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Kelly Clarkson über ihre Schwangerschaft: 'Mama-Glow'? Fehlanzeige!

Vom Mama-Glow hat Kelly Clarkson nichts gespürt. Sie hat während der Schwangerschaft gekämpft.
Für Kelly Clarkson waren ihre Schwangerschaften alles andere als ein Spaziergang.

Von wegen sooo schön schwanger

Es heißt doch immer, Schwangere hätten diesen ganz besonderen Glanz im Gesicht. Sie würden von innen strahlen und den ganzen grauen Alltag damit übertönen. "Von wegen", sagt Sängerin Kelly Clarkson. Schwanger sein sei alles andere als "magic“.

Von Merle Wuttke

Die US-Sängerin hat die Nase vom Schwangersein jedenfalls so voll, dass sie ihren Mann noch während ihrer zweiten Schwangerschaft zum Arzt schickte, um einen Termin für eine Vasektomie zu machen – damit ihr in Zukunft bloß keine weiteren neun Monate mit Bauch bevor stünden... Zugegeben, dass ist ein schon ein ziemlich harter Schnitt – im wahrsten Sinne – aber wo sie recht hat, hat sie recht: Nicht jede Schwangerschaft gleicht einem Spazierganz durch den Märchenwald, bei dem wir werdenden Mütter automatisch mit Schneewittchenteint und Rapunzel-Haar ausgestattet werden.

Im Gegenteil. In den ersten drei Monaten ist einem entweder übel oder man ist permanent müde. Und zwar so müde, dass man sich driekt für eine Rolle bei 'The Walkind Dead' bewerben könnten – ohne Maske. Noch schlimmer: Die Kombination aus beidem. Also übel UND müde. Führt dazu, dass man sich nicht nur älter fühlt als man ist, sondern auch so aussieht – nix da Mama-Glow. Hat man das erste Vierteljahr dann einigermaßen überstanden und ist in der Lage endlich mehr bei sich zu behalten, als eine Handvoll Gummibärchen am Morgen, folgt der zweite Teil der Prüfung, die sich Schwangerschaft nennt: Auch bekannt unter dem Titel 'Wie viel Doppel-Ds kannst du tragen?!'. Jetzt zeigt der Körper, nämlich was alles so in ihm steckt und, du meine Güte, wer hätte das geahnt: aus Körbchengröße 75 A wird plötzlich 90 D und hey, man hat keinen Pfennig dazu bezahlt! Das freut den werdenden Vater an der Seite, der die spitzen Schreie, die man im Bett ausstößt, weil man weder auf dem Bauch noch auf der Seite und nur noch einigermaßen auf dem Rücken schlafen kann, ignoranterweise seinem Fingerspitzengefühl zuschreibt, tatsächlich aber liegt es einzig und allein an den schmerzhaft geschwollenen Brüsten, die man vor sich herträgt. Ach ja, ganz zu schweigen von der ungewollten Aufmerksamkeit, die man mit den Dingern unbeabsichtigt plötzlich bei seiner Umwelt erregt...

Mama-Glow ist doch eine Erfindung!

Nun gut, an die Porno-Brüste kann man sich ja noch irgendwie gewöhnen, aber hat man es gerade geschafft, folgt schon der dritte Teil auf dem harten Weg ins Elternleben: Man wird dick. Und schwerfällig. Das Atmen fällt schwer. Die Blase drückt. Immer und überall, weshalb man jede Kaufhaustoilette im Umkreis von vier Kilometern kennt. Man leiht sich die Schuhe des Gatten aus, weil die Füße mittlerweile Elefantengröße erreicht haben. Ach ja, auf dem Rücken schlafen geht jetzt auch nicht mehr, weil das irgendwie nicht gut fürs Kind ist. Sprich, die Müdigkeit aus den Anfangsmonaten ist zurück. Essen ja, das ginge, weil aber das süße kleine Ding in unserem Körper immer größer wird, drückt es einem dabei so sehr auf den Magen, dass einem nur noch Mini-Portionen erlaubt sind.

Alles in allem also sprechen die Tatsachen eher gegen den Glanz von dem alle Welt immer spricht, den aber wohl nur die anderen sehen, während man selbst beim Blick in den Spiegel bloß denkt: 'OMG, wer ist diese Frau?'. Höchstwahrscheinlich hat irgendeine werdende Großmutter, eine gute Freundin oder ein sehr netter Partner irgendwann einmal das Stichwort vom „Mama-Glow“ erfunden, weil sie oder er den traurigen Anblick nicht länger ertragen und auch nur einfach etwas Gutes tun wollte. Und das ist auch genau richtig so. Denn jede Schwangere ist – zumindest beim ersten Mal – zutiefst verunsichert. Darüber, ob sie richtig isst, richtig trinkt, sich genug bewegt, ob sie genug Folsäure zu sich nimmt, ob sie Yoga machen soll oder lieber schwimmen geht, ob das Baby in ihrem Bauch gesund ist und, und, und. Als sei man durch die Grübeleien nicht schon genug gestraft, erkennt man sich selbst nicht mehr. Deshalb ist jede Form des Trosts unbedingt angebracht, selbst, wenn das Grau im Gesicht zum Glanz verklärt wird. Und egal wie man sich fühlt, bitte immer dran denken: Diese neun Monate mögen nicht immer schön sein, aber sie bringen das Schönste im Leben hervor. Hallelujah!

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