Bildung aus Sicht der Kinder gut da.

Haben Eltern genug Zeit für ihre Kinder?

Die meisten Mädchen und Jungen finden, dass ihre Eltern ausreichend für sie da sind. 53 Prozent sind mit der Menge der gemeinsamen Zeit "sehr zufrieden", 43 Prozent "meistens zufrieden" und nur vier Prozent finden die gemeinsame Zeit zu wenig.

Die Eltern sind hier wesentlich (selbst)kritischer: 14 Prozent der Mütter und 29 Prozent der Väter sind mit der Menge der gemeinsamen Zeit "oft nicht" oder "gar nicht zufrieden". Dennoch ist beiden Elternteilen wichtig ihren Kindern vorzuleben, dass arbeiten normal ist. Und auch die Kinder finden es eindeutig gut, dass der Vater und/oder die Mutter Arbeit haben.

Fazit: Für ihre Kinder nehmen Eltern sich in der Regel Zeit - auch wenn sie voll berufstätig sind. Die Eltern müssen sich keine Vorwürfe machen, wenn sie arbeiten: Ihre Kinder finden trotzdem, dass ihre Eltern genug für sie da sind. Das geht zumindest aus dem Kinderwertemonitor hervor. Gefördert wurde der Kinderwertemonitor vom Bundesfamilienministerium und der Bosch-Stiftung.

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