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Katze mit Übergewicht: Neun Kilogramm schwere Molly im Kölner Tierheim abgegeben

übergewichtige Katze Molly in Kölner Tierheim
Katze Molly kurz nach ihrer Abgabe im Tierheim Köln-Dellbrück: Das Tier war verwahrlost und bringt neun Kilo auf die Waage © Facebook/Tierheim Köln-Dellbrück

Übergewichtige Katzen leiden extrem

In einem Kölner Tierheim ist eine Katze mit neun Kilo Körpergewicht abgegeben worden. Das stark adipöse Fundtier kann sich kaum bewegen und ist in einem schlechten Gesundheitszustand. Weil sie ihre Fettpolster nicht nur von einer ausgiebigen Fellpflege abhalten, sondern auch, weil sie an Atem- und Verdauungsproblemen leidet, muss die geschätzt 13 bis 14 Jahre alte Katzendame dringend auf Diät. Aber eigentlich hätte es soweit gar nicht erst kommen müssen....

Molly wog 9 Kilo - viel zu viel!

Als das Tier vor ein paar Tagen im Kölner Tierheim-Dellbrück ankam, staunten die Pfleger nicht schlecht: Der Vierbeiner brachte beachtliche neun Kilo auf die Waage - im Schnitt wiegt eine Hauskatze drei bis vier Kilo. Molly wiegt also locker mehr als das Doppelte ihres Idealgewichts. Und das beeinträchtigt erheblich den Gesundheitszustand der Senior-Katzendame.

Die Tierpfleger posten Fotos vom dem stark überfetteten Tier bei Facebook. Daneben die dramatische Beschreibung von Mollys Gesundheitszustand: "Mit ihren neun Kilos kann sie sich kaum bewegen, geschweige denn selbst pflegen." Das Tier scheint aufgrund des Übergewichts sehr verwahrlost und konnte sich wohl schon lange nicht mehr richtig putzen. Denn "auf dem Rücken ist sie ganz kahl und schuppig, sie riecht stark nach Urin", heißt es in dem Post. 

Ein Zustand, der nicht nur unangenehm und schmerzhaft für das Tier sien muss, sondern für die geschätzt 13 bis 14 Jahre alte Katze auch lebensbedrohlich ist: "Neben dem Laufen fällt ihr auch das Atmen sehr schwer, mit diesem Gewicht ist das Leben wirklich eine Qual." 

Weitere mögliche Gesundheits-Risiken für eine fettleibige Katzen können sein: Diabetes Tpy 2, Gelenkschmerzen verbunden mit Bewegslichkeits-Blockaden, Verstopfung, Leberkrankheiten. Außerdem haben adipöse Miezen eine geringere Lebenserwartung als normalgewichtige Artgenossen. 

Wo genau die mollige Molly herkommt und woher sie ihre Pfunde hat, ist nicht bekannt. Möglicherweise hat ihr einstiger Besitzer das Tier noch nicht mal absichtlich so dick werden lassen. Häufig verfetten Haustiere aufgrund falscher Fürsorge. Nämlich, wenn Frauchen und Herrchen der Meinung sind, man tue dem Tier mit jedem Snack etwas Gutes. Das Tierheim Köln-Dellbrück hat für eine solche Haltung allerdings kein Verständnis: "Wir fragen uns, wo die Katze bisher wohl gelebt hat und wie es zu ihrem Zustand kommen konnte?". Es hätte nämlich gar nicht erst so weit kommen müssen.


Daran erkennen Sie ein Moppelchen

Molly ist kein Einzelfall. Laut Statistiken vieler Tierärzte gelten um die 30 Prozent aller Haukatzen als übergewichtig. Dabei ist auffällig, dass davon vor allem Stubentiger betroffen sind, die in der Wohnung gehalten werden. Freigänger sind dagegen aktiver und seltener zu dick.

Besonders auffällig bei übergewichtigen Katzen: Ihre Rippen sind von einer Fettschicht bedeckt und kaum noch zu ertasten. Außerdem sollte man eine Taille erkennen, wenn man von oben auf das Tier schaut. Wenn man von der Seite schaut und sich der Brustkorb nicht deutlich abzeichnet, stattdessen eine durchgehende Silhouette oder sogar ein Hängebäuchlein zu sehen ist, hat Katze oder Kater vermutlich ein paar Pfunde zuviel drauf. Auch das Verhalten gibt wertvollen Aufschluss über deren Fitness-Zustand.

Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, kann man den Körperfett-Anteil von Katzen auch mit einer mathematischen Formel berechnen, quasi einen Katzen-BMI. Das nennt sich dann FBMI (feliner Body Mass Index). Um den zu ermitteln, misst Frauchen zuerst den Brustumfang des Tigers. Dieser wird dann durch die Zahl 0,7062 dividiert. Von diesem Ergebnis zieht man dann die vorher in Zentimetern gemessene Unterschenkellänge des Tier ab. Das Ergebnis dividiert man dann wiederum durch 0,9156. Davon rechnet man dann nochmal minus die Unterschenkellänge. Und wenn am Ende ein Wert zwischen 10 bis 30 Prozent Körperfett dabei herauskommt, ist alles in Ordnung. Nur darüber und auch nicht deutlich drunter sollte der Fall sein. Sollten Sie sich unsicher sein, hilft ein Tierarzt bei der genauen Einordnung weiter.

So bleibt das Gewicht Ihrer Katze im Grünen Bereich

Sollte ein Tier bereits übergewichtig sein, sollte man die Futtermenge genau anpassen und abwiegen. Der Tierarzt kann den individuellen Kalorienbedarf genau berechnen und sollte auf jeden Fall zu Rate gezogen werden. Auch eine Ernährungsumstellung kann helfen. 

Empfohlen wird zunehmend die biologisch artgerechte Rohfütterung (B.A.R.F.). Wer herkömmliches Katzenfutter für seinen Vierbeiner bevorzugt, sollte aber unbedingt verstärkt auf Nassfutter setzen. Das sättigt mehr und enthält mehr Flüssigkeit. Trockenfutter enthält darüber hinaus viel mehr Energie und unnötige Kalorien. Je nach Alter und Lebensgewohnheites des Tieres gibt es unterschiedliche Futter-Gemische. Diese sind in erster Linie sinnvoll und nicht unbedingt Geldmacherei der Hersteller. 

Und obwohl Katzen Fleischfresser sind, sollte auch Grünszeugs nicht fehlen: Gras Fressen ist für die Samtpfoten gesund und gerade bei Wohnungskatzen sehr wichtig. Denn es setzt einen Selbstreinigungsprozess in Gang und fördert die natürliche Darmbewegung.


Was sonst noch wichtig ist...

Neben dem Speiseplan spielt auch die zeitliche Einteilung der Mahlzeiten eine Rolle. Die sollten sich zwar grundsätzlich an Aktivität und Alter des Tiers orientieren. Als grobe Richtlinie kann man aber festhalten, dass mehrere kleine Mahlzeiten am Tag besser sind, als wenige große. Sie können zusätzlich sogar auch einen kleinen Mitternachts-Snack bereitstellen. Eine nächtliche Mahlzeit kurbelt den Stoffwechels zusätzlich an. Auch ausreichend Wasser sollte der Tiger zu sich nehmen und rund um die Uhr zur Verfügung haben - allerdings nicht unmittelbar neben dem Futterplatz. Katzen sollten mindestens einen Meter vom Fressnapf zur Wasserstelle laufen. 

Neben falscher Ernährung kann tierisches Übergewicht auch eine Folge von Krankheit, Kastration oder Bewegungsmangel sein. Sprechen Sie im Zweifel immer mit Ihrem Tierarzt. Und halten Sie Ihren Stubentiger fit - mit Spielzeug oder kreativen Aufgaben. Damit Ihre Samtpfote nicht nur schön aussieht, sondern auch gesund und munter ist.

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