GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Ist Krebs ansteckend? Zehn Irrtümer über Krebs

Zehn Irrtümer über Krebs
Ist Krebs ansteckend? Nicht alle Gerüchte über Krebs sind wahr. © dpa, A3472 Frank May

Per Ansteckung Krebs? Eher nicht!

Um Krebserkrankungen kursieren zahlreiche Gerüchte und Mythen. Doch nicht selten bleiben dabei die wahren Fakten auf der Strecke. Die Wahrheit ist manchmal ernüchternd - gibt aber auch Anlass zur Hoffnung.

Der erste Irrtum: Krebs entsteht durch Vitaminmangel

Verbreitet ist die Annahme, man bekomme Krebs, wenn man nicht ausreichend Obst und Gemüse isst. Ein verlässlicher Zusammenhang konnte diesbezüglich aber noch nicht festgestellt werden. Es verhält sich vielmehr umgekehrt. Wer reichlich Rohkost zu sich nimmt, der verbessert seine Gesundheit nachhaltig und senkt damit das Risiko einer Erkrankung. Gefahr droht von anderer Seite: Ein hoher Fett- und Fleischkonsum steht nämlich in Verbindung mit Darmkrebs. Auch Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs tritt bei Fleischfreunden öfter auf.

Der zweite Irrtum: Alkohol hat keinen Einfluss auf Krebs

Wer Alkohol trinkt, so viel steht fest, der begünstigt zumindest die Entstehung von Krebsarten, wie etwa Rachen-, Kehlkopf-, Bauchspeicheldrüsen-, aber auch Darm- und Brustkrebs. Besonders gefährdet ist, wer viele harte Drinks wie Wodka, Whiskey oder ähnliches konsumiert. Auf keinen Fall täglich trinken.

Der dritte Irrtum: Milchprodukte lösen Krebs aus

Wenn das stimmen würde, dann wäre schon mehr als die halbe Weltbevölkerung an Krebs erkrankt. Auf den Gedanken waren Wissenschaftler ursprünglich gekommen, weil in Milchprodukten tierische Fette enthalten sind.

Andere Experten argumentieren dagegen, der hohe Kalziumgehalt der Milch schütze den Organismus. Dies bestätigte auch eine Studie bezüglich Darmkrebs. Sinnvoll ist: vollwertig und abwechslungsreich ernähren, dabei nicht zu viel - und am besten fettarme Milch.

Der vierte Irrtum: Krebs ist ansteckend

Krebs fängt man sich nicht einfach ein wie einen Virus oder Bakterien. Im Umgang mit Kranken braucht man sich demnach keine Sorgen machen. Eine Ausnahme gibt es bei HPV - also Humane Papilloma-Viren. Diese Viren können beim Geschlechtsverkehr übertragen werden und erhöhen zumindest das Risiko für Frauen an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.

Krebs: Es kursieren etliche Gerüchte, die falsch sind

Der fünfte Irrtum: Operationen erhöhen die Krebsgefahr

Auch hier stimmen die Gerüchte zumeist nicht. Verfeinerte Operationstechnik ermöglicht präzises Arbeiten und nur eine geringe Gefährdung des Körpers. Dennoch ist es möglich, dass es manchen Krebspatienten nach der Operation schlechter als vorher geht oder der Krebs erneut aufkeimt. Das ist aber nicht der Regelfall und hat seine Ursache eher in der Stressbelastung durch eine Operation, die das Immunsystem schwächt und es dem Krebs leichter macht.

Der sechste Irrtum: Eine späte Krebserkrankung wächst langsamer

Die Entwicklung von Krebs hängt nicht mit dem Alter eines Menschen zusammen. Entscheidend ist die Krebsart und wie agressiv diese auftritt. Ist der Krebs schnell wachsend, nur langsam voranschreitend oder kapselt er sich ab. Die einzige Ausnahme ist Prostatakrebs, wenn er im Alter ab 60 Jahren auftritt wächst er nur sehr, sehr langsam.

Der siebte Irrrtum: Stress führt zu Krebs

Bluthochdruck, Herzinfarkt und Magengeschwüre können die Folgen von einem stressigen Lebenswandel oder dauerhafter Belastung sein. Diese Folgen sind bestätigt ungesund, dass sie aber ein direkter Krebsauslöser sind, konnte so noch nicht gezeigt werden. Unbestritten ist jedoch, dass Stress indirekte Effekte auf das individuelle Krebsrisiko hat: Wer Stress hat, der hat weniger Energie und damit schwächere Abwehrkräfte.

Der achte Irrtum: Bügel-BHs verursachen Krebs

Form und auch Verarbeitung haben keinen Einfluss auf die Entstehung von Brustkrebs. Andere Gerüchte sind Unsinn. Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken lässt sich übrigens durch stillen senken. Frauen, die mindestens ein Kind gestillt haben, erkranken nämlich statistisch seltener an Brustkrebs.

Der neunte Irrtum: Größere Brust birgt größeres Brustkrebsrisiko

Es gibt keine medizinischen Warnungen zum Zusammenhang zwischen Körbchengröße und Brustkrebs. Eine kleine Brust kann genauso vom Brustkrebs betroffen sein. Allerdings gestaltet sich die Untersuchung einer größeren Brust als schwieriger. Was die Diagnose beeinflussen und die Chance auf die Entdeckung von Krebs verringern kann.

Der zehnte Irrtum: Mit dem Handy zu telefonieren verursacht Krebs

Immer wieder heißt es, dass Mobilfunkmasten und langes telefonieren mit dem Handy womöglich Krebs auslösen. Während einige Studien dies bezweifeln, halten andere Experten diese Gefahr tatsächlich für möglich. Vor allem für Viel-Telefonierer mit Geräten mit hohem SAR-Wert. Der einfachste Tipp: Weniger telefonieren und nicht unter einen Mobilfunkmast ziehen.

Anzeige