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KiGGS-Studie: Deutschlands Kindern geht es immer besser

KiGGS-Studie: Deutschlands Kindern geht es immer besser
Laut der Langzeitstudie KiGGS ging es deutschen Kindern gesundheitlich noch nie so gut wie jetzt. © picture alliance / ZB, Patrick Pleul

Deutsche Kindergesundheit auf einem Hoch

Kinder und Jugendliche in Deutschland sind statistisch gesehen so gesund wie nie zuvor. Das geht aus der Kinder- und Jugendgesundheitsstudie (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts hervor. Es gibt allerdings bedenkliche Unterschiede bei der Gesundheit von Kindern aus verschiedenen sozialen Schichten.

Die Ergebnisse, die aus Erhebungen aus dem Zeitraum 2009-2012 stammen, sind überwiegend positiv: Deutsche Kinder und Jugendliche treiben Sport, rauchen und trinken weniger und gehen regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen. An der Erhebung beteiligten sich 12.000 Kinder und Jugendliche bis zu 17 Jahren sowie deren Eltern. Die Basisbefragung fand zwischen 2003 und 2006 statt, nun wurden Angaben aus 2009 bis 2012 ausgewertet. Die nächste Auswertung soll im September des laufenden Jahres beginnen.

Die größte Gefahrenquelle für Kinder und Jugendliche sind laut der Studie Unfälle – die meisten (43,8 Prozent) davon passieren immer noch zu Hause oder im privaten Umfeld, der Rest etwa beim Sport und im Straßenverkehr. 17 Prozent der Jungen und 14 Prozent der Mädchen müssen sich im Schnitt innerhalb eines Jahres wegen eines Unfalls in ärztliche Behandlung begeben, jedes achte Kind muss aus dem gleichen Grund mindestens eine Nacht im Krankenhaus bleiben. Unfälle sind insgesamt für Kinder, die älter als ein Jahr sind, die häufigste Todesursache. Allein im Jahr 2012 starben laut der Studie 180 Mädchen und 390 Jungen an den Folgen eines Unfalls.

KiGGS-Studie: Weniger Alkohol und Zigaretten in Kinderhänden

Vielen Meldungen um jugendliche „Komasäufer“ zum Trotz: Deutsche Jugendliche konsumieren immer weniger Alkohol. Während sechs Jahre vor der Studie noch 62,8 Prozent der Jugendlichen angaben, Alkohol getrunken zu haben, sind es in der neuesten Auswertung 54,4 Prozent. Noch stärker ist die Zahl der jungen Raucher gefallen: Seit der letzten Befragung hat sich die Quote fast halbiert (20,4 Prozent zu 12 Prozent).

Mehr als drei Viertel der 3- bis 17-Jährigen treiben regelmäßig Sport, knapp 60 Prozent sogar in einem Sportverein. Kein Wunder, dass 94 Prozent der Eltern den Gesundheitszustand ihrer Kinder für gut oder sehr gut halten.

Bedenklich sind allerdings soziale Unterschiede bei der Gesundheit von Kindern: „Erhöhte Risiken tragen vor allem Kinder aus Familien mit niedrigem sozioökonomischen Status“, sagt RKI-Präsident Reinhard Burger. Kinder und Jugendliche aus ärmeren Familien haben demnach mehr Unfälle, neigen eher zum Rauchen und machen weniger Sport. Trotz der insgesamt guten Gesundheitssituation und Versorgung der Kinder ist auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe besorgt: „[Die Daten] zeigen aber auch, dass noch immer nicht alle Kinder von klein auf ausreichend gefördert werden“.

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