Islam-Prediger 'erlaubt' Vergewaltigung: "Frauen dürfen nicht Nein sagen"

Islam-Prediger ruft zur Vergewaltigung auf: "Frauen dürfen nicht Nein sagen"
Gastprediger Abdel Moez al-Eila hielt in der Al-Nur-Moschee eine schockierende Predigt (Symbolbild) © dpa, Christian Charisius

Frauenverachtende Predigt in Berlin

Ein Hassprediger aus Ägypten hat in einer Berliner Moschee quasi die Vergewaltigung von Ehefrauen erlaubt. Westliche Muslime sind entsetzt, die Vorstandssprecherin des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg hat den Imam angezeigt.

Von Jutta Rogge-Strang

Darf ein Ehemann seine Frau mit Gewalt zum Sex zwingen? Manche Muslime sagen Ja, so auch der aus Ägypten stammende Gastprediger Abdel Moez al-Eila, der im Januar in der Al-Nur-Moschee in Berlin-Neukölln zu diesem Thema ganz klar Stellung bezogen hat: "Eine Frau darf niemals Nein sagen, unter keinen Umständen", so Eila, "auch wenn sie ihre Periode hat, gibt es keinen Grund, warum der Ehemann ihren Körper nicht fürs Vergnügen benutzen kann." Und die frauenverachtende Hetze geht noch weiter: Eine Frau dürfe ohne Erlaubnis ihres Mannes nicht das Haus verlassen oder außer Haus übernachten, auch dürfe sie ohne Erlaubnis nicht arbeiten gehen.

Das wirre Gedankengut al-Eilas stößt aber auch in der islamischen Welt auf blankes Unverständnis. So zeigt sich ein anderer Neuköllner Imam entsetzt: "Ich schäme mich für diese Predigt", so Mohamed Taha Sabri in der 'Bild': "Eine Frau kann im Islam frei über ihr Leben entscheiden. Und Geschlechtsverkehr muss für beide Partner einvernehmlich sein." Al-Eila sehe eine Frau als Gegenstand und berufe sich auf Fatwas aus dem 6. Jahrhundert, "die nicht in unser Zeitalter gehören".

Ayse Demir, die Vorstandssprecherin des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg und stellvertretende Vorsitzende der türkischen Gemeinde in Deutschland, hat den Hassprediger wegen Volksverhetzung angezeigt: "Das sind Aussagen, die für alle Frauen herabwürdigend sind. Eine Frau darf noch nicht einmal aus freien Stücken vor die Tür? Solch eine finstere Ideologie muss bestraft werden", so Demir zu 'Spiegel Online'. "Ich habe Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt wegen des Verdachts der Beleidigung und der öffentlichen Aufforderung zur Gewalt."

Ist der Koran wirklich frauenverachtend?

Die Al-Nur-Moschee hat sich bereits in der Vergangenheit als Salafisten-Treffpunkt hervorgetan und wird schon vom Verfassungsschutz beobachtet. "Diese Moschee beweist immer wieder, dass unsere Gesellschaft nicht die ihre ist", so Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky. Was aber steckt genau hinter der Frauenhetze? Ist der Koran wirklich frauenverachtend?

Dr. Jamal Badawi, Direktor der Islamic Foundation im kanadischen Halifax, ist Autor zahlreicher Bücher über den Islam: Er weist in einem Interview mit dem Verein für islamische Bildung solche Behauptungen ganz klar als falsch zurück: "Jede Ausschweifung, Grausamkeit, familiäre Gewalt oder Missbrauch, der von irgendeinem Muslim begangen wird, kann ehrlich gesagt niemals auf einen offenbarten Text zurückgeführt werden." Wer dennoch Ausschweifungen oder Verletzungen gutheiße, folge damit nicht der wahren Lehre im Sinne des Propheten, so Badawi.

In der Tat findet sich eine Stelle im Koran, wo der Prophet Mohammed muslimischen Männern erlaubt, ihre weiblichen Gefangenen und Sklaven zu vergewaltigen (d.h. jene "die sie von Rechts wegen besitzen") Zudem haben muslimische Länder die höchsten Vergewaltigungsraten (Zitat und Quelle: EuropeNews). Aber westliche Muslime sind entsetzt von dem Gedanken, dass ihre Religion Vergewaltigung erlauben könnte und sie bestehen darauf, dass der Islam diese Praxis verbietet.

"Der Koran befiehlt den Männern, ihre Frauen auf eine achtbare und ehrenvolle Art zu behandeln", so Dr. Jamal Badawi. "Vergewaltigung, Missbrauch, schlechte Behandlungen und die Zufügung von Schaden - sei es körperlich, mündlich oder psychisch - sind in absolut inakzeptabel."

Und so zeigt der Fall al-Eila einmal mehr: In Zeiten von IS-Terror und Charlie Hebdo fühlen sich Wirrköpfe in aller Welt bestärkt, die Religion als Rechtfertigung für die Unterdrückung und Erniedrigung von Frauen zu benutzen. Wie gut, dass diese Leute auf immer heftigere Gegenwehr treffen und sich gerade auch Muslime ganz klar gegen Gewalt im Namen der Religion wenden. Schon der Prophet salAllāhu aleihi wa salam lehrte: "Nur ein unehrenhafter Mann von niederer Gesinnung behandelt Frauen schändlich und entehrend."

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