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Jodtabletten gegen Radioaktivität: Sie können im Ernstfall Leben retten

So schützen Jodtabletten vor radioaktiver Strahlung

Stoffwechsel, Kreislauf, Wachstum und sogar die Psyche: All das wird von der Schilddrüse beeinflusst. Sie produziert bestimmte Hormone, die für den Menschen lebensnotwendig sind. Doch um genau das zu tun, braucht das Organ ausreichend Jod, das in der Atemluft, in Nahrung und in Getränken vorkommt. Sie kann dieses natürliche Jod aber nicht von radioaktivem Jod unterscheiden und nimmt auch dieses auf - mit fatalen Folgen!

Kommt es in einem Kernkraftwerk zu einem Unfall, kann radioaktives Jod freigesetzt werden. Das hat grundsätzlich die gleichen Eigenschaften wie natürliches Jod und wird deswegen von unserem Körper aufgenommen und in der Schilddrüse eingelagert. Die vom radioaktiven Jod ausgehende Strahlung aber erhöht die Wahrscheinlichkeit für Schilddrüsenkrebs – ganz besonders bei Kindern und Jugendlichen. Eine Jodblockade ist die einzige Möglichkeit, sich vor dieser Strahlung zu schützen.

Aber wie können Sie eine Jodblockade auslösen?

Bevor das radioaktive Jod aufgenommen wird, muss die Schilddrüse durch „gutes“ und natürliches Jod gesättigt werden. Nimmt man Tabletten mit einer hohen Konzentration an natürlichem Jod in Form von Kaliumiodid-Tabletten ein, kann die Schilddrüse kein weiteres Jod mehr aufnehmen. Durch die Jodblockade wird die Einlagerung des radioaktiven Jods in der Schilddrüse verhindert und das Risiko, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken, wird gesenkt.

Unterschiede bei den Jodtabletten

Kaliumiodid-Tabletten

Wenn bei einem Unfall in einem Kernkraftwerk radioaktives Jod in die Umwelt austritt, so erhalten die Bewohner im betroffenen Gebiet Kaliumiodid-Tabletten von den Behörden - kostenlos. Möchten Sie sich aber dennoch selbst mit Jodtabletten ausstatten, können Sie die auch rezeptfrei in der Apotheke kaufen. Sie erkennen die richtigen Tabletten an einem grünen Streifen. Wichtig: Diese Kaliumiodid-Tabletten dürfen Sie nur nach Empfehlung durch die Katastrophenschutzbehörden einnehmen!

Vom Arzt verschriebene Jodtabletten

Die ‚Deutsche Gesellschaft für Ernährung‘ empfiehlt Jugendlichen und Erwachsenen eine tägliche Jodmenge von 180 bis 200 Mikrogramm. Doch diese Menge nehmen nur die wenigsten zu sich. Rund jeder dritte Deutsche hat dadurch eine vergrößerte Schilddrüse. Wird die empfohlene Menge nicht erreicht, verschreibt der Arzt meistens Jodtabletten zur Behandlung.

Reichen vom Arzt verschriebene Jodtabletten, um die Jodblockade auszulösen?

Normale Jodtabletten dürfen nicht mit den hochdosierten Kaliumiodid-Tabletten verwechselt werden. Während bei den Kaliumiodid-Tabletten der Jodgehalt bei 65 Milligramm pro Tablette liegt, erreichen die normalen Jodtabletten einen Gehalt von 100 bis 200 Mikrogramm. Um eine Jodblockade auszulösen, müssten Sie von den normalen Tabletten 1.300 Stück nehmen!

So viel Jod ist im Ernstfall nötig:

Für Erwachsene und Kinder über zwölf Jahre 130 Milligramm Kaliumiodid

- Für Kinder zwischen drei und zwölf Jahren 65 Milligramm Kaliumiodid

- Für Kinder ab dem zweiten Lebensmonat bis drei Jahre 32,5 Milligramm Kaliumiodid

- Für Kinder im ersten Lebensmonat 16,25 Milligramm Kaliumiodid

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