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Kinderunfälle: Die 5 häufigsten Verletzungen und wie Sie helfen können

Kinderverletzungen: Erste Hilfe kann auch schaden

Etwa zwei Drittel aller Kinderunfälle passieren im Haushalt oder auf dem Spielplatz. Viele Eltern sind darauf schlecht vorbereitet und können ihren Liebsten nicht helfen. Wir nennen die fünf häufigsten Verletzungsarten bei Kindern - und wie Erwachsene richtig helfen.

Kinderunfälle: Die 5 häufigsten Verletzungen und wie Sie helfen können
Zwei Drittel aller Kinderunfälle passieren im Haushalt oder auf dem Spielplatz. © picture alliance, CHROMORANGE / Bilderbox

Wenn die Temperaturen steigen, klettern mit ihnen die Unfallzahlen von Kindern. 1,7 Millionen Kinderunfälle gibt es pro Jahr, meist auf dem Spielplatz um die Ecke oder zu Hause, wo Eltern dabei sind. Kinderchirurg Dr. Andreas Leutner warnt allerdings vor falscher Hilfe: "Es kommt immer wieder vor, dass Eltern in bester Absicht Erste-Hilfe-Maßnahmen ergreifen, die dem Kind dann mehr schaden, als dass sie helfen."

Aus diesem Grund sollten Sie die folgenden Verletzungsarten bei Kindern kennen und wissen, wie man mit ihnen umgeht:

Platz 5

Auf Platz fünf der häufigsten Kinderunfälle liegt das Verschlucken kleiner Gegenstände, etwa Knopfbatterien. Das kann zu einer gefährlichen Atemnot führen.

So geht es richtig: Sie legen das Kind auf Ihren linken Oberschenkel und halten es gut fest. Dann sollten Sie mit der flachen Hand auf die Fläche zwischen den Schulterblätter des Kindes schlagen, sodass der kleine Gegenstand herausfallen kann.

Platz 4

Platz vier der häufigsten Kinderunfälle passiert meist zu Hause, in der Küche. Es geht um Verbrennungen am Herd oder durch heiße Getränke. Die Haut eines Kindes ist zehnmal dünner als die eines Erwachsenen und verbrennt dementsprechend schneller.

So können Sie helfen: Ganz einfach – man hält die verbrannte Stelle, etwa die Hand, unter fließendes Wasser. Alternativ kann die Stelle mit einem feuchten Tuch oder Lappen gekühlt werden.

Platz 3

Auf Platz drei der häufigsten Unfälle stehen Brüche, zum Beispiel nach einem Fahrradsturz. Helfen können Sie in diesem Fall nur, indem Sie das Kind zum Arzt fahren. Dabei sollten Sie nicht versuchen, die Fehlstellung zu korrigieren oder etwa einen Verband anzulegen – das kann dem Kind eher schaden.

Platz 2

Am zweithäufigsten kommen Kinder wegen offenen Wunden ins Krankenhaus. Vor allem bei großen Wunden, die bluten, ist es wichtig, dass Eltern schnell richtig reagieren.

Als Erstes sollten Sie die Wunde mit einem sauberen Verband oder Taschentuch bedecken. So bringen Sie die Blutung zum Stillstand. Oft müssen Wunden genäht werden – also auch in diesem Fall ist ein Besuch beim Arzt unumgänglich. Verzichten Sie auch hier auf Salben!

Platz 1

Den traurigen ersten Platz der häufigsten Unfälle bei Kindern belegt die Kopfverletzung. Der Sturz auf den Kopf ist besonders gefährlich: Als Folge ist fast alles möglich, von der harmlosen Beule bis hin zur Gehirnerschütterung oder einem Schädelbruch.

Das können Sie tun: Auf jeden Fall sollten sie hektische Positionsveränderungen vermeiden! Dadurch könnten weitere Schäden am Kopf entstehen. Sprechen Sie das Kind an und bringen Sie es in die stabile Seitenlage. Achten Sie darauf, dass die Atemwege nicht blockiert sind. Wer in erste Hilfe Fragen weiter unsicher ist, kann sich jederzeit bei seinem Kinderarzt Rat holen.

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