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Interview mit Autorin Robin Gold

Robin Gold: Ihre großen Träume
Robin Gold über ihre persönlichen Wünsche

Robin Gold: Ihre großen Träume

Als Kind hatte ich zwei große Träume. Ich wollte unbedingt Annie sein (die Heldin aus dem gleichnamigen Musical über ein tapferes Waisenmädchen), ein Wunsch, der in einem schrecklichen Haarschnitt endete. Und ich wollte jeden Tag Hotdogs essen dürfen.

Meine Eltern haben mir beigebracht, dass alles, wirklich alles, möglich ist. Egal was. Sie haben nie zu mir gesagt, dass das, was ich vorhatte, nicht möglich war. (Mit einer Ausnahme: Eine Hotdog-essende Annie eben.) Die Folge davon war, dass ich immer davon überzeugt war, dass ich all meine Ziele im Leben erreichen würde. Und das ist sehr hilfreich, wenn man eine Liste schreibt, auf der steht, was man im Leben erreichen will! Ich habe es geschafft, ein 150-Kilometer Radrennen zu überstehen, habe mir selbst beigebracht, meine eigene Kleidung zu nähen, habe gelernt, einen Privatjet zu steuern, Zeichensprache zu sprechen und Cello zu spielen, bin nach New York gezogen und habe einen guten Job in der Filmindustrie bekommen.

Aber als die Jahre vorbeizogen und ich erschöpfter wurde - wie das bei Erwachsenen ja passiert - kamen Selbstzweifel in mir auf. Ich glaubte nicht mehr daran, dass alles möglich sei. Als ich an einem Tiefpunkt angekommen war, entschied ich mich dazu, die eine Sache, die mich immer glücklich gemacht hatte, anzustreben: das Schreiben. Als ich meinen Eltern erzählte, dass ich einen Roman schreiben würde, sagten sie nicht, ich sei verrückt. Sie lächelten und sagten sie wüssten, dass es ein toller Roman werden würde.

Robin Gold über neue Wünschen und Träume

Ich kann es nicht leugnen: Im Laufe der Jahre habe ich mich manchmal gefragt, ob meine Eltern verrückt sind. Ich habe mich gefragt: Riechen die heimlich an Klebstoff? Warum zweifeln sie nie an mir? Ich selbst zweifle ständig an mir! Als ich meine Eltern fragte, woher ihr unerschütterlicher Glaube in mich komme, zuckten sie nur mit den Schultern und sagten: "Eines Tages, wenn Du ein Kind hast, wirst Du uns verstehen."

In der Zwischenzeit habe ich die Liebe meines Lebens kennengelernt und geheiratet. Wir haben einen kleinen Sohn namens Archie, und plötzlich stehen auf meiner Wunschliste neue Wünsche und Träume, mit denen ich nie gerechnet hätte. Ich will endlich wieder einmal Baden und genug Zeit haben, mir die Haare zu waschen und die Beine zu rasieren. Ich will meinem Sohn Disney World zeigen. Ich will, dass wir alle gemeinsam eine Radtour durch Europa machen, vorbei an Sonnenblumenfeldern, wie auf den Bildern von der Tour de France (aber ich bin mir darüber im Klaren, dass Archie erst das Laufen lernen werden muss). Ich will, dass Archie ein Geschwisterchen bekommt. Ich will sein erstes Gedicht mit einem Magnet an unseren Kühlschrank hängen. Ich will dabei sein, wenn er seinen ersten Zahn verliert. Ich will sehen, wie er sich verliebt, und ich will auf seiner Hochzeit tanzen. Ich will, dass er jeden Tag Hotdogs essen darf (auch wenn ich weiß, dass ich es ihm verbieten werde). Aber vor allem will ich alles tun damit Archie daran glaubt, dass seine Träume wahr werden können. Denn alles, wirklich alles, ist möglich.

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