Kinderfotos im Internet: So schützen Sie Ihr Kind!

Fotos im Internet: Unachtsamkeit oder Zurschaustellen?

Wer kennt das nicht: Schnell ein Schnappschuss des Kindes bei Facebook reingestellt, damit auch Oma, Tante und Freunde etwas davon haben. Bei den meisten Eltern steckt keine böse Absicht dahinter, schließlich sind sie stolz und freuen sich über ihren Nachwuchs - und sie wollen möglichst viele Menschen an ihrer Freude teilhaben lassen. Was sie dabei nicht bedenken: Ist so ein Bild einmal im Netz, bleibt es dort auch erst einmal - komplett löschen lässt sich heutzutage fast nichts mehr. Und so können Fotos auch in falsche Hände geraten.

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Kinderfotos im Internet - schützen Sie Ihr Kind!
Viele Eltern stellen unüberlegt Bilder ihrer Kinder ins Internet - teilweise mit fatalen Folgen. © famveldman - Fotolia

Davor warnte jetzt auch die Polizei NRW Hagen und erreichte bei Facebook viele Millionen Menschen. Die Aussage sollte eigentlich allen Eltern einleuchten: Die Bilder eurer Kinder haben nichts in sozialen Netzwerken verloren.

Es sei dahin gestellt, ob Eltern Bilder ihrer Kinder aus Unachtsamkeit ins Netz stellen, oder ob es sich um unverantwortliches Zurschaustellen handelt - so oder so verletzen sie damit das Persönlichkeitsrecht ihrer Kinder. "Viele Eltern haben keine Bedenken, Kinderbilder zu veröffentlichen. Sie können oder wollen nicht prüfen, ob eine Entscheidung oder Handlung auch im ureigenen Interesse des Kindes ist", so Stefan Freise, Gründer der Initiative 'Keine Kinderfotos im Social Web'.

Juristisch gilt: Auch kleine Kinder haben das Recht am eigenen Bild. Eltern nehmen es lediglich für sie wahr, bis sie volljährig sind. Und mit diesem Recht sollten sie verantwortungsvoll umgehen. Denn Fotos können viel anrichten. So gab es bereits zahlreiche Fälle, in denen Schulkinder mit Hilfe von Fotos gemobbt wurden. Im schlimmsten Fall landen die Kinderfotos in den Händen von Pädophilen, die häufig legale Quellen im Internet benutzen - darunter auch soziale Netzwerke.

Besondere Aufmerksamkeit ist auch geboten, wenn Kinder schon selbst im Netz unterwegs sind und ein eigenes Profil, beispielsweise bei Facebook, haben. Hier müssen Eltern unbedingt ein Auge darauf haben, was das Kind dort unternimmt, denn es wird sich in der Regel der Tragweite seines Handels nicht bewusst sein. Deshalb ist es wichtig, dem Kind den richtigen Umgang mit dem Internet nahe zu bringen.

So schützen Sie Ihr Kind im Netz:

1. Stellen Sie keine Fotos Ihres Kindes in sozialen Netzwerken ein - schon gar keine, auf denen ihr Kind nackt oder wenig bekleidet ist

2. Teilen Sie anderen Personen (Verwandten und Freunden) mit, dass Sie keine Fotos Ihrer Kinder im Netz dulden

3. Stellen Sie in allen Einrichtungen, die Ihr Kind besucht (Schule, Kita, Vereine), klar, dass Sie die Veröffentlichung von Bildern Ihrer Kinder im Web nicht dulden

4. Wenn Ihr Kind schon selbst im Internet aktiv ist: Nehmen Sie selbst die Profil-Einstellungen in sozialen Netzwerken vor und machen Sie alle Einträge 'nur für Freunde' sichtbar

5. Überprüfen Sie, dass Ihr Kind dort keine privaten Daten angibt - etwa seinen vollständigen Namen, die Adresse oder Telefonnummern. Ihr Kind sollte so anonym wie möglich bleiben.