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Junggesellinnenabschied: Spiele-Spaß mit den Mädels

Junggesellinnenabschied: Spaß mit den Freundinnen
Caros feuchtfröhlicher Junggesellinnenabschied

Der Junggesellinnenabschied Teil 2

"Du musst nicht nur 100, du musst 200 Prozent geben!" "Zeig uns deine Persönlichkeit!" "Drama, baby!" Mit diesen wohlbekannten "Germany's Next Topmodel"-Zitaten brachten mich meine Freundinnen bei meinem Junggesellinnenabschied in die richtige Stimmung. Schließlich sollte bzw. wollte ich "Germany's Next Top-Wife" werden. Aber bereits die erste Challenge hatte es in sich: Bis zum nächsten Abend sollte ich ein Gedicht, eine Ode an Andi verfassen, aber nicht irgendeine!

Von Caroline Schmidt

In dem Gedicht sollten folgende Wörter vorkommen: Kinderkrankheiten, Analkugeln, Penis, Handschellenschürfwunden, Rappelkiste, Klapperschlange, Pickel, Mundgeruch, Korintenkacker und Reihenendhaus. Unmöglich, oder?! Diese Aufgabe verschob ich jedenfalls erstmal auf später, denn die nächste Challenge erschien mir deutlich einfacher: Ich sollte in drei Minuten ein Hemd bügeln. Obwohl ich - das muss ich zu meiner Schande gestehen - erst zum dritten Mal in meinem Leben ein Bügeleisen in der Hand hatte, wusste ich ungefähr, wie ich vorgehen musste. Die Jury war zwar nicht begeistert, "Heidi" machte ihr typisches besorgtes Gesicht, ließ mich dann aber doch in die nächste Runde kommen.

Als nächstes bekam ich ein Kissen in die Hand gedrückt - meine Mutterqualitäten sollten geprüft werden: Ich musste das Bündel mit möglichst vielen unterschiedlichen Wiegeliedern in den Schlaf singen. Ich schaffte vier - die Jury war beeindruckt. Belohnt wurde ich mit einem Spiel, das mehr Geschenk als Herausforderung war: Ein Memory, bei dem jedes Paar von einem anderen Jurymitglied designed worden war. Zu dem Bild der jeweiligen Freundin gehörte immer eine kurze Geschichte, die wir gemeinsam erlebt hatten. So wurde ich an längst vergessene Jugendsünden erinnert, in alte schöne Zeiten zurückversetzt und gleichzeitig erfuhren meine Freundinnen mehr über einander.

Mit solch vergleichsweise harmlosen Challenges ging es bis zum Abend weiter, doch dann packte meine Trauzeugin schließlich DAS typische Junggesellinnen-Accessoire aus: den Bauchladen. Ich dachte, angesichts des winzigen Dörfchens in dem wir uns befanden, würde ich davon verschont bleiben Kondome, Schnäpse und Teile meines T-Shirts an den Mann bringen zu müssen - aber falsch gedacht! So lief der fröhliche Weiberhaufen durch das zu dieser Uhrzeit schon fast menschenleere Dorf.

Doch eben dieses verschlafene Nest schien nur darauf gewartet zu haben, dass mal etwas Außergewöhnliches passiert, denn an jedem Fenster an dem ich hielt und meine Waren feilbot und in jeder Bar (insgesamt waren es vier) wurden wir freundlich empfangen und die Leute kauften bei mir ein. Der Renner waren die kleinen Schnäpse aus Deutschland, bei denen man sich den Deckel beim Trinken auf die Nase klemmen muss. Für die Franzosen ein unbekannter aber willkommener Spaß!

DAS typische Junggesellinnen-Accessoire

Meine Verkaufstrefferquote lag bei fast 100 Prozent und wenn ich anfangs noch befürchtet hatte, das ganze Dorf würde sich später nur über mich lustig machen, so wurde ich eines Besseren belehrt. Sie lachten nicht über mich, sondern mit mir und dieses genervte "Ach, schon wieder so ein lästiger Junggesellenabschied!", welches man in deutschen Großstädten mittlerweile öfters hört, blieb mir komplett erspart. Ein lustiger und nebenbei auch lukrativer Ausflug. Meine Freundinnen waren von meinem Verkaufstalent so überrascht, dass sie sogar eine Geschäftsidee witterten und überlegten mit mir die Dörfer der ganzen Gegend abzuklappern...

Bis tief in die Nacht feierten wir in unserem Ferienhaus weiter und hatten den anschließenden Wellness-Tag dementsprechend dringend nötig. Mit Fußbädern, Schokomasken und Haarkuren beseitigten wir die Spuren des vergangenen Tages und machten uns hübsch für den krönenden Abschluss: Ein Drei-Gänge-Menü im Restaurant. In diesem stilvollen Ambiente sollte ich dann auch mein Gedicht für Andi vortragen. Wie zu erwarten, war es alles andere als jugendfrei. Ich war froh, dass die anderen Gäste mich nicht verstehen konnten - das Gelächter meiner Freundinnen zog schon genug Blicke auf uns.

Jedenfalls hatte ich so auch meine letzte Challenge gewonnen und bekam mein letztes Foto. Es vervollständigte das Poster von einem gut gebauten männlichen Oberkörper - also hatte ich tatsächlich noch einen nackten Mann bekommen und zwar einen den ich mir immer wieder angucken und wieder wegpacken konnte und der mich auch nach der Hochzeit noch lange an dieses wundervolle Mädels-Wochenende erinnern würde.

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