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Kammerflimmern: Der kleine Leonard (18 Monate) brach in der Kita zusammen

Leonard brach in Berliner Kita zusammen
Leonard brach in Berliner Kita zusammen Diagnose: Kammerflimmern 00:01:18
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Was ist eigentlich Kammerflimmern?

Es müssen dramatische Szenen gewesen sein, als der kleine Leonard (18 Monate) in der Kita in Berlin zusammenbricht. Während sich die Rettungsdienste draußen mit einem pöbelnden Mann herumschlagen, kämpfen die Retter in der Einrichtung um das Leben des Jungen. Wie sich herausstellt, hat der Junge Kammerflimmern. Aber was ist das eigentlich?

Können schon Kinder Herzrhythmusstörungen haben?

Bei Herzflimmern gerät der Herzrhythmus aus den Fugen. Meistens springt die gleichmäßige Herzfrequenz schlagartig um. Entweder auf eine zu hohe, zu niedrige oder unregelmäßige Schlagfrequenz, die aber nicht zur körperlichen Verfassung passt. Bei Kammerflimmern ist das Herz so durcheinander, dass es völlig aus dem Takt kommt. Diese enorme Anstrengung des Herzens führt dann zum Herzstillstand. Das Kind muss dann reanimiert werden, in der Regel mit Elektroschocks. Damit wird das Herz quasi wieder von vorn gestartet und sollte danach wieder normal schlagen. Aber auch die klassische Herzdruckmassage kann angewendet werden.

Aber ist es nicht eher ungewöhnlich, dass schon Kleinkinder Herzrhythmusstörungen haben?

Nein, leider nicht. Etwa zehn von 100 Kindern haben Auffälligkeiten am Herzen. Eins von 100 Kindern hat chronische Probleme mit Herzrhythmusstörungen, beispielsweise wegen eines Herzfehlers. Leider werden diese Probleme aber in jungen Jahren nicht erkannt.

Wie können Eltern eine Herzrhythmusstörung bei ihrem Kind feststellen?

Überprüfen kann man den Herzschlag am besten mit dem Ertasten. Allerdings nicht am Handgelenk, sondern zuverlässiger ist das Fühlen am Hals. Wenn der Puls selbst im Ruhemodus viel zu schnell ist, dann sollten Eltern handeln. Weitere Anzeichen sind: Herzstechen, Herzstolpern oder Herzpausen. Auch Herzrasen - oft in Ruhezuständen – ist ein Anzeichen. Ebenfalls alarmierend: Wenn der Herzschlag bis in den Hals spürbar und sichtbar ist. Schwindel, Übelkeit und Schwäche sind ebenfalls Symptome. Typisch ist auch, dass bei Herzrhythmusstörungen die Symptome schlagartig verschwinden.

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