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Impotenz: Was tun bei Erektionsstörungen?

Impotenz: Was tun bei Erektionsstörungen?
Fast jeder 10. Mann in Deutschland hat Erektionsprobleme. Nicht selten fühlen sich Frauen dann sexuell abgewiesen. © istockphoto

Erektionsstörungen: Was tun, wenn "er" nicht will?

"Er bekommt keine Erektion? Das kann doch nur an mir liegen!" Das ist meist die einzig logische Erklärung für Frauen, wenn der Penis des Partners beim Sex einfach nicht steif wird. Dabei kommt eine Erektionsstörung (Fachausdruck: erektile Dysfunktion) häufiger vor, als man glaubt. Vor allem trifft es nicht nur ältere Männer, sondern zunehmend auch junge Kerle. Doch woran erkennen Sie, dass Ihr Partner unter Erektionsstörungen leidet, was sind die Ursachen und was können Frauen tun, um zu helfen?

Eine Erektionsstörung trifft Männer genau an ihrem wunden Punkt: in ihrer Männlichkeit. Allein in Deutschland leben rund sechs Millionen Männer, die unter erektiler Dysfunktion leiden. Die Lust ist zwar da, aber der Penis wird einfach zu selten, zu wenig, zu kurz oder gar nicht steif. Fast jeder Mann hatte schon einmal Erektionsprobleme. Doch nur wenige trauen sich, mit ihrer Partnerin darüber zu sprechen, geschweige denn zum Arzt zu gehen. Die männliche Potenz scheint vielen Männern immer noch wichtig zu sein, um als "das starke Geschlecht" zu gelten. So wird das Thema lieber totgeschwiegen, als den Ursachen auf den Grund zu gehen.

Impotenz ist für viele Männer eine seelische Belastung

Im Allgemeinen gehen Ärzte davon aus, dass es sich nicht um ein körperliches, sondern um ein seelisches Problem handelt, wenn er sich selber befriedigen kann oder auch eine "Morgenlatte" bekommt, aber der Penis beim Sexualakt mit der Partnerin "schlapp" bleibt. Physische Probleme könnten dann vorliegen, wenn er zum Beispiel Diabetes hat, bestimmte Medikamente zu sich nimmt oder unter Bluthochdruck leidet. Wie auch immer, die wichtigste Nachricht lautet: Fast jedem kann geholfen werden!

Wenn bei Männern häufiger tote Hose herrscht, dann spielen Kopf und Psyche oft eine entscheidende Rolle. Gerade bei jungen Männern sind die Ursachen meist psychischer Natur: "Und was ist, wenn "er" wieder nicht will?", fragen sich Männer, wenn sie Erektionsprobleme haben. Stress im Job oder Konflikte in der Partnerschaft können Gründe dafür sein. Aber auch traumatische Erfahrung aus der Kindheit oder Depressionen führen zur mangelnden Standhaftigkeit seines Penisses. Und damit beginnt ein Teufelskreis: Die Angst, beim nächsten Mal wieder zu versagen, erzeugt zusätzlichen Stress und Druck. Dann eine Erektion zu bekommen, ist nahezu unmöglich.

Gespräche über Erektionsstörungen können helfen

Männer fühlen sich oft unter Druck gesetzt.
Männer fühlen sich oft unter Druck gesetzt. © Igor Mojzes - Fotolia, Lucky Business

Sollten Frauen nun versuchen, ihn mit Spitzenwäsche oder anderen sexuellen Inszenierungen zu verführen? Besser nicht, denn meist bewirkt das nur das Gegenteil: Er fühlt sich bemitleidet und zieht sich im schlimmsten Fall noch weiter zurück. Auch dürfen Frauen kein großes Dilemma aus dem Problem machen. Männer fühlen sich dadurch nur noch mehr unter Druck gesetzt.

Wenn das Problem erst seit kurzer Zeit besteht, sollten Frauen nach der ersten Erkenntnis erstmal ruhig bleiben und die Beziehung so weiterführen, wie zuvor. Besonders in der Kennlern-Phase ist es für einen Mann sehr beruhigend zu wissen, dass seine Partnerin auch seine anderen Qualitäten schätzt und gerne mit ihm zusammen ist.

Ist SEINE Impotenz Zeichen sexueller Unlust?

Impotenz: Was tun bei Erektionsstörungen?

Zeigen sich nach einigen Versuchen noch immer keine Besserungen? Dann kann ein klärendes Gespräch helfen! Da das Thema für Männer leider nach wie vor mit Scham behaftet ist, kann die Frau die Initiative ergreifen und wenn sie möchte, das Thema dezent, aber bestimmt ansprechen. Die meisten Männer sind dann auch dankbar, wenn das Eis einmal gebrochen wurde.

Am besten lässt sich das Gespräch für die Frau einleiten, indem sie ihre Gefühle zum Ausdruck bringt. Viele Frauen beziehen seine Erektionsstörung ohnehin auf sich. Dann ist es am besten, ehrlich zu sein. Auf diese Weise nehmen Sie ihm auch seine Unsicherheiten: "Mache ICH etwas falsch?" oder "Findest du mich nicht (mehr) attraktiv?" locken ihn aus der Reserve. Und auch Frauen sind erleichtert, dass der Grund für seine Erektionsstörung nicht zwingend sexuelle Unlust ist. In einigen Fällen bewirkt schon ein offenes Gespräch, dass sich das Problem größtenteils verflüchtigt. Denn ist seine Furcht vor der Reaktion seiner Partnerin erst einmal weg, nimmt auch der seelische Druck ab, und der Teufelskreis aus Angst und Versagen lässt sich durchbrechen.

Erektionsstörung als Chance nutzen!

Externe Hilfe und ein gemeinsames Angehen der Probleme können helfen.
Externe Hilfe und ein gemeinsames Angehen der Probleme können helfen. © WavebreakMediaMicro - Fotolia

Sollte sich trotzdem über mehreren Monaten keine Veränderung erkennen lassen und das Sexleben weiterhin nicht befriedigend genug sein, lässt sich der Arztbesuch nicht vermeiden. Je früher das Problem behoben werden kann, desto besser. Denn wenn der Penis nicht regelmäßig zum Einsatz kommt, verliert er mit der Zeit auch seine Funktionsfähigkeit! Und dann wird es immer schwerer, die erektile Dysfunktion zu beheben. Offene Worte sind in der Arztpraxis der erste Schritt, um aus der sexuellen Frustration zu brechen. Im zweiten Schritt können Arzt und Patient dann Maßnahmen zur Behandlung der Erektionsstörungen in Angriff nehmen.

Eine Erektionsstörung stürzt den Mann und oft auch die Beziehung zunächst in eine Krise. Doch manchmal liegt hier auch eine Chance - etwa eine größere Nähe zum Partner, eine gemeinsame Erweiterung des sexuellen Horizonts oder auch einfach die Erkenntnis, dass ein Mann auch dann noch ein ganzer Mann ist, wenn er Erektionsstörungen hat.

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