FAMILIE FAMILIE

Jugendstudie enthüllt: So denken Teenies über Snapchat, Drogen und ihre Zukunft

DAS ist Teenies wirklich wichtig
DAS ist Teenies wirklich wichtig Jugendliche sind braver als gedacht 00:00:23
00:00 | 00:00:23

Das Jugendmagazin 'Celepedia' hat die größte Jugendstudie Deutschlands veröffentlicht

Eltern, hier kommt Entwarnung. Unsere Jugendlichen sind weitaus konservativer, als wir es früher waren. Eine aktuelle Umfrage des digitalen Jugendmagazins 'Celepedia' belegt: Die meisten wollen später Familie und Beruf. Woran kann das liegen?

'Celepedia' veröffentlichte die größte Jugendstudie Deutschlands.
Nur Freunde und Party im Kopf? Jugendliche sind braver als gedacht. © Getty Images, LaraBelova

Von Jutta Rogge-Strang

Während sich die früheren Generationen mit Massendemos, Hausbesetzungen und Punkrock gegen das Establishment auflehnten, geht es heute geradezu harmonisch zu. Die Umfrage eines Online-Jugendmagazins unter 4.100 Jugendlichen ergab: 70 Prozent der 12- bis 24-Jährigen wollen später einmal heiraten, mehr als die Hälfte wünschen sich zwei Kinder. Dabei möchten die Jugendlichen auch finanziell abgesichert sein: 33 Prozent wollen später studieren oder eine Ausbildung machen (27 Prozent).

Auch mit Drogen gehen die Teens und Twens tatsächlich eher zurückhaltend um. Harte Drogen wie Ecstasy, Speed, Kokain, Crack oder Crystal Meth sind absolut kein Thema (2 Prozent), 13 Prozent haben Erfahrungen mit Cannabis gemacht. Fast die Hälfte der Kids trinkt keinen Alkohol, 20 Prozent trinken allerdings regelmäßig ein Mal pro Woche. Zigaretten sind die häufigste Droge nach Alkohol, aber immerhin 49 Prozent gaben an, noch nie geraucht zu haben.

Das klingt doch schon gar nicht so schlecht. Aber woran kann es liegen, dass unsere Kinder so brav und konservativ sind? Aufgewachsen in Zeiten von Hartz IV und Medienüberflutung streben junge Menschen offenbar nach Sicherheit im privaten Umfeld. Sie haben gelernt, dass sich mit Bildung und Leistung eher ein sorgloses Leben führen lässt. Zudem verstehen sich die Generationen heute besser als früher. Viele Kämpfe der 68er-Bewegung sind ausgefochten, die Null-Bock-Ära der 80er Jahre ist vorbei, die Harmonie zwischen den Generationen ist größer als früher.

Alle lieben ihr Smartphone

Der medialen Reizüberflutung begegnen die heutigen Kids mit eigenen Strategien: Natürlich würden alle Befragten ihr Smartphone mit auf eine einsame Insel nehmen, aber mittlerweile kann sich jeder zweite schon ein Leben ohne Handy vorstellen. Der Messenger-Dienst WhatsApp steht bei den Teenies ganz weit oben, aber tatsächlich weiß ich aus eigener Beobachtung, dass die vielen Smilies und Emoticons so viele Nachrichten verursachen, dass es schon wieder nervt.

Facebook steht bei den jüngeren Jugendlichen noch hoch im Kurs, hat aber bei den Twens nur noch die Funktion von Gruppenkontakten. Tatsächlich posten hauptsächlich die Erwachsenen ab 40 ihre privaten Fotos bei Facebook, die Jüngeren verkrümeln sich in geschlossene Gruppen. Beliebt bei den Kids sind allerdings Instagram und Snapchat, wo es nur um den schnellen Konsum von lustigen oder besonders schönen Fotos geht. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen interessiert sich daher auch für Videoblogger bei YouTube.

Aber wie gehen die Jugendlichen heute mit Sex um? Immerhin halten sich 95 Prozent für aufgeklärt, 71 Prozent verhüten mit Kondom, 61 Prozent mit der Pille. Beim 'Sexting', dem verschicken von Nackt-Selfies, halten sich die meisten allerdings zurück: 85 Prozent haben das noch nie getan. Für viele Jugendliche (47 Prozent) ist aber die Familie das Wichtigste in ihrem Leben, gefolgt von Partner (23 Prozent) und Freunden (20 Prozent). In einer extrem dynamischen Welt, in der sich fast täglich etwas verändert, dominiert der Wunsch nach Stabilität und Sicherheit. Es gibt allerdings etwas, was Jugendliche überhaupt nicht mögen: Das Wort 'konservativ'.

Anzeige