FAMILIE FAMILIE

Inklusion: So funktioniert das gemeinsame Lernen

Inklusion: So funktioniert das gemeinsame Lernen
© dpa, Uwe Anspach

Das ist der Alltag der Inklusion

Inklusion: Noch klingt dieses Wort ungewohnt. Es bedeutet, dass Menschen mit Beeinträchtigungen gemeinsam mit Menschen ohne Beeinträchtigungen zum Beispiel zur Schule und in die gleiche Klasse gehen. Deutschland hat sich im Jahr 2009 verpflichtet, das Schulsystem entsprechend umzubauen. Inklusion soll der Regelfall werden.

Aber nicht nur viele Eltern fragen sich: Kann der Unterricht für alle wirklich gut gehen? Ein heikles Thema. Reporterin Dorothee Dahinden nimmt zwei Tage lang am Unterricht in einer Inklusions-Klasse in Flensburg teil und liefert in ihrem Bericht einmalige Einblicke in das neue System.

21 Schüler sitzen in der 5. Klasse. Sieben von ihnen haben einen Förderstatus, eine körperliche oder eine Lern-Behinderung. Die Kinder wurden nicht darüber informiert, dass sieben von ihnen ohne das Inklusions-Gebot jetzt in einer Förder- oder Hauptschule wären.

Für die Lehrer ist der Unterricht eine echte Herausforderung, denn der Lernstoff muss jetzt sowohl angehenden Abiturienten vermittelt werden, wie auch Kindern, die – wenn es schlecht läuft – nicht einmal die Hauptschule schaffen. Personell sind die Schulen mit Inklusionsklassen oft unterbesetzt. Es fehlen Sonderpädagogen und es fehlt auch an genügender Ausbildung der Lehrer.

Unsere Reporterin beobachtet bei ihren Besuchen in der Klasse aber, dass die starken Schüler den schwächeren gerne helfen. Mobbing oder diskriminierendes Verhalten gibt es nicht. Vielleicht liegt das auch an der Kamera, das ist nicht auszuschließen. Aber es scheint, als kämen die Schüler tatsächlich gut miteinander klar: Die Lernschwächeren lernen von den Stärkeren und die Lernstarken lernen, Rücksicht zu nehmen.

Anzeige