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Inklusion, weniger Noten, mehr Lehrer: Das ändert sich im Schuljahr 2014/15

Im neuen Schuljahr wird manches anders
Das Schuljahr 2014/15 beginnt in diesen Tagen © dpa, Patrick Seeger

Neues Schuljahr: 2014/15 wird sich folgendes ändern:

In diesen Tagen beginnt in mehreren Bundesländern das neue Schuljahr. In Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Berlin und Brandenburg gehen die Lehrer wieder an die Arbeit - teilweise mit neuen Regelungen. Wir geben Ihnen einen Überblick über das, was sich ändern wird.

Wahlfreiheit der Eltern: Ab dem Schuljahr 2014/15 haben Eltern in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland das Recht auszuwählen, auf welche Art von Schule sie ihr Kind schicken möchten. Ob Förder- oder Regelschule: Zukünftig können Eltern auch unabhängig von Schul-Empfehlungen eine Entscheidung treffen.

Neue Hausaufgabenrichtlinie: Gymnasiasten (G8) in Hamburg sollen zukünftig nicht mehr als eine Stunde Arbeitszeit für ihre Hausaufgaben aufwenden müssen - das gilt für die Klassen 5-10.

Noten: Schleswig-Holstein schafft die Notenvergabe in der Grundschule ab. Die Schulkonferenz kann aber ab der dritten Klasse Notenzeugnisse beschließen. Ein Schulartempfehlung wird es in diesem Sinne nicht mehr geben - ein Beratungsgespräch ist aber Pflicht. Für Hamburg gilt: Am Ende der vierten Klasse sollten Schüler eine Basiswortschatz (785 Wörtern oder Wörtergruppen) sicher beherrschen.

Änderungen für Lehrer: Die Anzahl der Lehrkräfte soll grundsätzlich steigen. Brandenburg beispielsweise will 900 neue Lehrer einstellen - unter den Bundesländern ist das der Rekord. Auch Mecklenburg-Vorpommern braucht mehr Lehrer und versucht mit verbesserten Lernbedingungen Pädagogen anzulocken - unter anderem mit Übernahmen in das Beamtenverhältnis. Dafür wurden 50 Millionen Euro bereitgestellt. Das Land Niedersachsen hat vor, seine Gymnasial-Lehrer künftig eine Stunde in der Woche mehr arbeiten zu lassen (dann 24,5 Stunden) - stößt dabei allerdings auf heftigen Widerstand.

Wechsel zurück zu G9: Hessen ermöglicht es für fünfte, sechste und siebte Gymnasialklassen zum neuen Schuljahr von G8 zum Abitur nach neun Jahren (G9) zurückkehren. In Bayern ist ein Volksbegehren für eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 gescheitert - daher erhoffen sich Schulpolitiker dort, dass sich die Diskussionswogen nun ein wenig glätten werden.

Gemeinschaftsschulen und Inklusion

In Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Thüringen wächst die Zahl der Gemeinschaftsschulen. In diesem System haben die Kinder die Möglichkeit, länger zusammen zu lernen, statt schon nach der vierten Klasse der Grundschule auf weiterführende Schulen verwiesen zu werden - je nach dem wie ihre Leistung ausfiel. Vorreiter ist hier Baden-Württemberg.

Inklusion bleibt auch im neuen Schuljahr weiterhin ein Thema - der Ausbau geht länderübergreifend weiter. Allerdings wird von Lehrerorganisationen kritisiert, dass die Bedingungen für Inklusion an deutschen Schulen nach wie vor unzureichend sind.

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