LIEBE LIEBE

Keine Lust: Beziehung als größter Sexkiller?

Beziehung: Sexlust bei Frauen sinkt monatlich
Beziehung: Sexlust bei Frauen sinkt monatlich

Frauen haben in Beziehungen keine Lust

Er will immer, sie immer seltener: Eine neue Studie bestätigt, was wir schon lange wussten – und was mindestens einmal in der Woche zu Diskussionen im Bett führt. Dass die Leidenschaft im Laufe der Beziehung nachlässt, ist also an sich nichts Neues, nun wurde allerdings wissenschaftlich bewiesen, dass vor allem bei Frauen die Lust mit der Dauer der Partnerschaft abnimmt. Und nun?

Von Merle Wuttke

Männer, die von der Studie hören, werden triumphierend aufschreien: "Ha, haben wir es doch schon immer gewusst!", Frauen können von nun an sagen: "Schatz, ich kann nichts dafür, mein Naturell kommt mir halt in die Quere!" Auf jeden Fall liefert die aktuelle Studie der kanadischen Wissenschaftlerinnen Sarah Murray und Robin Milhausen neuen Zündstoff für die in Langzeitbeziehungen allseits beliebte Diskussion mit dem üblichen Titel: "Wie viel Sex ist in einer Partnerschaft eigentlich normal?".

Denn, welche Frau kennt das nicht: Egal, wie nervig der Tag war, ob man gerade an einer Erkältung laviert oder einfach seine Ruhe haben will, spätestens nach dem Zähne putzen, kommen der Mann an unserer Seite und seine Hände ins Spiel und fordern ein bisschen körperliche Entspannung ein. Was ist das nur mit den Typen, das sie nie genug bekommen können?!

Laut besagter Studie ist die Evolution schuld: Männer wollen ihren Samen möglichst ständig weiter streuen, weshalb ihre Lust auch in langen Beziehungen nicht abnimmt, Frauen sind dagegen nach einer gewissen Zeit und insbesondere, wenn sie Kinder haben, auf die Versorgung des Nachwuchses konzentriert. Auf jeden Fall nimmt ihr Lustfaktor um 0,02 Prozentpunkte monatlich ab. Sie sind einfach nicht auf Dauer-Sex programmiert.

Keine Lust: Bei Frauen kopfgesteuert

Tja, und nun? Statt Beziehung lieber Partner-Hopping betreiben, um möglichst lang die Lust zu behalten? Wird auf Dauer wohl nicht helfen. Schließlich weiß man mittlerweile auch, dass weibliche Lust im Gegensatz zu der von Männern unglaublich kopfgesteuert ist. Soll heißen: Männer brauchen nur Busen und Po zu sehen und schon geht es bei ihnen im Hirn ab wie Schmidts Katze, Frauen brauchen weitere sinnliche Reize, um in Fahrt zu kommen. Und da ist es egal, ob sie ihren Partner gerade erst kennen gelernt haben oder schon seit zehn Jahren mit ihm zusammen sind. Frauen benötigen außerdem emotionale Nähe, um sich für Sex zu begeistern – und die bekommt man eben vor allem in Beziehungen.

Und schon steckt man wieder im Dilemma: Einerseits führt eine Partnerschaft zur Leidenschaft, andererseits verhindert sie diese. Sexualtherapeuten raten deshalb Paaren dazu, nur so viel Nähe zuzulassen, wie gebraucht wird und sich gerade in Langzeitbeziehungen einen gewissen Grad an Fremdheit zu bewahren. Denn nur, wer keine völlige Symbiose mit dem anderen eingeht, bewahrt sich auch einen anderen, lustvolleren Blick auf ihn. Mit anderen Worten: Wenn ich weiß, wie mein Partner aussieht, wenn auf dem Klo sitzt, bleibt in meinem Kopf nicht mehr so viel Platz für heiße Bilder. Also, Tür vom Badezimmer lieber schließen, nicht ständig alles zusammen machen, sich selbst, seinen Interessen und Freunden treu bleiben und auch mal das ein oder andere Geheimnis hüten – man muss nicht alles mit dem Partner teilen. Und außerdem: So ein kleiner Fremdflirt in der U-Bahn wirkt Wunder...

Anzeige