Presenter


ADHS, hyperaktiv oder hypoaktiv?

31.01.12 11:39
ADHS, hyperaktiv oder hypoaktiv?
Bildquelle: deutsche presse agentur
 

Hyperaktivität – was ist das überhaupt?

Ihr Kind ist temperamentvoll, unruhig, nervös und kann sich schlecht konzentrieren. Wahrscheinlich werden Sie immer wieder von anderen mit der Nase darauf gestoßen. Was ist aber wirklich los mit Ihrem Kind? Drei Fragen, zu denen sich der Erziehungsratgeber „300 Fragen zur Erziehung“ von Sybille Herold klar und verständlich widmet.

Hyperaktivität sieht man heute als Kernsymptom einer Aufmerksamkeits-Defizit-Störung mit Hyperaktivität (ADHS). Diese Störung geht einher mit einer Veränderung des Hirnstoffwechsels. Derzeit geht man von einer genetischen Veranlagung für dieses Verhalten aus.

Wie bei allen psychotischen Auffälligkeiten haben Umwelteinflüsse zumindest eine stark modifizierende Wirkung. Das heißt, die Umwelt wird stark gefordert. Hyperaktive Kinder sind für Eltern, Lehrer und Mitschüler oft auch eine Belastung. Gelingt es, sie gut in die Gemeinschaft zu integrieren, statt sie in eine Sündenbockposition zu dränge, können Sie auch eine Bereicherung für alle sein. Sie schenken in großem Maße Offenheit, Gerechtigkeitssinn, Hilfsbereitschaft, Natürlichkeit und Kreativität.

Kinder mit einem ADHS sind erstens hyperaktiv, also extrem zappelig. Sie sind zweitens impulsiv, sie handeln und sprechen, bevor sie denken und sind äußerst spontan. Und sie haben drittens Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme. Umweltreize lenken sie sehr schnell ab und sie können selten lange bei einer Beschäftigung bleiben. Ausnahmen sind Game-Boy und Computerspiele.

Die drei genannten Leitsymptome müssen über mindestens sechs Monate und in allen Lebensbereichen zu beobachten sein (Schule, Freizeit oder Familie). Sie müssen bereits vor der Einschulung aufgetreten und deutlich intensiver als bei Kindern in der gleichen Altersgruppe sein.

Doch genau hier liegt das Problem: Ob ein Kind besonders temperamentvoll und lebhaft ist oder als hyperaktiv eingeschätzt wird, ist immer hochgradig subjektiv.

Hypoaktiv – Wie können Eltern helfen?

Hypoaktive Kinder leiden unter der gleichen Störung von Aufmerksamkeit, Konzentration und Verhaltenssteuerung wie in der letzten Frage beschrieben, nur eben ohne körperliche Unruhe. Sie sind in Gedanken immer woanders, vergessen viel, sind zur falschen Zeit am falschen Ort und können die Geduld ihrer Mitmenschen mit ihrer Langsamkeit und Umständlichkeit ganz schön strapazieren. Trotzdem sind sie weniger auffällig als die Hyperaktiven.

Ein hypoaktives Kind gilt schnell als lernschwach und wenig helle. Damit wird es manchmal völlig verkannt. Strukturen, Regeln und Rituale geben diesen Kindern Halt. Bei einem Leistungstest, zum Beispiel in einer schulpsychologischen Beratungsstelle, können Stärken und Schwächen hypoaktiver Kinderdarüber hinaus objektiv beurteilt werden. Die Ergebnisse sind die Grundlage für das weitere therapeutische Vorgehen, denn ein hypoaktives Kind braucht ebenso professionelle und liebevolle Hilfe wie ein hyperaktives.

Über die Ursachen von Hypoaktivität weiß man noch wenig Definitives, vermutet aber zugleich eine genetische Veranlagung sowie die Wirkung bestimmter Lebensumstände auf das Kind. Auch Ernährungsfaktoren stehen mittlerweile im Verdacht. Nur gibt es noch keine wissenschaftlichen Belege, wenn auch Familien berichten, dass eine Ernährungsumstellung gelegentlich positiv wirkt.

Nervös? So helfen Sie Ihrem Kind, ruhiger zu werden
Achten Sie auf einen möglichst ruhigen und strukturierten Alltag. In welchen Situationen entsteht Stress und Hektik? Was könnte man dagegen tun? Sorgen Sie mit Ruhepausen mit Entspannungsmusik, einer Vorlesegeschichte, einer Streichelmassage. Manchen Kindern hilft es, sich dabei in eine Kuscheldecke einzurollen. Führen Sie Entspannungszeremonien ein: einen speziellen Entspannungstee bei Kerzenschein, ein duftendes Bad.

Vielleicht kann Ihr Kind in einem Kinderkurs Entspannungsübungen wie Autogenes Training, oder Yoga lernen, vielleicht sogar mit Ihnen gemeinsam. Fragen Sie Ihre Krankenkasse, ob sie die Kosten übernimmt. Achten Sie auch darauf, dass Ihr Kind Ventile für den Energieüberschuss hat: Sorgen Sie für frische Luft und ausreichend Bewegung.

Fachmännischen Rat sollten Sie einholen, wenn:
- das Kind nervöse Zuckungen und Tics entwickelt
- das Kind ansonsten unglücklich wirkt
- das Kind mit seiner Unruhe alle anderen ansteckt
- das Kind vor lauter Hektik und Nervosität nicht mehr richtig zum Spielen und konzentrierten Lernen kommt
- alle Tipps oben nicht helfen



Quelle: 300 Fragen zur Erziehung von Sybille Herold, erschienen im GU Verlag, ISBN: 978-3-8338-1455-6

Sportliche Farbtupfer mit Trendfaktor
Wahnsinn: Farbige Converse sind total angesagt und einfach zeitlos. Jetzt gibt´s endlich die neue Kollektion.
ANZEIGE
ADHS bei Kindern
ADHS-Test: Hat mein Kind ADHS?
ADHS-Test: Hat mein Kind ADHS?
Hyperaktivität

Das Aufmerksamkeit-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom, kurz ADHS, ist längst zu einer Volkskrankheit geworden. Ob Ihr Kind an ADHS leidet, finden Sie in unserm ADHS-Test heraus.

Was kann man gegen Mobbing tun?
Wie auch Lehrer ihre Schüler mobben
Wie auch Lehrer ihre Schüler mobben
Hilfe für betroffene Kinder

Mobbing ist ein großes Thema an vielen Schulen: Oft mobben jedoch nicht nur Kinder, sondern auch Lehrer machen mit oder sehen einfach weg!

Familienmodelle im Wandel

Patchwork-Familie in Deutschland auf dem Vormarsch  [00:54]

 
ERNÄHRUNG
Limo & Co. löst frühere Menstruation aus
Vorzeitige Menstruation durch Limo?
Vorzeitige Menstruation durch Limo?
Verdacht bei Mädchen

Mädchen, die viel Limo und andere zuckerhaltige Getränke trinken, bekommen früher ihre Tage. Das ist das Ergebnis einer US-Langzeitstudie.

Rezepte aus dem Dschungel
Hotdog-Schlangen, Käse-Maden und Co.
Hotdog-Schlangen, Käse-Maden und Co.
Leckere Dschungelrezepte

Wir zeigen Ihnen kreative Rezeptideen für Snacks wie aus dem Dschungel: So zaubern Sie Maden aus Käse und Spinnen aus Eiern für Kindergeburtstage oder Mottopartys.

GESUNDHEIT
Masern-Welle in Berlin
Ärzte warnen: Babys zu Hause lassen
Ärzte warnen: Babys zu Hause lassen
Masern-Welle in Berlin

Die Masern-Welle in Berlin ebbt nicht ab. Kinderärzte schlagen nun Alarm und raten Eltern von Säuglingen, ihre Kinder nur zu Hause zu betreuen. Grund ist das Risiko einer tödlichen Spätfolge.

Acht Minuten lang tot
Theo kam tot zur Welt - heute lebt er!
Theo kam tot zur Welt - heute lebt er!
Kein Schrei bei der Geburt

Theos Herz blieb während der Geburt stehen, das Kind war acht Minuten tot und wurde wiederbelebt. Heute ist es kerngesund.

KINDERKRANKHEITEN
Impfen lassen: Ja oder Nein?
Impfen ist ein Gebot der Fairness!
Impfen ist ein Gebot der Fairness!
Impfen: Ja, Nein oder Jein?

Die Frage, ob man dem eigenen Kind eine Impfung zumuten sollte, ist heißdiskutiert. Doch eine Impfung schützt nicht nur das eigene Kind, appelliert unsere Autorin an alle Gegner.

Masern-Epedemie
Kleinkind an Masern gestorben
Kleinkind an Masern gestorben
Masern-Epedemie

In Berlin ist ein Kleinkind im Alter von einenhalb Jahren an Masern gestorben.

Baby impfen: Wann?
Wann ist es Zeit für das erste Impfen?
Wann ist es Zeit für das erste Impfen?
Impfungen für Babys

Wann ist die richtige Zeit, Babys impfen zu lassen und wie geht man vor?