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Kinder-Sonnensprays im Zwielicht: Entwicklungsstörungen und Krebs

Sonnenschutz-Sprays für Kinder gefährlich

Sonnensprays für Kinder sind aus mehreren Gründen in Verdacht geraten, schädlich zu sein. Einige Inhaltsstoffe können demnach für Entwicklungsstörungen bei Kindern verantwortlich sein, da sie sich im Körper wie Hormone verhalten. Das berichtet die US-Verbraucherschutz-Organisation Environmental Working Group (EWG).

Sonnenschutz-Sprays für Kinder gefährlich
Sonnensprays für Kinder geraten unter bösem Verdacht: Entwicklungsstörungen und Krebs sind möglich. © picture alliance / Golden Pixels, Golden Pixels LLC

Im Verdacht, mehr zu schaden als zu nützen, stehen besonders diese drei Substanzen: Oxybenzon, das meist als „Benzophenon-3“ in der Zutatenliste steht, weil es hormonell gefährlich werden kann, Retinylpalmitat, weil es die Entstehung von Haut-Tumoren fördern kann und 4-Methylbenzylidene Camphor, dem im Tierversuch negative hormonartige Wirkungen und Schilddrüsen-Effekte nachgewiesen werden konnten. Alle drei Substanzen können die ohnehin empfindliche Kinderhaut noch empfindlicher machen und sogar Allergien auslösen.

Außer bei letzterer Substanz sind die Forschungsergebnisse noch nicht eindeutig. Deshalb lohnt es sich auch, bei Produkten mit guten Test-Noten auf die Inhaltsstoffe zu schauen.

Hohes Krebsrisiko WEGEN Schutzfaktor 50+!

Neben den Risiken bei diesen „organischen“ Sonnenschutz-Zutaten gibt es außerdem bei anorganischen Bestandteilen Bedenken: Die Stoffe Titandioxid und Zinkoxid geraten jetzt zunehmend ins Visier der Krebsforscher.

Im Spray dringen die schädlichen Substanzen nicht nur über die Haut in den Körper ein, sondern zusätzlich auch über die Lungen. Problematisch sind die Sonnensprays aber auch, weil sie Eltern dazu verleiten können, Kinder zu schwach einzucremen. Aber auch das Gegenteil ist ungesund: Nur die unbekleidete Haut sollte eingecremt werden, raten Experten. Ist der ganze Körper eingecremt, wird das Schwitzen unterbunden. Kinder können so unter Hitzestau leiden.

Kritisiert werden aber auch Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor: Sie täuschen einen idealen Sonnenschutz vor. Tatsächlich schützen sie oft nur vor Sonnenbrand, der von UV-B-Strahlen ausgelöst wird. Drei von fünf Sonnenschutzmitteln haben in einem Test in Sachen UV-A-Schutz versagt. Und es sind die UV-A-Strahlen, die Hautkrebs auslösen. Und wer dann seine Kinder im Glauben, mit Schutzfaktor 50+ könne man nichts falsch machen, stundenlang in der Sonne braten lässt, setzt sie einem hohen Krebsrisiko aus.

Weiterer Kritikpunkt an hohen Schutzfaktoren: UV-B-Strahlen regen die Haut an, Vitamin D zu bilden. Werden sie komplett abgeblockt, kann es tatsächlich mitten im Sommer zu einer Unterversorgung kommen.

Was also tun? Für die Kleinsten gilt: Gar nicht erst in die Sonne setzen! Erst ab zwei Jahren sollten Kinder vorsichtig an Sommersonne gewöhnt werden. Ältere Kinder sollten Sonnenschutz durch Kleidung und Hut bekommen. Für die Sonne gilt: weniger ist mehr! Die Mittagsstunden zwischen 11 und 15 Uhr sollten auf jeden Fall für Sonnenbäder tabu sein.

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