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Kinderkrankheiten in Schwangerschaft vorbeugen

Kinderkrankheiten in Schwangerschaft vorbeugen
Auch im Mutterleib ist ein Baby anfällig für Krankheiten. © MEV-Verlag, Germany, Photodesign Mueller

Gesunde Kinder: Schwanger Krankheiten vorbeugen

Im Mutterleib glaubt man sein Baby vor allem Übel schützen zu können: Doch während der Schwangerschaft sind die Ungeborenen sogar noch anfälliger für lebenslange Krankheiten. Schwangere können ihren Nachwuchs allerdings schützen. Frauenzimmer.de klärt über Risiken und Methoden zur Vorbeugung auf.

Schizophrenie, Diabetes und Brustkrebs sind keine Erkrankungen, die eine Mutter dem eigenen Kind wünscht. Trotzdem geben Schwangere oft ungeahnt und unbemerkt ihren Kleinen Krankheiten mit auf den Lebensweg. Internationale Forscher untersuchen auf Hochdruck das medizinische Gebiet der sogenannten "perinatalen Prorammierung" - der vorgeburtlichen Prägung durch die Mutter - um Frauen wichtige Tipps für ein gesundes Baby geben zu können.

Bislang nahm man an, die Gesundheit eines Kindes würde durch die Gene und Umweltfaktoren beeinflusst. Längst weiß man in Fachkreisen jedoch, dass die Gesundheit und psychische Verfassung der werdenden Mutter als zusätzlich einwirkender Faktor gewertet werden muss.

Nach aktuellsten Erkenntnissen können folgende Beeinträchtigungen ein ungeborenes oder erst Tage altes Baby schwer krank machen:

Eine einfache Virus-Infektion, z.B. durch Grippe, kann beim Nachwuchs psychische Seelenleiden wie Depression oder gar Schizophrenie auslösen - zumindest lässt diesen Schluss ein Experiment an Mäusen zu. Joram Feldon, ein Neurobiologe von der ETH Zürich hat dazu trächtige Mäuse mit einem Virus infiziert. Die erstaunliche Erkenntnis aus diesem Versuch: Ihr Nachwuchs zeigte Menschen sehr ähnliche Symptome der Schizophrenie!

Eine Infektion in der Schwangerschaft bringt beim Baby den Hirnstoffwechsel derart durcheinander, dass psychische Krankheiten im Laufe der Lebensjahre begünstigt werden. Schwangere sollten sich auf jeden Fall von kranken Personen weit entfernt halten und gut auf ihr Immunsystem achten.

Die Ernährung der werdenden Mutter

Die Ernährung spielt in der Schwangerschaft eine immens wichtige Rolle: Jonathan Seckl von der University of Edinburgh hat dazu 64 Frauen begleitet, die in ihrer Schwangerschaft viel Lakritz gegessen haben. Das Ergebnis: Alle ihrer Kinder sind quengelig, schnell genervt und konzentrieren sich nur schlecht.

Warum? Der Mutterkuchen (die Plazenta) wandelt eigentlich das Stresshormon Cortisol in ein für Babys unschädliches Hormon um – der Lakritz-Bestandteil Glycyrrhizin jedoch verhindert diese Aufgabe. Und weil Babys im Mutterleib noch wachsen und wichtige Funktionen bei ihnen nicht ausgereift sind, sind sie schutzlos den Stresshormonen der Mutter ausgeliefert und werden dadurch geprägt. In der Schwangerschaft gilt generell Vorsicht bei vielen Lebensmitteln, vor allem bei rohem Fleisch und Fisch und nicht ganz durchgekochten Eiern, da hier die Gefahr einer Infektion am größten ist.

Um die Auswirkungen von mütterlichem Stress auf das Ungeborene zu prüfen, hat Jonathan Seckl tragende Ratten untersucht. Er setzte die Nager verschiedenen Stress auslösenden Reizen aus und fand heraus: Ihre Nachkommen reagierten viel sensibler bei Stress - und zwar, weil ihnen im Mutterleib schon deutlich durch die Stresshormone der Mutter signalisiert wurde, dass das Leben nichts als Angst mit sich bringt.

Man darf davon ausgehen, dass dieser Schutzmechanismus vor alltäglichen Gefahren auch bei menschlichen Müttern und Babys wirkt. Werdende Mütter sollten sich also genug Ruhepausen gönnen und bei Stress gezielt durch Sport oder andere Ablenkung dagegen arbeiten.

Schwangerschafts-Diabetes

Kinderkrankheiten in Schwangerschaft vorbeugen
Ein Baby mit Übergewicht hat lebenslange Probleme. © detailblick - Fotolia

Die umgangssprachlich genannte "Zuckerkrankheit" in der Schwangerschaft ist eine Erkrankung, die viele werden Mütter gar nicht erst bemerken - denn ist das Baby erst auf der Welt, reguliert sich der Zuckerhaushalt der Frau wieder ganz von alleine. In der Zeit im Mutterleib wird das Kleine jedoch Monate lang einem stark erhöhtem Zuckerspiegel ausgesetzt - und das Baby wächst heran mit der Information heran, dass viel Zucker ein Normalzustand ist.

Nach der Geburt ist das Kind der Stoffwechsel des Kindes deswegen dauerhaft geschädigt, denn der Zucker, den es im Mutterleib noch bekommen hatte, steht ihm nicht mehr zur Verfügung. Weitere negative Effekte: Diese Babys haben oft Herz-Kreislauf-Erkrankungen, leiden an Übergewicht und bekommen im Laufe der Jahre meistens selbst Diabetes.

Übrigens wird nur jede zehnte Schwangerschafts-Diabetes von Ärzten erkannt - denn den nötigen Glucose-Test übernehmen die Krankenkassen nicht. Deshalb verzichten viele Schwangere auf den wichtigen Test.

Geburtsgewicht des Babys

In Deutschland wiegt ein durchschnittliches Baby 3.500 Gramm bei der Entbindung. Hat das Kind aber Übergewicht, drohen Begleit-Erkrankungen. Karin Michels von der Harvard Medical School in Boston hat herausgefunden: Wiegt ein Neugeborenes mehr als 4 Kilogramm, verdoppelt sich sein Brustkrebs-Risiko - auch kindliche Leukämie, Hodenkrebs und Hirntumore können häufiger vorkommen.

Übergewicht der Mutter

Hat die werdende Mutter mehrere Pfund zu viel zugelegt, oder hatte schon vor der Schwangerschaft Gewichtsprobleme, hat auch dies Einfluss auf die Gesundheit des Babys: Auch sie setzen ihr Neugeborenes einem zu hohen Zuckerspiegel aus, und fördern Diabetes und Übergewicht beim Kind. Ärzte raten deswegen schwangeren Frauen, ein gesundes Gewicht auf gesunde Art und Weise zu erreichen und zu halten.

Kinder können aber nicht nur übergewichtig auf die Welt kommen - ihre Mütter können sie auch zu dicken Babys heranziehen. Gerade, wenn die kleinen in den ersten Wochen nach der Geburt überfüttert werden (wenn auch nur gut gemeint), merken sich ihre heranwachsenden Nervenzellen: Ich brauche viel Nahrung. Der beste Tipp für ein gesundes und normal gewichtiges Kind ist nach wie vor die Muttermilch - davon kann ein Baby niemals genug bekommen und dick macht sie auch nicht.

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