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Kinder-Medien-Studie 2017: Trotz Digitalisierung lesen Kinder lieber Bücher!

Kinder spielen doch am liebsten offline
Kinder spielen doch am liebsten offline Bücher sind immer noch beliebt 00:01:02
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72 Prozent aller Kinder in Deutschland lesen von Papier

Sechs Verlage haben erstmals untersucht, welche Medien die 7,17 Millionen Kinder zwischen vier und 13 Jahren in Deutschland nutzen. Das Ergebnis überrascht: Fast drei Viertel der Kinder lesen am liebsten noch das gedruckte Wort auf Papier.

Trotz der fortschreitenden Digitalisierung.

YouTube und Apps im Grundschulalter völlig irrelevant

Für die Studie wurden knapp 1.700 Interviews mit Kindern und fast 400 mit Eltern geführt. Ergebnis: 61 Prozent der Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren schauen mehrmals pro Woche in Bücher. 55 Prozent lesen Kinderzeitschriften und Comics. Damit liegt das klassische Lesen gleichauf mit Freizeitbeschäftigungen wie Internet und Apps nutzen (62 %). Und sogar deutlich vor digitalen Unterhaltungsformen wie YouTube (34 %), Spielekonsolen (28 %) oder DVDs und Blu-Rays (15 %).

Im Vorschulalter (vier und fünf Jahre) spielen Internet/Apps (4 %) und YouTube (9 %) praktisch noch keine Rolle. Neben Fernsehen (93 %) und Radio (41 %) sind es auch hier vor allem Printmedien wie Bücher (68 %), Kinderzeitschriften und Comics (44 %), mit denen sich der ganz junge Nachwuchs mehrheitlich auseinandersetzt. Auffällig: Trotz der Konkurrenz durch neue Medien ist „Bücher und Zeitschriften lesen und anschauen“ der Studie zufolge vom Vorschüler bis zum 13-jährigen Jugendlichen bei den Freizeitbeschäftigungen signifikant beliebter als „Digitale Spiele spielen“, „Chatten/Telefonieren“ oder „Filme ansehen“.

Eltern fördern Lesen von Papier mehr

Die Zuwendung zu gedrucktem Lesestoff wird von den Eltern positiv gesehen und gefördert. Im Vergleich zu anderen Medien wie Fernsehen, Internet oder Radio bewerten mehr Eltern Kindermagazine generell als „sinnvolle“ Beschäftigung. Eine große Mehrheit der Eltern ist überzeugt, dass beim Lesen der Zeitschriften der Nachwuchs noch etwas lernen und Inhalte in seinem Tempo aufnehmen kann. Außerdem würde die Kreativität der Kinder angeregt und sie würden motiviert, selbst aktiv zu werden. Den anderen Medien schreiben deutlich weniger Eltern solche positiven Bewertungen zu.

Digitalisierung mach trotzdem keinen Halt

Moderne Technik ist dennoch Teil des Kinderlebens geworden. 37 Prozent der Sechs- bis Neunjährigen besitzen bereits ein eigenes Smartphone oder Handy. Bei den Zehn- bis 13-Jährigen haben 84 Prozent ihr eigenes mobiles Endgerät.

Unabhängig vom eigenen Handy verschicken die meisten Zehn- bis 13-Jährigen SMS (61 %) oder WhatsApp-Nachrichten (68 %), wobei die Nutzung dieser Kommunikationskanäle mit zunehmendem Alter steigt.

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