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Späte Schwangerschaft: Gut fürs Baby?

05.11.12 14:40
Späte Schwangerschaft: Gut fürs Baby?
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Vorteile und Nachteile der späten Schwangerschaft

Wenn früher eine Frau ab 40 mit einem Kinderwagen unterwegs war, sagten alle: "Ach guck mal, die Oma kümmert sich um ihren Enkel, wie süß!" Heute bekommt man dafür im Zweifelsfall die Windeln um die Ohren gehauen, denn die vermeintliche Oma ist die stolze Mama. Immer mehr Frauen bekommen heute erst Anfang 40 ihr erstes Kind. Sie wollen erst Karriere machen, und dann ihr Kind großziehen. Selbst Experten streiten sich. Ist es eine logische Anpassung der Frauen, weil wir doch sowieso alle älter werden, oder purer Egoismus, der dem Kind nur schadet?

Von Dagmar Baumgarten

In den USA nennt man die späten Mütter "Yummy Mummies", weil sie alles haben und wollen. Sie haben ihre Karriere gemacht, den perfekten Partner gefunden, und auch schon sämtliche Actionsportarten ausprobiert. Also wenden sie sich einem neuen Abenteuer zu: dem ersten Baby.

Bei den Stars klappt das ja auch ganz gut. Madonna war bei ihrer ersten Tochter 39, Nicole Kidman war 41, 'Desperate Housewife' Marcia Cross war 44 als sie ihre Zwillingsmädchen zur Welt brachte, und Geena Davis war sogar 46. Auch in Deutschland sagen immer mehr Promis "Ja" zu einem Kind nach der Karriere. Birgit Schrowange hat ihren Sohn mit 42 bekommen, Sandra Maischberger mit 40. Dagegen sind Barbara Schöneberger und Sonya Kraus mit ihren 35 und 36 Jahren fast jung.

Auch Promis sind aus ärztlicher Sicht Spätgebärende und tragen damit ein deutlich höheres Risiko als eine Frau, die Anfang 20 schwanger wird. So steigt die Gefahr, ein behindertes Kind zu zeugen, deutlich an. Zum Beispiel liegt die Wahrscheinlichkeit für junge Mütter ein Kind mit Trisomie 21 zu bekommen bei 1:7000. Bei 40-jährigen steigt die Wahrscheinlichkeit auf 1:90. Bei 45-jährigen sogar auf 1:30. Außerdem endet ab Anfang 40 fast jede dritte Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt. Bis zum 30. Lebensjahr nur jede zehnte. Auch Schwangerschaftsdiabetes kommt statistisch gesehen deutlich häufiger vor, sowie weitere Komplikationen.

Späte Schwangerschaft: Risiko fürs Kind?

Marcia Cross' Schwangerschaft war auch alles andere als einfach: Den Großteil davon verbrachte die damals 44-Jährige nämlich im Krankenbett. Zum Älterwerden gehört leider dazu, dass die körperliche Fitness sinkt. Das wirkt sich auch auf die Geburt an sich aus. Den Promis ist das egal. Sie wollen eh meistens einen Kaiserschnitt. Nicht nur, weil man die Geburt dann so schön praktisch im Voraus im Terminplaner eintragen kann, sondern vor allem auch, weil sie sich direkt in einem Abwasch gleich den Bauch machen lassen. Deshalb gibt es ja auch die vielen: "Ach, ist die schon wieder schön schlank"-Fotos von den Stars nur zwei Wochen nach der Geburt.

Nach der Geburt kann man zudem die nachlassende Belastbarkeit im Alter ganz gut mit einem gefüllten Bankkonto ausgleichen. Wenn einen die Kleinen nachts auf Trab halten, muss im Hause "Reich und Schön" die Nanny ran. In normalen Haushalten müssen aber die eigenen Nerven herhalten. Da stellt sich die Frage: Sind die älteren Mütter schneller überfordert? Oder sind sie vielleicht sogar im Vorteil, weil man mit Anfang 40 einfach viel gelassener ist, als mit Anfang 20? Wer sich schon eine Karriere aufgebaut hat, hat vielleicht auch im Management mit dem eigenen Kind deutliche Vorteile.

Es bleibt noch das Argument, dass man schon bei der Einschulung ja fast schon im Rentenalter ist und deshalb das arme Kind ausgelacht wird. Oder aber, man ist hoffnungslos überfordert, weil man nicht mehr mitkommt. In Zeiten in denen die späten Mütter und Väter noch die Ausnahme waren, war das vielleicht so. Da aber heute der Anteil der Spätgebärenden sich so vervielfacht hat, ist die frühere Ausnahme ja vielleicht bald die Regel. Und dann wird sich die 20-jährige Mutti, die mit ihrem Baby unterwegs ist, wahrscheinlich bald anhören: "Ach guck mal, sie geht mit ihrer Schwester spazieren - wie süß!"

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