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Jakobskreuzkraut: Vorsicht vor tödlichem Gift!

Jakobskreuzkraut: Vorsicht vor tödlichem Gift!
© dpa, A9999 Ak Kreuzkraut HO

Greiskraut sieht harmlos aus, ist aber ein Killer

Es sieht hübsch aus, dieses Kraut mit seinen vielen gelben Blüten, aber es enthält ein tückisches Gift: Leberschädigende Pyrrolizidin-Alkaloide des Jakobskreuzkrauts gefährden nicht nur Weidetiere wie Rinder und Pferde, sondern auch Kräutersammel-Amateure. 2012 starb ein Mann, der sich aus dem Kraut einen Tee gebraut hatte, 2013 erlitt eine Frau, die sich einen Wildkräuter-Salat gesammelt hatte, durch die Pflanze einen schweren Leberschaden.

Das Jakobskreuzkraut oder Jakobs-Greiskraut wächst fast überall, da es keine hohen Ansprüche an die Bodenqualität stellt. Weidetiere verschmähen es meist, da es bitter schmeckt. Ist die Weide jedoch abgegrast, probieren die Tiere aber auch die Giftpflanze.

Raupen fressen Jakobskreuzkraut WEIL es giftig ist

Tückisch ist das Jakobskreuzkraut durch zweierlei Eigenschaften: Gerät es beim Mähen einer Weide ins Winterfutter, verliert es den unangenehmen Geschmack, nicht aber seine Giftigkeit. Außerdem werden die unterschiedlichen Gifte in der Leber gesammelt. Eine tödliche Dosis kann also auch nach jahrelangem Verzehr kleinerer Mengen allmählich zusammenkommen.

Für Pferde sind bereits 40 bis 80 Gramm des frischen Krauts pro Kilogramm Körpergewicht tödlich, so die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Schon 2,5 Kilo Jakobskreuzkraut im Heu sind für kleinere Pferde das Ende. Trächtige Tiere werden schon von wesentlich geringeren Mengen geschädigt. Totgeburten sind dann häufig der Fall.

Interessant ist, dass sich die Raupen eines Schmetterlings gezielt von der Giftpflanze ernähren. Der orangegelb-schwarz geringelte Karminbär, so der Name der Raupe, frisst zwischen Juli und September Jakobskreuzkraut, um sich durch das Gift gegen Fressfeinde zu schützen.

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