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Kaiserschnitt oder natürliche Geburt?

23.07.15 09:01
Kaiserschnitt oder natürliche Geburt?
Bildquelle: Fotolia Deutschland
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Mitten in der Nacht setzen plötzlich die Wehen ein, stärker werdende Schmerzen lassen den Körper verkrampfen, ein Taxi wird bestellt. Ständig im Hinterkopf: Die Horrorgeschichten, die die Freundinnen über ihre Geburt erzählt haben. Viele Frauen fürchten sich vor einer natürlichen Geburt, der Trend geht vielleicht auch deshalb immer mehr zum Kaiserschnitt: In Deutschland kommt so heute jedes dritte Kind zur Welt.

Dabei birgt der Eingriff erhebliche Risiken - auch für das Baby. Prof. Dr. med. Louwen, Leiter der Geburts- und Pränatalmedizin an der Uniklinik Frankfurt, hat für uns im Interview die wichtigsten Fragen zum Thema beantwortet. Schwangerschaft oder natürliche Geburt - wir erklären Chancen und Risiken.

SO läuft ein Kaiserschnitt ab

"Ärzte müssen den Frauen ihre Ängste nehmen"

Wann ist ein Kaiserschnitt medizinisch notwendig?

Professor Louwen: Dann, wenn die Gesundheit von Mutter und Kind durch eine normale Geburt beeinträchtigt würde. Also bei Fehlbildungen, wie offenem Bauch (Gastroschisis) oder Rücken (Spina bifida), Krankheiten, oder wenn das Kind durch den Mutterkuchen zu schlecht versorgt wird. Auch bei Mehrlingsgeburten und wenn das Becken der Frau zum Beispiel durch Unfälle verformt oder verändert ist, ist ein Kaiserschnitt vorzuziehen.

Was passiert während eines Kaiserschnitts?

Professor Louwen: Einen Querfinger über dem Schambein wird ein zehn bis elf Zentimeter langer Schnitt angesetzt. Der Schnitt geht durch Haut, darunter liegende Schichten bis zur Gebärmutter. Dann wird auch die Gebärmutter geöffnet, so dass das Kind geboren werden kann.

Ist er schonender für den Körper der Mutter?

Professor Louwen: Nein, das ist ein Irrglaube. Ein Kaiserschnitt birgt erhebliche Risiken für die Mutter. Im Vergleich zu einer natürlichen Geburt ist das Risiko für Gerinnungskomplikationen deutlich erhöht. Das heißt, es kommt viel häufiger zu starken Blutungen, Lungenembolien, Thrombosen und sogar Schlaganfällen. Zudem erhöht ein Kaiserschnitt die Risiken bei einer erneuten Schwangerschaft: So kann der Mutterkuchen in die Gebärmutterwand einwachsen (Anm. der Redaktion: Placenta accreta), die Gebärmutter kann reißen, im schlimmsten Fall muss sie in solchen Fällen entfernt werden. Auch die Wundschmerzen, mit denen manche Frauen noch Wochen nach dem Kaiserschnitt zu kämpfen haben, sollten nicht unterschätzt werden. Dass sich der Beckenboden einer Frau bei der natürlichen Geburt zwangsläufig absenkt, ist übrigens falsch. Dazu kommt es nur, wenn die Geburt beispielsweise in der zweiten Phase zu lange dauert oder anderweitige Komplikationen auftreten.

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