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Keuchhusten: Frühchen Jonas stirbt, weil er sich ansteckte

So wichtig ist die Impfung gegen Keuchhusten
So wichtig ist die Impfung gegen Keuchhusten Nach dem Tod des kleinen Jonas 00:02:19
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Keuchhusten: Jonas hatte einen Impftermin - doch es war zu spät

Der kleine Jonas ist am 3. Mai mit 1150 Gramm auf die Welt gekommen. Er war ein bisschen zu früh da - doch er musste viel zu früh wieder gehen, denn der Säugling steckte sich mit Keuchhusten an.

Jonas hatte bereits einen Impftermin zur Sechsfach-Impfung, wie üblich zwei Monate nach der Geburt. In dieser Impfung, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen wird, ist unter anderem der Schutz vor Keuchhusten enthalten. Doch für den kleinen Jonas kam die wichtige Schutzimpfung schon zu spät. Jonas hatte sich bereits mit Keuchhusten angesteckt.

Die Mutter Petra L. erzählt, dass Jonas sechs Wochen alt war und anfing zu niesen. Doch das nur zwei Mal am Tag. “Es waren leichte Anzeichen eines Mini-Schnupfens.“ Der Kinderarzt diagnostizierte lediglich eine kleine Erkältung. Doch ein paar Tage später wurden die Beschwerden des Kindes deutlich schlimmer. “Jonas hat sich übergeben und stark gehustet. Wir sind sofort ins Krankenhaus gefahren“, erklärt Petra L. der ‘Bild am Sonntag‘.

Der Arzt stellte Keuchhusten fest. Die Antibiotikatherapie, die der Kleine daraufhin sofort bekam, schien zunächst anzuschlagen. „Es ging ihm besser. Er kam wieder ohne Atemhilfe aus.“ Doch das änderte sich bald. Die typischen Keuchhustensymptome traten auf und es wurde immer schlimmer. Jonas musste wieder beatmet werden. Doch der Sauerstoffmangel wurde zu gefährlich, sodass das Baby ins künstliche Koma versetzt werden musste. Zusätzlich wurde das Blut des Kleinen ausgetauscht.

Nachdem all diese Maßnahmen nicht mehr anschlugen, wurde Jonas mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. Doch er schaffte es nicht. Seine Organe versagten. Die Eltern mussten sich verabschieden. Als die Herz-Lungen-Maschine abgeschaltet wurde hielten sie ihn fest. “Sein Herz wurde immer langsamer“, erinnert sich die traurige Mutter.

Damit Jonas‘ “früher Tod nicht völlig sinnlos war“ bittet seine Mutter sorgsam mit dem Impfschutz umzugehen. Sie schreibt auf Facebook: “Da Keuchhusten über Tröpfchen übertragen wird, kann sich Jonas überall angesteckt haben. Deshalb ist es wichtig, dass man sich dagegen impft. Es ist eine wirklich schlimme Krankheit.“ Wenn sich jeder gegen Keuchhusten impfen würde, wie es die Ständigen Impfkommission (STIKO) empfiehlt, hätte Jonas nicht sterben müssen.

Die Mutter will mit ihrer Botschaft aufklären – mit Erfolg. Ihr Facebook-Post ist bereits über 31.000 Mal geteilt worden. “Wir freuen uns über die große Anteilnahme“, sagt Petra L. gerührt im Interview.

Keuchhusten - DAS sollten Sie über die Krankheit wissen

Keuchhusten ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Die Ansteckungsgefahr ist groß, da sich eine Übertragung der Krankheit durch Tröpfchen über die Luft vollzieht.

Im Anfangsstadium ist lediglich ein erkältungsartiger Husten festzustellen, der sich zu anfallartigen Hustenattacken steigert. Ein typisches Symptom ist das Zunge-raus-strecken beim Husten. Säuglinge können dabei sogar blau anlaufen.

Die Erkrankung kann allerdings unterschiedlich verlaufen. Neugeborene sind dabei immer besonders gefährdet. Denn bei ihnen bilden sich die Symptome besonders stark aus. Daher ist die Schutzimpfung gegen Keuchhusten bei Babys sehr wichtig.

Bei Schulbeginn sind 95,6 Prozent der Kinder gegen die Infektionskrankheit geimpft. Erwachsene sind es allerdings nur zu 7,6 Prozent. Eine Auffrischung der Keuchhustenimpfung ist daher äußerst wichtig. Denn der Verdacht liegt nah, dass es Erwachsene sind, die die Säuglinge anstecken.

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