Keine faulen Ausreden mehr! Guter Sex ohne Stress

Guter Sex geht auch ohne Stress
Sexualtherapeutin Carla Thiele kennt unsere intimsten Probleme - und ihre Lösung: entspannte Zweisamkeit ohne Leistungsdruck.

In langen Beziehungen ist Sex immer wieder ein Problem - und das Reden darüber

Am Anfang ist der Sex toll - doch dann kehrt der Alltag in unsere Betten ein und das Prickeln wird nur noch zu einer fernen Erinnerung. Das möchten Sie nicht? Verständlich. Sexualtherapeutin Carla Thiele ist der festen Überzeugung, dass Sie mit den richtigen Tipps aus der Sexflaute wieder herauskommen können.

Auf dem Weg dorthin ist etwas Mut gefragt, denn Sie müssen endlich mit der Wahrheit herausrücken. Es gibt viele Wege, die nach Rom führen, ein gutes Gespräch über Sex gehört dazu und ist eines der heißen Eisen, die ihr Ratgeber "Guter Sex ohne Stress" einfühlsam anpackt.

Die richtigen Worte, um das Thema Sex anzupacken

Den richtigen Auftakt wählen

Auch wenn das Problem noch so unter den Nägeln brennt, grundlegende Beziehungsgespräche brauchen Zeit und Raum! Kurz vor dem Einschlafen oder beim morgendlichen Abschied zwischen Tür und Angel wird niemand auf offene Ohren stoßen. Ein guter Auftakt könnte sein: "Ich möchte mit Dir über etwas Wichtiges wegen unserer Beziehung sprechen. Hast Du dafür jetzt mal eine halbe Stunde Zeit?"

In der Ich-Form sprechen

Wenn jemandem ein Beziehungsgespräch angekündigt wird, geht fast jeder ganz schnell in die Verteidigungshaltung. Nicht selten hauen sich Paare dann die Vorwürfe nur so um die Ohren. Ausgeteilt ist schnell. Verstecken Sie sich nicht hinter dem Wort "man", sprechen Sie über Ihre eigenen Gefühle und Wünsche in der Ich-Form. Sätze wie: "Gestern Abend saß ich alleine vor dem Fernseher, während Du am Computer gearbeitet hast. In solchen Momenten bin ich verunsichert, ob wir uns noch genauso viel bedeuten wie am Anfang unserer Beziehung. Ich vermisse Dich und das macht mir Angst." "Ich wünsche mir, dass wir uns wieder mehr Zeit für Zweisamkeit nehmen."

Zuhören und nachfragen

Gegenseitige Kritik, Rechtfertigung, Verachtung und aggressive Machtdemonstrationen lassen Gespräche in einer Negativspirale eskalieren, bis nur noch der Rückzug bleibt. John M. Gottman, ein amerikanischer Psychologe fand heraus, dass sich Paare selbst kleinere Kränkungen ordentlich übelnehmen und unbewusst ein "Punktekonto" führen. Wer seinem Schatz einmal auf den Schlips tritt, muss in der Folge den Partner mit fünf lieben Gesten oder Taten milde stimmen, um keine dauerhaften Schädigungen in der Beziehung zu erleiden. Im Klartext heißt das: Anstatt sofort in die Luft zu gehen, wenn der Partner sich beschwert, lieber gut zuhören, einmal tief Luft holen, und das Gespräch entschärfen mit z.B. diesem Satz: "Mann oh Mann, als ich Dir gerade zughört habe, hat es mir ganz schön die Luft zugeschnürt." Und schon können Sie ein vernünftiges Gespräch führen.

Dinge konkret beim Namen nennen

Jetzt sind wir endlich beim Thema Sex angelangt. Die meisten Menschen behaupten, Sex müsse sich eben einfach so ergeben. Kann funktionieren, muss es aber nicht. Oft werden Wünsche nur indirekt formuliert. "Nein, das mag ich nicht" lässt viel Spielraum für eine Interpretation, was der Partner denn nun mögen könnte. Deshalb ist die beste Möglichkeit, das zu bekommen, was man will, es genau so auszusprechen. "Ich wünsche mir, dass Du öfter meine Piep streichelst oder auch mal meinen Piep mit der Zunge Piep." Im Fernsehen ertönt bei intimen Formulierungen oft ein Piep. Zuhause oft nur ein Stillschweigen. Entspannt über Sex zu reden, fällt den meisten extrem schwer - aber es lässt sich erlernen. Überlegen Sie, mit welchen Wörtern Sie sich am wohlsten fühlen und verwenden Sie sie.

Sie wollen mehr gute Tipps? Die gibt es im neuen Ratgeber Guter Sex ohne Stress von Carla Thiele, Ullstein Buchverlage Berlin, ISBN 978-3-547-71178-3

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