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Kindererziehung: So ähnlich sind wir unseren Eltern

Gleiche Gene = gleiche Kindererziehung?
Gleiche Gene = gleiche Kindererziehung? Wie ähnlich sind Sie Ihren Eltern? 00:03:36
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Bei der Kindererziehung kommen irgendwann die Aha-Erlebnisse

"Wenn ich mal Kinder habe, mache ich alles anders!" Diesen Satz hört man häufig, wenn jüngere Menschen über ihre Eltern reden und an die spätere Erziehung ihrer eigenen Kinder denken. Aber unterscheidet man sich dann auch wirklich so sehr von seinen Eltern und deren Erziehungsstil?

Kindererziehung: So ähnlich sind wir unseren Eltern
Was die Eltern vorgelebt haben, beeinflusst die eigene Kindererziehung. © Deklofenak - Fotolia

Peggy ist 34 und Mutter von zwei Jungen. Und bevor ihre Söhne zur Welt kamen, war sie sicher: Ich werde einmal eine coole Mama. "Ich wollte meinen Kindern keine Vorschriften machen“, so Peggy. Und auch ihre Mutter Angelika erinnert sich: "Ich wollte es mit dir auch ganz anders machen.“

Ist man selbst aber erst einmal Mutter, dann beeinflusst einen das, was die Eltern vorgelebt haben, aber doch mehr, als man denkt. Psychologin Elisabeth Raffauf weiß, warum wir uns in Sachen Kinder-Erziehung so vehement von unseren Eltern abgrenzen wollen: "Wir wollen ja unseren eigenen Weg gehen und nicht den Weg der Eltern fortsetzen. Wir möchten etwas Eigenes schaffen, etwas, das uns unverwechselbar macht. Im Laufe der Erziehung wird man dann aber ganz oft daran erinnert, wie das bei einem selbst war. Und so kommen die Aha-Erlebnisse, und man versteht langsam warum die Eltern so gehandelt haben.“

Mutter und Tochter haben ähnliche Erziehungsansichten

So ist es auch bei Peggy und Angelika. Heute, wo beide Mutter sind, sehen sie erst, wie ähnlich sie sich doch geworden sind: "Mein Aussehen habe ich dir vererbt, und auch meine restlichen Gene. Du denkst und fühlst oft wie ich", bemerkt Angelika. Und auch beim Thema Erziehung unterscheiden sich die zwei kaum voneinander: "Als ich dann selber Mutter war, habe ich erst gemerkt, was das für eine Aufgabe ist. Man muss aber immer ein Zwischending finden. Also ab und zu mal den kleinen Finger reichen und auch mal 'ja' sagen.“

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