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Jeder Mensch denkt anders: Forscher entdecken "Fingerabdruck" des Gehirns

Jeder Mensch denkt anders: Forscher entdecken "Fingerabdruck" des Gehirns
© picture alliance / blickwinkel/F, F. Hecker

Hirnforschung entdeckt den "Fingerabdruck" des Gehirns

Die Gehirnaktivität beim Denken ist wie der Fingerabdruck eines Menschens. Das fanden Hirnforscher der Yale University heraus. Durch diese Erkenntnis kann die Diagnostik und die Therapie von neurologischen Erkrankungen verbessert werden.

Ein Mensch kann anhand seiner Hirnaktivität wiedererkannt und es können Rückschlüsse auf seine Denkensweise gezogen werden. Das fanden die Wissenschaftler aus Yale nun in einer Studie heraus, die in der Fachzeitschrift 'Nature Neuroscience' erschienen ist.

Sie bedienten sich für ihren Versuch von Daten des "Human Connectome Projects", die Gehirnaktivitäten von Menschen aufgezeichnet haben. Bei ihrem Experiment untersuchten die Forscher die Frage, ob es ausreiche, nur mir dem neuronalen Aktivitätsmuster einen Menschen aus einer Menge wiederzuerkennen.

126 Teilnehmern wurden bei dem Versuch zwei Tage hintereinander untersucht und zu verschiedenen körperlichen Umständen gescannt: Sowohl im Ruhezustand, als auf währenddessen sie Aufgaben erfüllen mussten, die Gedächtnis, Motorik, Sprache und Emotion erforderten. Mit dem Vergleich zum Ruhezustand wurde dann ein "Fingerabdruck" festgelegt.

Aus der Studie schlussfolgerten die Wissenschaftler, dass der individuelle "Fingerabdruck“ im Hirn eines Menschen nicht nur an aufeinander folgenden Tagen ähnelt, sondern über Monate oder Jahre gleich bleibt. Anhand dessen werden auch Verhaltensweisen einer Person ersichtlich und es lässt Rückschlüsse auf ihr logisches Denkvermögen zu.

Für die Forschung bedeutet das, dass mit diesen Ansätzen eine neue Art der Diagnostik und neue Therapien entstehen können, die neurologische Krankheiten wie Schizophrenie oder Epilepsie behandeln.

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