TIERE TIERE

Katzencafé Schnurrke: Kaffee und Kuchen in tierischer Atmosphäre

Inhaberin Sabrina Szabo
Café-Inhaberin Sabrina Szabo mit Katze Emma

Kaffee, Veggie-Kuchen und das Schnurren gibt's gratis dazu

Auch wenn die Fassade des Katzencafés mit dem klangvollen Namen „Schnurrke“ in der Kölner Ritterstrasse von außen eher unscheinbar wirkt, innen ist es gemütlich und katzengerecht eingerichtet: Ein Katzenlaufsteg schlängelt sich die Wand entlang und direkt neben dem Gästetisch, in einem Katzenkorb auf dem Fensterbrett, schläft, friedlich zusammengerollt, Kater Gino. Wenn man das Katzencafé „Schnurrke“ betritt, fühlt man sich sofort wie zuhause – spätestens wenn die erste Katze auf einen zukommt und neugierig an einem schnuppert.

Obwohl es erst halb zwölf an einem Freitag ist, also eine halbe Stunde nach Ladenöffnung, sitzen schon einige Gäste im Café. Zwei Frauen mittleren Alters, ein jüngeres Pärchen und zwei Herren, die für sich alleine an einem Tisch Zeitung lesen und dabei hin und wieder an einer Tasse Kaffee nippen – vorsorglich aus einem Glasbecher mit Deckel, so dass der Inhalt vor neugierigen Katzenschnauzen geschützt ist.

Plötzlich springt eine grau getigerte Katze zu einem der Herren und läuft einmal quer über den Tisch. Sofort bietet sich eine Hand zum Streicheln an und nach kurzem Schmusen springt Tiga, so heißt die Graugetigerte, weiter zum nächsten Tisch - bis eine zusammengerollte Papierkugel ihr Interesse auf sich zieht und sie einmal quer durch den ganzen Raum flitzt, gefolgt von amüsierten Blicken.

Das erste und einzige Katzencafé Kölns gibt es seit Januar 2014 und laut Inhaberin Sabrina Szabo ist das Café schon lange kein Geheimtipp mehr. Tatsächlich hat sie sogar schon einige Stammgäste, die immer wieder kommen, um ihre Zeit bei einer Tasse Kaffee oder Tee mit den Katzen hier zu teilen.

Was genau ist ein Katzencafé? Bringt man hier seine Mieze von zuhause mit, um mit ihr eine Tasse Milch zu teilen? Sabrina Szabo hat diese Frage schon öfter gehört. Tatsächlich ist das Café für Leute gedacht, die gerne eine Katze besuchen möchten, weil sie selber entweder keine eigenen Vierbeiner halten dürfen oder können. Den eigenen Liebling mitbringen sollte man daher bitte nicht, sonst würde es Revierkämpfe mit den vier heimischen Katzen geben.

Die 34-Jährige Kölnerin hat die Idee aus Asien: „Meine Nachbarn waren in Japan und haben mir davon erzählt, dass es dort Katzencafés gibt und ich fand die Idee direkt super. Also habe ich etwas recherchiert und das Katzencafé in Wien gefunden. Eigentlich dachte ich, dass man so was in Deutschland gar nicht machen kann, Stichwort: Hygiene. Aber wenn so etwas in Wien möglich ist, warum dann nicht auch hier bei uns?“

Betty, Tiga, Gino und Emma heißen die Gäste willkommen

Das Katzencafé 'Schnurrke' in Köln
In gemütlicher Atmosphäre können Gäste im Café Schnurrke ihren Kaffee trinken und dabei die Katzen beobachten

Ein gutes Jahr Vorbereitung und viel Rücksprache mit dem Veterinäramt später hat Köln sein erstes und bisher einziges Katzencafé. „Ich habe sogar die Sachkundeprüfung nach Paragraph 11 des Tierschutzgesetzes abgelegt. Das ist so was wie ein Führerschein für Katzen“, meint Sabrina Szabo amüsiert. „Das Veterinäramt kommt auch regelmäßig vorbei, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist.“ Die Küche, in der die Speisen und Getränke zubereitet werden, liegt in einem abgesperrten Bereich des Cafés - die Katzen dürfen aus hygienischen Gründen hier nicht hinein.

Wie sieht die ‚Arbeit‘ im Café eigentlich für die Katzen aus? Ist es nicht stressig für Tiga, Betty, Emma und Gino wenn ständig unbekannte Hände sie streicheln wollen?

Die Katzen sind ehemalige Streuner aus einem Tierheim in Spanien und wurden Sabrina Szabo über die Tierhilfe Anubis e.V. vermittelt. „Also die Katzen waren zum Glück von Anfang an ziemlich locker drauf und sind auch zwischen den Menschen herum gehüpft“, erinnert sich Sabrina. „Bis auf Betty, aber die ist generell etwas zurückhaltender. Aber langsam wird auch sie mutiger und fasst Vertrauen zu den Gästen.“ Wenn es den Katzen zu viel wird, können sie sich in einen eigenen, abgetrennten Bereich zurückziehen, es gibt sogar ein kleines Freigehege im Hof.

Ob das denn nicht frustrierend für Leute ist, die von weiter weg kommen, nur um die Katzen zu sehen und die dann gerade ihr Mittagsschläfchen machen, wollen wir wissen? „Man darf nie vergessen, dass es eben Tiere sind, die meisten Menschen verstehen das zum Glück auch“, sagt Sabrina. „Eigentlich ist auch immer mindestens eine Katze im Gästeraum. Und auch wenn man mal Pech haben sollte - es gibt ja immer noch leckeren Kaffee und Kuchen“, meint sie lachend.

Kleine Kinder mit ins „Schnurrke“ zu bringen ist laut der Besitzerin auch kein Problem, die Eltern sollten nur ein achtsames Auge auf ihre Sprösslinge haben, nicht nur in den ersten fünf Minuten, sondern die ganze Zeit über. Sonst kann es schon mal sein, dass sich eine Katze bedrängt fühlt und mit einem Krallenschlag zur Wehr setzt, wenn es ihr zu bunt wird. Bisher seien Pflaster und Desinfektionsspray aber noch nie wirklich zum Einsatz gekommen. Betty, Tiga, Gino und Emma machen bei unserem Besuch auch einen sehr lieben und verträglichen Eindruck, Tiga lässt sich sogar während des Interviews den Hals kraulen und genießt das sichtlich. Die vier Katzen wohnen dauerhaft im Katzencafé - auch am Wochenende und wenn das Café montags geschlossen hat. Sabrina kommt natürlich auch an diesen Tagen zum Füttern und Spielen vorbei.

Alle Speisen im Café Schnurrke sind übrigens vegetarisch. Auf die Frage, ob die Katzen denn auch ausschließlich vegetarisch ernährt würden, schüttelt Sabrina entschieden den Kopf. „Nein die Katzen werden artgerecht mit Fleisch ernährt, damit keine Mangelerscheinungen auftreten. Sonst würde das Veterinäramt sicher einschreiten.“

Das Café „Schnurrke“ am Kölner Hansaring ist zu Fuß innerhalb von 10 Minuten vom Kölner Hauptbahnhof aus zu erreichen und hat Dienstag bis Sonntag zwischen 11-20 Uhr geöffnet.

Fenja Engelhardt

Anzeige