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Keine "echten" Frauen mehr in der 'Brigitte'

Sind die Leserinnen selber schuld

Es war vor zwei Jahren eine Sensation: Die Zeitschrift 'Brigitte' verkündete, sie werde in Zukunft auf professionelle Models verzichten und nur noch mit "normalen" Frauen arbeiten. Aber scheinbar scheiterte das Projekt. Und das ausgerechnet an den Leserinnen.

Keine „echten“ Frauen mehr in der ‚Brigitte‘
Von wegen Revolution: Von nun an ist in der Brigitte Schluss mit "echten" Frauen. © dpa, BRIGITTE

Von Ulrike Reimann

Ab September werden in der 'Brigitte' wieder Profi-Models zu sehen sein. "Ohne Models" soll aber nicht gänzlich abgeschafft, sondern vielmehr durch einen Mix aus Foto-Produktionen mit professionellen Models und Laien-Models ersetzt werden. Die Entscheidung begründen die Chefredakteure in der September-Ausgabe wie folgt: "Viele von Ihnen sagten in letzter Zeit: 'Die Idee ist ja gut, aber manchmal will man einfach nur die Mode sehen.' Oder: 'Ich fühle mich manchmal von der Mode abgelenkt, wenn eine ganz normale Frau gezeigt wird. Und, ja, auch unter Druck gesetzt: Wenn die Frau von der Straße auf den Fotos in Brigitte schon so schön aussieht, das macht einem ja Minderwertigkeitskomplexe."

Fiel die Aktion dem Rotstift zum Opfer?

Ob das jedoch wirklich der einzige Grund ist? In den Medien wird gemunkelt, dass der hohe Kostenfaktor schuld am Aus der "echten" Frau ist. Denn Castings und Fotostrecken sind mit Laien-Models deutlich aufwendiger als mit Profis. Und das dürfte der neuen Chefredaktion, die eigens engagiert wurde, um die Verkaufszahlen wieder aufzubessern, wohl ein Dorn im Auge sein.

Der Verlag Gruner + Jahr dementierte allerdings schon: "Der Schritt habe nichts mit Kosten oder möglichem Mehraufwand bei Laienmodels zu tun", sagte eine Sprecherin.

Ob die "Ohne Models"-Aktion nun dem Rotstift zum Opfer fiel oder aber tatsächlich bei den Leserinnen einfach für zu viel Unruhe sorgte: Wir finden es schade, dass diese großartige Idee sich nicht durchsetzen konnte.

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