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Ist Talkum krebserregend? Die Gefahr lauert im Babypuder

Bild: Wie gefährlich ist Talkum wirklich?
Wie gesundheitsschädlich das Puder ist, ist umstritten. © Getty Images/iStockphoto, KAZITAFAHNIZEER

Talkum in Babypuder: Gefährlich für Babys und Frauen?

Sind Sie heute vielleicht schon mit Talkum in Berührung gekommen? Das Pulver steckt unter anderem in Tabletten, Lebensmitteln und Pflegeprodukten wie beispielsweise Babypuder – und soll nicht nur ein Auslöser für Eierstockkrebs sein. Auch Kinder im Wickelalter seien durch das Pulver gefährdet. Was steckt hinter dem vermeintlichen Gesundheitsrisiko?

Woraus besteht Talkum und wo findet es Verwendung?

Talkum ist ein feines Pulver, das bei dem Abbau des Minerals Talk gewonnen wird. Dieses wird nach dem Abbau zerkleinert, getrocknet und gemahlen. Da Talkum wasserabweisend und besonders weich ist, wird es vielseitig eingesetzt. Am häufigsten findet es in Produkten auf Puderbasis wie beispielsweise Babypuder oder Rouge Verwendung.

In kleineren Mengen wird es unter anderem auch bei der Herstellung von Kaugummis, Deodorants, Kreide, Seife oder Isoliermaterial verwendet.

Talkum als Gefahr für Babys

Laut des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) soll das Einatmen von Talkum besonders für Babys und Kleinkinder gefährlich sein. Viele Eltern verwenden Babypuder beim Wickeln Ihrer Kinder, um den Po trocken zu halten und vor einer Windeldermatitis zu schützen. Atmet das Kind die winzigen Partikel beim Wickeln jedoch ein, können Entzündungen der Atemwege und Atembeschwerden entstehen, die bis zum Erstickungstod führen können. Oftmals sind es die Kinder selbst, die beim Spielen mit der Dose das Puder freisetzen.

Anlass zu dem Gefahrenhinweis des Bundesinstituts für Risikobewertung war der Fall eines zweijährigen Mädchens, das ins Universitätsklinikum Freiburg eingewiesen wurde. Als das Kind mit einer Puderdose spielte, öffnete sich diese und das talkumhaltige Pulver verteilte sich über das Gesicht des kleinen Mädchens. In der Folge musste es für mehrere Tage auf die Intensivstation, da das Pulver eine Lungenentzündung ausgelöst hat. Das BfR rät deshalb, auf Babypuder beim Wickeln generell zu verzichten.

Der Fall Jacki Fox – Erhöhtes Krebsrisiko durch Talkum?

Ein Fall aus Amerika zum Thema ‚gesundheitsschädliches Talkum‘ machte 2015 Schlagzeilen. Der Pharmakonzern Johnson & Johnson musste einer Familie aus St. Louis umgerechnet 65 Millionen Euro zahlen. Der Grund: Das Babypuder des Herstellers soll dafür verantwortlich sein, dass die Amerikanerin Jacki Fox an Eierstockkrebs erkrankte und im Oktober 2015 daran verstarb. Sie hatte das talkumhaltige Produkt jahrzehntelang verwendet.

Laut der Augsburger Allgemeinen Zeitung stand der Konzern Johnson & Johnson 2016 rund 1.700 Klagen zu seinem Babypuder gegenüber. Stellt Talkum tatsächlich ein erhöhtes Risiko dar, an Krebs zu erkranken?

Video: Antibakterielle Seifen können krebserregend sein

Waschen Sie sich regelmäßig mit antibakerieller Seife die Hände, um auch wirklich alle Schmutzreste zu entfernen? Dann sollten Sie aufpassen, denn manche dieser Seifen können Ihre Gesundheit mehr gefährden statt schützen. Im Video erfahren Sie mehr.

Antibakterielle Seifen können krebserregend sein
Antibakterielle Seifen können krebserregend sein Vorsicht beim Händewaschen 00:00:20
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Talkum soll das Risiko an Krebs zu erkranken um 24 Prozent steigern

Eine Studie der Harvard School of Public Health untersuchte den Zusammenhang zwischen der Verwendung von Talkumpuder im Intimbereich und dem Risiko an Gebärmutterkrebs zu erkranken. Das Ergebnis ist erschreckend: Laut der Studie soll das Risiko bei regelmäßiger Verwendung (mindestens einmal pro Woche) um 24 Prozent steigen.

Doch trotzdem ist der Zusammenhang zwischen Talkum und Krebs umstritten. Die American Cancer Society beispielsweise vertritt die Meinung, dass die krebserregende Wirkung bislang nicht ausreichend nachgewiesen werden konnte. Fest steht: Jacki Fox hatte das Babypuder von Johnson&Johnson täglich verwendet. Die Familie warf dem Konzern vor, keine Warnhinweise bezüglich Talkum auf die Produktverpackung geprägt zu haben.

Spezielle Warnhinweise hierfür gibt es auch in Deutschland nicht. Wenn Sie aber wissen möchten, ob Ihre Pflegeprodukte Talkum enthalten, achten Sie auf der Bestandteilliste auf den Hinweis 'Talc' und stellen Sie sicher, dass Sie nur noch talkumfreies Puder für Ihren Intimbereich verwenden.

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