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Keuchhusten: Das müssen Sie über die Kinderkrankheit wissen

Keuchhusten schnell erklärt
Keuchhusten schnell erklärt Bakterien-Invasion in den Bronchien 00:00:11
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Keuchhusten: 5 bis 50 Anfälle in 24 Stunden

Keuchhusten (auch Pertussis genannt) ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten bei Kindern, auch wenn sie inzwischen nicht mehr als klassische Kinderkrankheit gilt. Jugendliche und Erwachsene sind zunehmend betroffen.

Keuchhusten
Keuchhusten ist ein Belastung für die ganze Familie: Bis zu 50 Hustenanfälle kann das Kind haben. © deutsche presse agentur

Beim Keuchhusten gibt es drei Phasen: In der Erkältungsphase kommt es ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung zu untypischen Krankheitszeichen, die eher nach einer Erkältung aussehen: Schnupfen, leichter Husten, Heiserkeit. Eventuell kommen noch leichtes Fieber oder gerötete Bindehäute hinzu. Achtung: Der Kranke ist schon jetzt hochansteckend!

In der Anfallphase während der anschließenden vier bis sechs Wochen kommt es zum typischen 'Keuchhusten'. Die Kinder leiden unter krampfartigen Hustenanfällen bis zur Atemnot. Der minutenlange, stakkatoartige Husten mit herausgestreckter Zunge endet mit einem juchzenden Geräusch beim Einatmen. Die Hustenanfälle - ca. 5 bis 50 innerhalb 24 Stunden – treten häufiger nachts auf. Körperliche oder psychische Anstrengung können die Hustenattacken auslösen. Oft folgt auf einen Hustenanfall Erbrechen, Fieber hingegen ist eher selten.

Die Erholungsphase kann noch mal sechs bis zehn Wochen dauern. Jetzt nehmen die Hustenattacken ab, aber kalte Luft, Zigarettenrauch oder körperliche Anstrengung können noch monatelang Hustenanfälle auslösen. Babys haben keine spezifischen Beschwerden. Hier stehen Atemaussetzer im Fokus. Säuglinge mit Keuchhusten müssen daher sofort im Krankenhaus behandelt werden.

Wie lang ist Keuchhusten ansteckend?

Der Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit beträgt ca. 7 bis 20 Tage. Der Patient selbst ist ab Ende der Inkubationszeit 5 bis 6 Wochen ansteckend. Die Gefahr ist in den ersten Wochen nach Hustenbeginn am höchsten. Unter Antibiotika verkürzt sich die Ansteckungsgefahr auf fünf Tage nach Therapiebeginn.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wenn Ihr Kind länger als eine Woche hustet, unbedingt zum Arzt gehen. Bei Babys empfiehlt es sich bei den ersten Erkältungsanzeichen den Arzt aufzusuchen.

Wie wird Keuchhusten therapiert?

Eine frühzeitige Antibiotika-Kur verkürzt die Ansteckungsfähigkeit auf fünf Tage und mildert den Verlauf etwas ab. Der Ausbruch von Keuchhusten kann aber nicht verhindert werden. Kinder mit Keuchhusten sollten viel trinken und bevorzugt flüssig-breiige Nahrung essen. Auf Toben und Sport verzichten, denn das löst Hustenanfälle aus. Inhalieren mit Meersalz sowie warme Brustwickel mit Zitronensaft mildern die Beschwerden.

Bin ich danach gegen Keuchhusten immun?

Nein. Menschen können sich mehrmals in ihrem Leben mit Keuchhusten infizieren. Eine Immunität durch Impfung oder Erkrankung hält nur etwa 10 Jahre.

Wie kann ich mich gegen Keuchhusten schützen?

Nur durch Impfen: Die ständige Impfkommission empfiehlt eine erste Impfung im 2. Monat, zwei weitere im 3. und 4. Monat. Außerdem sollte die Impfung zwischen dem 11. und 14. Monat aufgefrischt werden. Nach dieser Grundimmunisierung sollte es eine Auffrischung im Alter zwischen 5 und 6 Jahren geben, sowie dann noch einmal zwischen dem 9. und 17. Lebensjahr.

Vor der Geburt eines Kindes empfiehlt die Impfkommission den Impfschutz im familiären Umfeld zu überprüfen. Der Impfschutz hält etwa 12 Jahre, dann sollte auch aufgefrischt werden.

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