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Irre: Hat jeder von uns einen Doppelgänger?

Francois Brunelle sucht und findet Menschen, die sich zum Verwechseln ähneln

Jeder Mensch hat irgendwo auf der Erde mindestens einen Doppelgänger - davon ist der Fotograf François Brunelle überzeugt. Seine Passion ist es, fremde Menschen zusammenzubringen, die sich extrem ähnlich sehen. Sehr viele Menschen schreiben ihn sogar an, um ihre Doppelgängergeschichte zu erzählen. Und François hält den Moment fest, in dem sich zwei sehr ähnliche Menschen begegnen - es ist ein Moment voller Magie.

Irre: Hat jeder von uns einen Doppelgänger?
Bei der Geburt getrennt? Garrett und Roniel könnten Zwillinge sein.

Die Models von François Brunelle sehen sich zum Verwechseln ähnlich, obwohl sie alle nicht miteinander verwandt sind. Melissa und Angelica hat er vor einiger Zeit in New York getroffen. "Man weiß wirklich nicht, wer da wer ist, so ähnlich sehen die beiden sich. Und diese Frage will ich auch gar nicht beantworten, mir geht es nur um die optische Faszination", sagt der Fotograf. Im Gegensatz zu vielen anderen Doppelgängern kennen sich die Teenager aus der Schule. Angelikas Mutter hatte von dem Doppelgänger-Projekt gehört und nahm Kontakt mit François Brunelle auf. Als die Mädchen sich vor einigen Monaten kennengelernt hatten, ist ihnen ihre enorme Ähnlichkeit selbst zuerst gar nicht aufgefallen. Erst auf den Bildern sahen sie, wie ähnlich sie wirklich sind.

Doppelgänger fühlen oft eine tiefe Verbundenheit zueinander. François Brunelle interessiert sich schon seit 13 Jahren für dieses Phänomen. Dem Kanadier ist dabei aber sehr wichtig, seine Models nicht mit Make-up oder Kleidung künstlich anzugleichen. Unterschiede sind wichtig, auch wenn sie bei Melissa und Angelica zum Beispiel nicht besonders groß sind.

Die ersten Doppelgänger sind Brunelle im eigenen Bekanntenkreis aufgefallen, andere hat er später zufällig auf der Straße entdeckt. Doch richtig ins Rollen kam sein Projekt, als er einen Aufruf im Internet startete. Auch Garrett und Roniel erfuhren im Netz davon. Die beiden haben damals noch in unterschiedlichen Städten gewohnt, bis ein Studienfreund sie einander im Internet vorstellte. Und seitdem sind sie richtig gute Freunde. Als sie sich das erste Mal gegenüberstanden, war ihnen die Ähnlichkeit richtig unheimlich. Roniel hat erstmal seine Eltern gefragt, ob sie ihm nicht etwas zu beichten haben. Und auch seine Schwester war erstaunt und sagte: "Ich glaube, wir haben einen verlorenen Bruder."

Jetzt ziehen sie abends gemeinsam um die Häuser. In die Quere kommen sich die Doppelgänger aber nicht. Der eine steht auf Mädchen, der andere datet lieber Jungs.

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