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Samenspende

22.10.12 13:45
Mit Samenspende zum Wunschkind?
Bildquelle: Fotolia Deutschland
 

Mit Samenspende zum Wunschkind?

Michaela aus Baden-Württemberg ist attraktiv, sportlich und beruflich erfolgreich. Seit mehreren Jahren leitet sie als Geschäftsführerin ihr eigenes Unternehmen. Sie verdient gut, hat eine teure Wohnung und fährt dreimal pro Jahr in den Urlaub. Doch ihren größten Wunsch konnte sich die 43-Jährige bislang nicht erfüllen: Seit mehr als 20 Jahren versucht sie vergeblich, Mutter zu werden.

Von Kerstin Kraska-Lüdecke

Zwei Ehen sind bereits an ihrem unerfüllten Kinderwunsch zerbrochen: Ihre Ex-Männer haben inzwischen Kinder mit anderen Frauen. Nur Michaela steht alleine da: Sie ist Single, über 40, und ungewollt kinderlos. Doch jetzt hat die energische Geschäftsfrau die Dinge selbst in die Hand genommen: Jeden Monat, wenn sie ihren Eisprung bekommt, greift sie zum Telefon, wählt eine Nummer.

Am anderen Ende die Stimme eines Mannes: Zeugungsfähig, flexibel und Michaelas potentieller Samenspender. Das Gespräch ist kurz. Die beiden verabreden sich, treffen sich zum Sex. "Wenn ich meinen Eisprung habe, dann muss alles sehr schnell gehen.", so Michaela. Fünfmal hat sie es bereits versucht. Geklappt hat es bislang nicht.

Die meisten Menschen mit einem unerfüllten Kinderwunsch wenden sich zunächst an Ärzte der Reproduktionstechnik, an Kinderwunsch-Zentren oder Samenbanken. Doch die künstliche Befruchtung (In-Vitro-Fertilisation) ist teuer: Ein Behandlungszyklus kostet zwischen 3000 und 4000 Euro.

Die Krankenkassen übernehmen 50 Prozent der Kosten an den ersten drei Versuchen. Pro Behandlung wird demnach für die Versicherten eine Zuzahlung von 1500 bis 2000 Euro fällig.

Zusätzlich zu den Kosten gibt es in Deutschland noch andere Hürden zu überwinden: Es kommt nicht jedes kinderlose Paar in den Genuss des 50-prozentigen Krankenkassen-Zuschusses. Dazu müssen die Antragsteller erst einmal die zahlreichen Voraussetzungen erfüllen: Man muss auf jeden Fall miteinander verheiratet, frei von HIV und anderen schweren Krankheiten sein, und sich außerdem in einer strengen Altersgrenze bewegen.

Frauen, die sich künstlich befruchten lassen wollen, dürfen nicht älter als 40, die dazu gehörenden Väter nicht älter als 50 sein. Alle anderen, die diese Bedingungen nicht erfüllen, müssen die Kosten für eine künstliche Befruchtung komplett selbst tragen.

Dazu gehören Paare, die die vorgegebene Altersgrenze bereits überschritten haben oder unverheiratet zusammenleben. Und manchmal sind auch Single-Frauen wie Michaela betroffen.

Samenspender-Suche im Internet

Michaela entschied sich schließlich für eine künstliche Befruchtung. Ein Bekannter bot ihr seinen Samen an. Doch der erste Versuch schlug fehl.

Und ihren Bekannten noch ein zweites Mal um diesen Gefallen zu bitten, traute sie sich nicht. Dennoch hatte dieser Versuch ihr Mut gegeben, mehr zu wagen. Die Geschäftsfrau beschloss, es nun auch mit privaten Samenspendern zu versuchen.

Im Internet fand sie zahlreiche "willige" Männer, die entweder gegen ein kleines Entgelt, einen Fahrtkostenzuschuss oder sogar völlig kostenlos bereit waren, ihr zum Mutterglück zu verhelfen.

Das Angebot war riesig, und plötzlich hatte Michaela die Qual der Wahl.
Bei ihrer Suche achtete sie aber stets darauf, dass die Männer bereit waren, sich zu einem ersten persönlichen Gespräch zu treffen, ihren Namen und ihre Adresse preiszugeben. Außerdem sollten sie interessiert daran sein, das von ihnen gezeugte Kind später auch einmal kennenzulernen.

Die Geschäftsfrau aus Süddeutschland telefonierte nun mit einigen von ihnen und traf sie zu einem ersten Kennenlernen. Zwei von den Männern waren ihr auf Anhieb sympathisch. Beide konnte sie sich als mögliche Väter ihres Kindes vorstellen. Andreas, Ende 20, bevorzugte die Becher-Methode. Er schlug Michaela vor, ihr seinen Samen in einem kleinen Gefäß zu überreichen.

Michaela müsste ihn sich dann selbst per Spritze einführen. Hermann, Mitte 30, machte es lieber auf die "natürliche Methode": Er wollte beim ganz normalen Geschlechtsverkehr ein Kind zeugen. Dies gefiel Michaela: "Ich bin auch mehr für die natürliche Art der Zeugung. Es bestätigt meine Auswahl und gibt mir ein gutes Gefühl, wenn ich den späteren Vater meines Kindes auch körperlich anziehend finde."

Mit einem einfachen Ovulations-Test (LH-Test) überprüfte Michaela zu Hause, wann ihr nächster Eisprung bevorstand. Als es soweit war, traf sie sich mit Hermann, und die beiden schliefen miteinander. Schwanger wurde Michaela aber auch dieses Mal nicht.

Aufgeben will die 43-Jährige aber noch nicht: "Mein Gynäkologe hat erst vor kurzem gesagt, ich hätte einen ausgezeichneten Zyklus - irgendwann muss es doch einfach klappen!"

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