Keine Bikinifigur: Urlaub absagen oder Strand genießen?

Urlaub: Verzicht statt Vorfreude
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Die meisten haben keine Bikini-Figur: Na und?

Ein Viertel aller Frauen verzichtet auf ihren Sommerurlaub, weil sie Angst davor haben, sich im Bikini oder Badeanzug zu zeigen. Um aber doch eine gute Figur zu machen, rennen sie vor der Urlaubssaison ins Fitnessstudio, um sich doch noch in eine kleine Größe mogeln zu können. Macht das wirklich Spaß? Wo bleibt da der Spaß und die Freude am Urlaub?

Von Sabine Möller

Als ich heute Morgen gelesen habe, dass ein Viertel aller Frauen auf den Sommerurlaub verzichten, nur weil sie keine Bikinifigur und Angst davor haben, sich am Stand zu zeigen, musste ich mit dem Kopf schütteln. Dann müsste ich ja auch zu Hause bleiben! Ich bin nämlich körperlich gesehen auch nicht in der perfekten Form. Hier der Bauch, da die Beine – alles in allem verbesserungswürdig, aber ganz so schlimm ist es doch eigentlich nicht. Aber gleich ganz auf den Sommerurlaub verzichten, nur weil ich nicht in Form bin oder mein Bikini nicht mehr passt? Nein, das käme für mich nicht infrage. Statt sich zu verkriechen, will ich doch meinen verdienten Sommerurlaub mit der Familie richtig genießen.

Ich halte zwar momentan natürlich schon Ausschau nach einem schönen Bikini, aber so richtig will mir keiner gefallen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass sie alle für Barbies Hüften gemacht sind, aber nicht für meine weiblichen Kurven. Wir alle wissen, wie furchtbar es ist, wenn wir in Umkleidekabinen stehen bei grässlichen Lichtverhältnissen und dort einen Bikini nach dem anderen probieren. Da zeigen sich dummerweise alle Problemzonen. Wirklich Spaß macht das nicht. Also schielen wir auf Badeanzüge, die die Problemzonen möglichst klein halten. Und weil das so ist, entscheidet sich die Hälfte aller Frauen dann für einen Badeanzug, der die Kuschelrolle im Zaum hält.

Keine Bikinifigur? Das ist doch egal!

Ich weiß aber schon jetzt, dass ich im Urlaub dann auf meiner Decke liegen und daran denken werde, wie frustrierend der Bikini-Kauf war, als erst der fünfte richtig passte und auch das aktuelle Modell seine Schwachstellen hat. Aber ich schmolle deswegen nicht den ganzen Urlaub über oder verschränke nur die Arme vor dem Bauch, damit man ja nichts sieht. Ich zeige, warum es eben an manchen Stellen nicht perfekt ist: Ich habe nämlich ein kleines Kind, das mir zwar meine schlanke Hüfte geraubt, mir aber umso mehr Freude geschenkt hat. Ihm ist egal, ob ich eine Delle an den Oberschenkeln habe oder mein Bauch noch wabbelig weich ist. Aus diesem Gefühl tanke ich schon jetzt das Selbstbewusstsein, dass alles nur halb so schlimm ist. Sollen sich doch die anderen geißeln, indem sie Urlaub auf Balkonien machen. Ich nicht!

Aber letztendlich sollte es uns egal sein, was wir am Stand tragen. Wichtig ist, dass wir uns auf die schönste Zeit im Jahr freuen, wenn wir den Alltagsstress vergessen und uns im Urlaub auch am Buffet nicht zurück nehmen müssen. Was nützt es uns nämlich, wenn wir vor dem Urlaub mühsam drei Kilo abnehmen, um in den schicksten Bikini zu passen, im Urlaub aber so viel gefuttert haben, dass er anschließend nicht mehr passt? Eben nichts! Darum akzeptieren wir unsere Pfunde und Problemzonen und genießen schon jetzt die Vorfreude auf die Ferien!

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