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Internetsucht: Fünf Prozent der Kinder in Deutschland sind gefährdet

Internetsucht im Kinderzimmer
Internetsucht im Kinderzimmer Fünf Prozent der Kinder in Deutschland sind gefährdet 00:02:02
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Internetsucht im Kinderzimmer

Die DAK-Gesundheit und das Deutsche Zentrum für Suchtfragen haben eine Studie zur 'Internetsucht im Kinderzimmer‘ durchführen lassen. Dafür wurden 10.000 Mütter und Väter zwischen 30 und 75 Jahren telefonisch befragt. Die Eltern sollten einschätzen, wie sie die Internet- und Computernutzung ihrer Kinder einschätzen. Die Kinder der befragten Eltern waren zwischen zwölf und 17 Jahren alt.

Internetsucht bei Kindern: Junge hält Smartphone in der Hand
Internetsucht bei Kindern: Jungen sind mehr gefährdet als Mädchen © Markus Bormann - Fotolia, Markus Bormann

Bei 4,7 Prozent der zwölf bis 17-Jährigen besteht ein „erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Internetsucht“. Anzeichen dafür sind Ruhelosigkeit, Gereiztheit, Niedergeschlagenheit und schlechte Laune bei den Kindern und Jugendlichen, wenn die Internetnutzung durch die Eltern eingeschränkt wird.

Ganze zwölf Prozent der Kinder flüchten mithilfe des Internets vor eigenen Problemen, elf Prozent haben bereits erfolglos versucht, den Internetkonsum einzuschränken. Besonders gefährlich wird die Internetnutzung, wenn Beziehungen freundschaftlicher oder arbeitstechnischer Natur aufs Spiel gesetzt werden: Hier berichteten insgesamt sieben Prozent der Eltern, dass ihre Kinder schon berufliche Chancen oder Freundschaften durch die erhöhte Internetnutzug gefährdet haben.

Internetnutzung: Eltern stellen keine Regeln auf

Laut Studie stellen 51 Prozent der befragten Eltern keine Regeln für die Internetnutzung ihrer Kinder auf und stolze 32 Prozent haben keine Internet-Kindersicherung installiert – ziehen also keine klaren Regeln, welche Seiten besucht werden dürfen und welche nicht.

Hintergrund der Studie ist eine neue Aufklärungs- und Präventionskampagne der DAK. Vorstandschef Herbert Rebscher erklärte der ‘RP-Online‘: „Bei vielen Eltern herrscht offenbar eine große Verunsicherung bei der Internetnutzung ihrer Kinder.“ Dieses Problem soll die Kampagne künftig angehen.

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