Indien: Frau wegen angeblicher Hexerei zu Tode geprügelt

Hexenverfolgungen sind keine Seltenheit in Indien
Inderin wegen Hexerei zu Tode geprügelt © picture-alliance / OKAPIA KG, Ge, Bernd Schellhammer

Angebliche 'Hexe' von Angehörigen gefoltert und ermordet

In Indien ist eine 55-jährige Frau von ihren Angehörigen gefoltert und zu Tode geprügelt worden. Die Polizei teilte mit, dass nach dem Vorfall zwölf Personen festgenommen wurden. Der Frau wurde vorgeworfen, den Sohn des Schwagers verhext zu haben. Durch ihr Hexenwerk soll der Junge krank geworden sein. Der Schwager befindet sich ebenfalls unter den Festgenommenen.

Aus Indien gibt es immer wieder Berichte, dass Frauen der Hexerei verdächtigt werden. Unter diesem Vorwurf werden zahlreiche Frauen gefoltert und sogar umgebracht. Laut Statistik sollen zwischen 2000 und 2012 mindestens 2.100 Menschen, überwiegend Frauen, wegen Hexerei ermordet worden sein. Jährlich werden etwa 200 Frauen der Hexerei bezichtigt und müssen dafür sterben. Oft sind die Frauen unverheiratet oder verwitwet und werden wegen ihres Geldes oder Grundbesitzes beschuldigt: Weil sich die Umgebung fragt, woher das Geld kommt. Die meisten Ermordungen geschehen in armen, ländlichen Regionen Indiens. Ganze Gruppen schließen sich dann zusammen, um ihre Dörfer von der Hexerei zu bereinigen, indem sie die vermeintlichen Hexen foltern.

In einigen Bundesstaaten wurde ein Gesetz gehen die Ermordung von angeblichen Hexen verabschiedet, doch kaum eine Tat wird tatsächlich verfolgt. Wird das Gesetz doch mal angewandt, beträgt die Höchststrafe lediglich drei Jahre. Somit haben wohl auch die Angehörigen der zuletzt getöteten Frau wenig zu befürchten.

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