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Kenizé Mourad entführt in 'Die Stadt aus Gold und Silber'

Kenizé Mourad: 'Die Stadt aus Gold und Silber'
Kenizé Mourad: 'Die Stadt aus Gold und Silber' © Blanvalet

Leseinfo zu 'Die Stadt aus Gold und Silber'

Eine Stadt aus Gold und Silber - was der Titel verspricht, hält das Buch. Die Autorin Kenizé Mourad schafft es durch ihre schillernden, bunten und oft eindringlichen Beschreibungen genau, dieses Bild des Orients in den Köpfen ihrer Leser auferstehen zu lassen. Sie spinnt eine berührende Liebesgeschichte zwischen einer ungewöhnlich starken Frau und einem Heerführer und zeigt im Gegenzug dazu strategisches Kriegsdenken, Kampfgetümmel, Proteste und unbändigen Zorn. Diese Mischung vermag es, den Leser von der ersten Minute in den Bann zu ziehen.

Über 'Die Stadt aus Gold und Silber

Der Roman spielt in Indien im Jahr 1856. Angelehnt an historische Ereignisse erzählt Kenizé Mourad, wie das indische Königreich Awadh - die Stadt aus Gold und Silber - von britischen Soldaten besetzt wird. Doch die Bevölkerung begehrt auf, allen voran die vierte Frau des Königs von Awadh, die schöne und starke Hazrat Mahal. Sie will sich nicht gefallen lassen, dass ihr geliebter König so einfach seinen Platz im Palast räumen soll. Denn er war es, der aus ihr, dem einstigen Waisenkind, eine angesehene Königin gemacht hat. An der Seite der jungen Frau kämpft bald der Heerführer Jai Lal und zwischen den beiden, wie sollte es anders sein, entwickelt sich eine wilde wie zarte Liebe.

Durch die schillernde und farbenprächtige Sprache fühlt man sich als Leser oft an die Schauplätze versetzt, regelrecht in sie hineingezogen. Winzige Details sind es, die diesen Eindruck noch verstärken. Dennoch ist die Geschichte streckenweise etwas langatmig. Hinzu kommt, dass die ein oder andere Fußnote aus dem Lesefluss herausreißt. Doch schnell schafft die Autorin es, den Leser wieder einzufangen und auf ihrer Reise mitzunehmen.

Über die Autorin Kenizé Mourad

Kenizé Mourad wurde 1940 in Paris als echte Prinzessin geboren. In Paris lebt und arbeitet sie auch heute noch. Ihr Vater war der indische Radscha von Badalpur und Ihre Mutter die letzte türkische Sultanin, von der sie kurz nach der Geburt getrennt wurde. Später studierte sie an der Sorbonne Psychologie und Soziologie. 1987 brachte die Schriftstellerin ihren erstes Buch heraus, 'Im Namen der toten Prinzessin'. Der Roman, in dem sie die Geschichte ihrer Mutter erzählt, wurde zum Weltbestseller und verhalf ihr zum Durchbruch.

(Text: Pia Ohligschlaeger)

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