Internationaler Männertag 2013: So ticken Männer wirklich

Internationaler Männertag 2013: So ticken Männer wirklich
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Studie zum Internationalen Männertag

Heute ist Internationaler Männertag. Tja. Was soll man dazu schon groß sagen? Am besten sagen wir gar nichts, und lassen im Frauenzimmer mal die Herren selbst zu Wort kommen. Und zwar in Form eines guten Destillats aus 13 Studien aus dem Jahr 2013. Herausgekommen sind 13 Thesen – oder Fakten – über den Mann als solches.

Von Ursula Willimsky

Für die zugrunde liegenden Studien eine Datingplattform wurden rund 10.000 Männer befragt (aber keine, die bei der Partnervermittlung Mitglied sind). Besonders freut uns, dass 90 Prozent von ihnen ganz dolle davon überzeugt sind, dass sie für immer mit ihrer Liebsten glücklich bleiben. Ein Wunsch, der – jetzt mogeln wir doch eine Frauenbemerkung rein – wahrscheinlich noch realistischer wäre, wenn die Männer an der ein oder anderen Stelle Selbstbild und Wahrnehmung durch die Liebste stärker in Deckung bringen würden. Beispiel: 74 Prozent der Männer sagen, dass sie sich die Kindererziehung mit ihrer Partnerin teilen. Das sehen aber nur 60 Prozent der Partnerinnen genauso. Meine Herren, da gibt es noch was zu tun!

Wo anfangen? Am besten markieren wir erst einmal das Revier dieses Männertages und vertreiben Konkurrenten. Der Internationale Männertag darf auf gar keinen Fall verwechselt werden mit dem

Weltmännertag. Der findet nämlich schon am 3. November statt und wurde von Michail Gorbatschow gegründet. Hier geht es vor allem um die Gesundheit der Männer (Stichwort: Geringere Lebenserwartung).

Anders der Internationale Männertag: Zwar liegt auch hier ein Focus auf Männer- und Jungengesundheit. Aber er wurde auf Trinidad und Tobago ins Leben gerufen, was einfach lässiger klingt. Außerdem wird er am 19. November begangen. An diesem Tag sollen Benachteiligungen von Männern und Jungen aufgezeigt werden. Außerdem will man die Bedeutung männlicher Vorbilder in den Mittelpunkt rücken: Filmstars, Sportler, aber auch unbekannte Männer, die mit ehrlicher Arbeit ihre Familie ernähren.

Vorbild ist ein schönes Stichwort. Zurück zu den 13 Thesen, die da heute via Pressemeldung ins Netz genagelt wurden. „Der moderne Mann bewegt sich irgendwo zwischen modernem Softie und klassischem Alphatier“, sagt Diplom-Psychologin Lisa Fischbach von 'ElitePartner'. Die heutige Männerrolle sei eben sehr ambivalent, nicht jedem Mann gelinge es, von jetzt auf gleich „jahrtausendealte archaische Muster“ abzuschütteln. Aber auch wir Frauen trügen unser Scherflein dazu bei: Die „oft noch sehr konservativen Erwartungen an Männer bezüglich hohem Prestige und Versorgerqualitäten lassen wenig Freiheit zur Erneuerung.“ Sagt Fischbach.

Die Männer sagen: Jo. Ist irgendwie genauso. Nach wie vor fühlen sich die Kerle zu kernigen Aufgaben berufen – 80 Prozent von ihnen verantworten die Reparaturen im Haushalt. Aber nur 18 Prozent die gesunde vitaminreiche Ernährung auf neuestem Wissensstand. Oder meinetwegen auch Schnitzel mit Pommes. Kochen bleibt Frauensache. Genauso übrigens wie die theoretische/tratscherische Auseinandersetzung mit dem Status der Beziehung: Nur zarte 23 Prozent der Männer sprechen mit ihren Kumpels über Beziehungsprobleme. Der Rest leidet vermutlich schweigend. Kompensiert durch Hobbys. Oder nimmt vielleicht das ein oder andere Beziehungsproblem gar nicht wahr. Soll ja auch schon mal vorgekommen sein, munkelt man in gewöhnlich gut informierten Frauenkreisen.

Frauen sollten öfter mal die Initiative ergreifen

Ohnehin scheint das Hadern mit Herzensdingen nicht jedermanns Sache zu sein: Nur 14 Prozent der befragten Männer zweifeln öfter an ihrer Beziehung. Woraus man schlussfolgern könnte, dass der Rest eigentlich ganz zufrieden ist.

Zumindest wenn man den Herren mal ganz indiskret unter die Bettdecke guckt, scheint das auch zu stimmen: 73 Prozent von ihnen finden, dass „ein erfülltes Sexleben in einer Beziehung sehr wichtig ist.“ Und trara! 71 Prozent sind denn auch tatsächlich mit dem Sex in ihrer Partnerschaft zufrieden. Wobei – meine Damen, auch für einige von Ihnen gibt´s noch was zu tun: eine Minderheit von 23 Prozent der Männer wünscht sich nämlich, dass die Partnerin beim Sex öfter mal die Initiative ergreift.

Apropos Initiative: Es muss ja nicht immer gleich um Sex gehen. „Mehr Initiative“ steht nämlich noch auf einer anderen Wunschliste ganz oben: Beim Flirtverhalten. 79 Prozent der Männer hätten da gerne ein bisschen mehr Einsatz von Seiten der Frauen (ach. Und wir dachten immer, dass Männer darauf stehen, eine Frau zu erobern. War da nicht was von wegen: nie das Gefühl verbreiten, man sei leicht zu bekommen? Oder war das noch in der Zeit, als es keine Alpha-Softies gab, sondern nur Machos?).

Na egal, aus oben genannten Männer-Fakt und unten folgendem Männer-Fakt könnte man auf jeden Fall einen Tipp für Mädels ableiten, die gerade auf Partnersuche sind: Traut Euch! Nach eigener Auskunft sind nämlich 40 Prozent (also fast die Hälfte) der Single-Männer nur deshalb noch allein, „weil sie zu schüchtern sind“. Vielleicht ist ja der putzige Kerl aus dem Sportstudio genau so einer, der schwer vermittelbar ist, weil er „zu schüchtern“ ist und sich deshalb freuen würde, wenn Frau ihn anflirtet?

No risk, no fun: Vielleicht gehört er nämlich auch zu den 17 Prozent, die bei einer der Studien zugegeben haben, dass sie ihre Lebensgefährtin schon betrogen haben. Wer weiß… Und wenn alle Stricke reißen, kann man es ja nochmal mit dem Ex versuchen. Auch wenn da die Chancen ganz schlecht stehen: Nur 6 Prozent der Männer würden einen Neu-Start mit ihrer Verflossenen wagen.

Und was wünschen wir uns? Vielleicht ja Fakt 14 (immerhin ist bald Weihnachten, und dann ist auch schon Sylvester und damit 2014). Fakt 14 könnte sich zum Bespiel um die Frage drehen, wie viele Männer bereit sind, ihre Partnerin bei deren Karriere tatkräftig zu unterstützen. Was ja eigentlich ein ganz riesiger Punkt ist: Fängt er doch bei der Bereitschaft an, selbst vielleicht sogar ein bisschen zurückzustecken. Und hört da auf, wo es darum geht, wer sich wie oft um die Kinder kümmert. Und das Schnitzel in die Pfanne bringt.

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