GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Inkontinenz: Blasenschwäche bestimmt den Alltag

Inkontinenz: Ursachen und Therapie
In Deutschland leiden sechs Millionen Menschen an Inkontinenz.

Inkontinenz und Blasenschwäche sollte frühzeitig behandelt werden

In Deutschland leiden sechs Millionen Menschen an Blasenschwäche. Schon beim Lachen oder Niesen kann es passieren: Unfreiwillig kommt es zum Harnabgang, ohne dass Sie den Drang zur Toilette verspüren. Welche Ursachen hat die Inkontinenz, welche Behandlungsmethoden gibt es?

Inkontinenz ist nach wie vor ein Tabuthema: Nur vier von zehn Betroffenen gehen wegen einer Blasenschwäche zum Arzt. Zu hoch ist die Angst, in der Öffentlichkeit oder in der Familie "enttarnt" zu werden. Inkontinenz trifft aber nicht nur ältere Menschen, auch Kinder, junge und aktive Frauen und Männer leiden darunter.

Bedeutung des Begriffs: Was ist Inkontinenz?

Laut der "Association of Continence Advisors" ist Inkontinenz "der unwillkürliche Verlust von Urin und/oder Kot in einem ungeeigneten Augenblick oder an einem ungeeigneten Ort. Die ausgetretene Menge kann sehr gering, aber auch erheblich sein. Inkontinenz ist keine Erkrankung, sondern ein Symptom, das eine Störung Ihrer Körperfunktionen anzeigt."

Ist Ihnen das auch schon einmal passiert? Oder haben Sie es eher als Malheur abgetan? Nehmen Sie das Problem nicht auf die leichte Schulter. Sie sollten zum Arzt gehen, wenn Sie eine der folgenden Fragen mit "Ja" beantworten können:

- Müssen Sie mehr als acht Mal pro Tag auf die Toilette?

- Müssen Sie deutlich öfter als früher "Wasserlassen"?

- Spüren Sie manchmal einen plötzlichen unkontrollierten Drang zum Wasserlassen?

- Haben Sie schon einmal Urin verloren, weil Sie den Drang nicht beherrschen konnten?

- Verlieren Sie manchmal Urin beim Lachen oder Husten?

- Haben Sie Schmerzen beim Wasserlassen?

- Haben Sie oft das Gefühl, Ihre Blase nicht vollständig entleeren zu können?

- Leiden Sie häufig unter lang anhaltendem Nachtröpfeln nach dem Wasserlassen?

Was sind Ursachen der Inkontinenz?

Für die Inkontinenz gibt es zahlreiche Ursachen. Eine der häufigsten ist eine Schließmuskelschwäche. Bei Frauen geschieht das oft nach gerade erfolgter oder zurückliegender schwerer Geburt oder Mehrfachgeburten. Dadurch wird der Beckenboden überdehnt. Auch in den Wechseljahren kann es zur Blasenschwäche kommen: Weil der Hormonspiegel absinkt, werden die Schleimhäute im Unterleib trockener, dünner und verletzlicher. Auch die Scheidenwände erschlaffen und die Beckenbodenmuskulatur verliert an Kraft. Dadurch sinkt die Blase ab und der "Verschlussapparat" kann versagen. Auch Übergewicht kann den Beckenboden belasten.

Mehr als ein halbes Dutzend Erscheinungsformen der Blasenschwäche sind bekannt. Die wichtigsten sind die Stress-, die Drang- und die Überlaufinkontinenz.

Behandlung der Inkontinenz: Was hilft wirklich?

Bei der Stressinkontinenz bei Frauen ist das Training der Beckenbodenmuskulatur erfolgversprechend. Auch Medikamente helfen. Eine schwere Inkontinenz sollte operativ behandelt werden. Harndrang-inkontinenz, verursacht durch übermäßige Reizbarkeit der Blasenmuskeln, wird hauptsächlich durch Blasentraining mit dem Ziel behandelt, den Zeitraum zwischen den Blasenentleerungen zu verlängern.

Mit Beckenbodentraining gegen Blasenschwäche

Mit Beckenbodentraining gegen Blasenschwäche
Beckenbodentraining stärkt die Muskulatur. © Syda Productions - Fotolia, lev dolgachov

Die Beckenbodenmuskulatur liegt auf der Innenseite des Beckens und umschließt Harnröhre, Scheide und Darmöffnung. Sie kontrolliert zusammen mit den Schließmuskeln diese Öffnungen. Darum ist es wichtig, diese Muskulatur zu trainieren. Insbesondere nicht erst dann, wenn die Blasenschwäche schon zum nervigen Alltag geworden ist. Auch gesunde Frauen können ihren Beckenboden trainieren, einfach um der Erkrankung vorzubeugen.

So trainieren Sie Ihre Beckenbodenmuskulatur: Spannen Sie die Schließmuskeln so stark wie möglich an. Wiederholen Sie diese Anspannung zehn Mal. Versuchen Sie, diese Anspannung sechs bis acht Minuten zu halten. Um einen Effekt zu erzielen, müssen Sie die Übung drei Mal täglich wiederholen. Für ein intensiveres Training ziehen Sie die Muskeln acht Sekunden zusammen. Versuchen Sie anschließend, die Muskeln drei oder vier mal schnell zusammenzuziehen.

Anzeige