Jahreszeit der Geburt prägt unseren Charakter - Vorbestimmung oder faule Ausrede?

Jahreszeit der Geburt prägt unseren Charakter - Vorbestimmung oder faule Ausrede?

"Ich kann nichts für meine Launen - ich bin ein Sommerkind!"

Forscher aus Ungarn wollen festgestellt haben, dass das Temperament eines Menschen mit seinem Geburtsmonat zusammenhängt. Sommer- und Frühlingskindern soll ein aufbrausendes, zickiges Wesen in die Wiege gelegt sein. Winter- und Herbstkinder seien ruhiger, heißt es.

Von Christiane Mitatselis

Wer im Sommer oder Frühling Geburtstag hat und dazu neigt, seine Mitmenschen mit Wutausbrüchen oder Stimmungsschwankungen zu nerven, dem liefert die Wissenschaft damit eine wunderbare Ausrede. Er kann nichts dafür, es wurde ihm in die Wiege gelegt. Erklärt wird dies in einer Studie der Semmelweiss-Universität so: Da es in früheren Zeiten im Winter häufig wenig zu essen gab, war für das Überleben der Winter- und Herbst-Kinder ein langsamerer Stoffwechsel hilfreich, der sich auch beruhigend auf das Gemüt auswirkt.

Klingt wirklich sehr wissenschaftlich, das Problem ist nur: Wie redet man sich heraus, wenn man mitten im Winter Geburtstag hat – und trotzdem regelmäßig durch aufbrausendes Verhalten auffällig wird? Ein Blick auf das gute alte Sternzeichen kann hier hilfreich sein. Wer Skorpion ist, hat es besonders leicht, seine Hände in Unschuld zu waschen. Menschen, die zwischen dem 24. Oktober und dem 22 November Geburtstag haben, gelten in den gängigen Beschreibungen als: Rachsüchtig, eifersüchtig, nachtragend, rücksichtslos, feindselig, besitzergreifend und überkritisch. Hier findet man etwas für jede Lebenslage, in der man sich daneben benimmt.

Bestimmt der Geburtsmonat, wer Zicke wird?

Eine Skorpionfrau, die ihrem Freund das Leben zur Hölle macht, weil er zu lange mit einer anderen Frau gesprochen hat, ist ein armes Opfer ihres Tierkreiszeichens. Rachsucht und Eifersucht gehören zu ihrem Wesen, dagegen ist sie machtlos. Ein Schützin (23. November bis 21. Dezember) könnte ebenfalls nichts dafür: Für Schützen sind auf der Negativ-Seite die Attribute sorglos, angeberisch, taktlos, chaotisch vermerkt. Wer im europäischen Sternbild nicht fündig wird, sollte aufs chinesische Horoskop schauen, das ebenfalls massenweise Ausreden liefert. Zum Beispiel: Wir befinden uns im Jahr der Ziege, die als skeptisch, indiskret, pessimistisch, unentschlossen, verantwortungslos und grausam gilt.

Hat man es nicht mit Horoskopen, kann man auf die Mutter ausweichen, die grundsätzlich alles schuld ist. Wer zickt und sich nicht im Griff hat, könnte etwa anbringen: "Meine Mutter hat bei meinem Vater durch Nörgeln ihre Ziele erreicht, ich habe das von ihr gelernt, das hat sich schon als Kind eingeprägt.“

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, sich zusammenzureißen und zu versuchen, negative Angewohnheiten zu bekämpfen, damit man den Mitmenschen nicht auf die Nerven geht. Dieser Weg ist zwar anstrengend, aber viel sympathischer als die Ausreden-Tour.

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