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Kindergarten: Welche Betreuung für Ihr Kind?

Kindergarten: Welche Betreuung für Ihr Kind?
Der richtige Kindergarten beeinflusst die Entwicklung Ihres Kindes. Darum ist die Wahl entscheidend. © dpa, Oliver Berg

Kindergarten-Modelle für Drei- bis Sechsjährige

Die Wahl des richtigen Kindergartens ist wichtig für die Entwicklung Ihres Kindes. Aber welches Kindergarten-Modell für drei- bis sechsjährige Kinder ist das richtige für Ihr Kind? Lesen Sie, nach welchen Kriterien Sie die richtige Kinderbetreuung aussuchen und welche Kindergarten-Modelle es gibt.

Öffentlicher Kindergarten: Fast jede Gemeinde oder Stadt hat einen Kindergarten. Dort werden Kinder vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zur Einschulung betreut. Bei diesen öffentlichen Kindergärten begegnen sich Kinder aller sozialen und kulturellen Gruppen. Dadurch erlernen Kinder soziale Fähigkeiten. Einen Lehrplan verfolgen die öffentlichen Kindergärten nicht. Sie greifen Erlebnisse und Fragen der Kinder auf. Auch Jahreszeiten, Ausflüge, gemeinsames Singen und Turnen nutzen die Erzieherinnen, um die Kinder zu fördern.

Der Beitrag für öffentliche Kindergärten ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Die Stadt oder die Gemeinde kommen aber für einen Teil der Gebühren auf, so dass Eltern nicht den vollen Beitrag zahlen. Ganztagsbetreuung ist möglich - kommunale Kindergärten haben teilweise auch flexible Öffnungszeiten.

Waldkindergarten: Kinder sind tagtäglich draußen

Waldkindergarten: Wenn Ihr Kind sehr gern in der freien Natur ist, oder Sie Wert darauf legen, dass Ihr Kind viel an der frischen Luft ist, dann ist ein Waldkindergarten genau richtig. Kinder, die in einen Waldkindergarten gehen, sind seltener krank, weil sie abgehärtet sind. Natürlich müssen Sie Ihr Kind jederzeit wetterfest anziehen, sprich Gummistiefel und Regenjacke sind unbedingt Pflicht. Dann können die Kleinen ungehindert durchs Unterholz toben.

Das hilft Kindern aber nicht nur, sich richtig zu bewegen. Gerade Sinneswahrnehmungen wie Hören oder Fühlen werden trainiert. Auch das Balancieren über umgekippte Baumstämme oder über Felsen trainiert den Gleichgewichtssinn. Finanziert wird der Platz in einem Waldkindergarten zum Teil aus Spenden und dem Geld verschiedener Fördervereine sowie dem Elternbeitrag. Oftmals sind diese Vereine und Träger auf die Mitarbeit der Eltern angewiesen.

Kindergarten-Modelle für Drei- bis Sechsjährige

Waldorf-Kindergarten: Kreative Entwicklung

Waldorf-Kindergarten: Ebenso wie in den Waldorfschulen geht es in den Kindergärten um die kreative Entfaltung der Kinder. Die Kindergärten sind teilweise an Waldorfschulen angegliedert.

Waldorf-Kindergärten sind dadurch geprägt, dass sie einen festen Rhythmus im Tagesablauf haben. Außerdem orientieren sich die Erzieher nicht an einem festen Konzept.

Waldorf-Kindergärten sind meist eingetragene Vereine, in denen die Eltern Mitglieder sind. Die Kindergärten erhalten von den Kommunen aber Geld und andere Leistungen. Eltern zahlen hier meist einen höheren Beitrag als bei städtischen oder kirchlichen Einrichtungen.

Ganztagsbetreuung im Kinderladen möglich

Kinderladen: Ein Kinderladen ist ein selbstverwalteter Kindergarten, der beispielsweise von einer Elterninitiative getragen wird. Ihren Boom hatten Kinderläden in den Sechziger Jahren, weil damals eine antiautoritäre Erziehung als "modern" galt. Heute ist das in dem Maße nicht mehr der Fall. Kinder werden hier in kleinen Gruppen betreut, dagegen steht eine wesentlich höhere Zahl an Erzieherinnen.

Kinderläden sind dadurch geprägt, dass Eltern sich sehr stark einbringen. Das bedeutet auch, dass Eltern das Kochen oder Putzen übernehmen. Auch hier sind die Kosten einkommensabhängig und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Für einen Ganztangsplatz können aber monatliche Kosten zwischen 48 und 300 Euro anfallen.

Kindergarten-Modelle für Drei- bis Sechsjährige

Kindergarten: Welche Betreuung für Ihr Kind?
n Montessori-Kindergärten sollen sich Kinder frei entwickeln und ihre Persönlichkeit schaffen können © dpa, Patrick Pleul

Montessori: Kinder lernen Hilfsbereitschaft

Montessori:ja In Montessori-Kindergärten sollen sich Kinder frei entwickeln und ihre Persönlichkeit schaffen können. Die Erzieherinnen sollen durch Beobachtung herausfinden, welche Vorlieben die Kinder haben. Diese werden dann gezielt gefördert.

Die Kinder erlernen aber auch soziale Kompetenzen wie Hilfsbereitschaft oder Toleranz. Ist ein Kind beispielsweise körperlich benachteiligt, hilft ein anderes Kind ihm beispielsweise dabei, den Tee einzugießen.

Die Kinder lernen dann auch schon, ihr benutztes Geschirr abzuwaschen und ihren Essplatz für den nächsten sauber zu hinterlassen. Solche Kindergärten sind ebenfalls in Vereinen organisiert und werden von Städten und Gemeinden finanziell unterstützt. Eltern zahlen einen entsprechenden Beitrag.

Kirchlicher Kindergarten mit religiösen Ritualen

Kirchlicher Kindergarten: In einem kirchlichen Kindergarten werden die Kinder vor dem Hintergrund des christlichen Glaubens erzogen. Im Vordergrund stehen die täglichen religiösen Rituale, zum Beispiel das Beten vorm Essen, sowie die Regeln und Grundsätze der kirchlichen Weltanschauung.

Der Kindergartenplatz in einer kirchlichen Einrichtung wird teilweise vom Staat bezahlt. Auch die Kirche selbst übernimmt einen gewissen Prozentsatz der Kosten. Die Eltern tragen den restlichen Beitrag.

Auch katholisch getaufte Kinder werden in evangelisch geführten Kindergärten aufgenommen - und umgekehrt. Die Zugehörigkeit zu einer Kirche ist keine Voraussetzung für die Aufnahme des Kindes.

Kindergarten-Modelle für Drei- bis Sechsjährige

Betriebskindergarten: Früher Wiedereinstieg

Betriebskindergarten: Betriebskindergärten werden meist von großen Unternehmen gegründet. Träger dieser Einrichtung ist das Unternehmen, das auch das Personal, die Öffnungszeiten und das pädagogische Konzept managt.

Meistens richtet sich die Betreuungszeit aber tatsächlich nach der Arbeitszeit der Eltern. Der Vorteil bei diesen Betriebskindergärten ist, dass sie einen frühen Wiedereinstieg der Mütter ins Berufsleben ermöglichen, da sie auch schon Kleinkinder aufnehmen.

Lange Öffnungszeiten bei privaten Kindergärten

Privater Kindergarten: Private Kindergärten arbeiten wie ein Unternehmen. Eltern bringen ihre Kinder in die Einrichtung und zahlen entsprechend der Leistungen. Allerdings werden diese privaten Kindergärten staatlich nicht gefördert. Das bedeutet, dass Eltern den vollen Elternbeitrag für den Betreuungsplatz zahlen müssen. Dafür sind die Öffnungszeiten aber auch länger - optimal für Eltern, die keine geregelten Arbeitszeiten haben. Diese privaten Kindergärten bieten auch eine zweisprachige Betreuung an.

Tagesmutter: Der Vorteil einer Tagesmutter als Betreuungsmodell ist, dass die Kindergruppen klein sind. Somit kann sich die Tagesmutter mit jedem Kind intensiv beschäftigen. Die Tagesmutter kocht in den meisten Fällen auch für die zu betreuenden Kinder. Eltern zahlen für die Betreuung der Kinder meistens einen Stundensatz. Da Tagesmütter auch längere tägliche Betreuungszeiten haben, sind auch späte berufliche Termine kein Problem.

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