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Impfung gegen HPV: Schon für 9-Jährige empfohlen

HPV: So können Sie sich schützen
HPV: So können Sie sich schützen Impfen lassen oder besser nicht? 00:05:17
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Gebärmutterhalskrebs: Rechtzeitige Impfung kann schützen

Humane Papillomviren (HPV) sind weltweit die häufigsten sexuell übertragenen Viren. Über 120 verschiedene Virustypen sind bekannt, rund 40 davon befallen die Geschlechtsorgane. Eine HPV-Infektion kann ein unkontrolliertes tumorartiges Zell-Wachstum hervorrufen. Bekannt ist, dass vor allem einige 'high risk'-HPV-Typen - insbesondere die Gruppen 16 und 18 - bösartige Veränderungen auslösen können, in erster Linie Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) bei Frauen. Dagegen kann eine rechtzeitige Impfung helfen.

Impfungen für Kinder
Ab sofort sollen alle Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) bekommen. © by-studio - Fotolia, by-studio busse/yankushev

HPV-Infektionen sind weit verbreitet. Rund 80 Prozent der sexuell aktiven Menschen haben in ihrem Leben mindestens einmal eine gehabt. Bei infizierten Frauen heilt in den meisten Fällen (90 Prozent) die HPV-Infektion nach spätestens zwei Jahren ab - und das ganz ohne eine Therapie, auch bleiben Spätfolgen aus. Meist bleibt die HPV-Infektion unerkannt.

Bei zehn Prozent der infizierten Frauen heilt die HPV-Infektion dagegen nicht ab, es können sich Zell-Veränderungen entwickeln, vor allem am Gebärmutterhals. Von diesen Zell-Veränderungen entwickeln sich ein bis drei Prozent bösartig, in einem Zeitraum von mindestens zehn Jahren entsteht Gebärmutterhalskrebs.

HPV-Impfung am wirksamsten vor dem ersten Sex

Vor den beiden häufigsten HPV-Erregern HPV 16 und HPV 18 kann eine Impfung schützen. Da eine HPV-Infektion am Gebärmutterhals einer Frau hauptsächlich über Geschlechtsverkehr übertragen wird, sollte eine Impfung noch vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen. Weil der erste Geschlechtsverkehr aber meist nicht geplant und erst recht nicht mit den Eltern abgesprochen wird, verpassen Studien zufolge die meisten Mädchen den idealen Zeitpunkt für eine Impfung.

Daher hat die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts eine Impfung gegen HPV für alle Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren empfohlen. Versäumte Impfungen sollen gemäß der STIKO-Empfehlung bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden. Entsprechend werden die Impfkosten bis zum 18. Lebensjahr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Mit dieser Maßnahme versprechen sich die Ärzte eine höhere Impfrate.

Einen weiteren Vorteil sieht die STIKO darin, dass in diesem Alter auch der Vorsorgetermin U11 ansteht, und so ein Kontakt zum Arzt besteht, der noch einmal auf die Impfung gegen HPV hinweisen kann. Hinzu kommt: Höhere Antikörper-Antworten legen nahe, dass jüngere Mädchen besser auf eine Impfung gegen HPV ansprechen als ältere. Zudem sind in dem jüngeren Alter nur noch zwei statt bisher drei Impftermine erforderlich. Auch die WHO empfiehlt die Impfung bereits im Alter ab 9 Jahren.

HPV-Impfung bietet keinen Rundum-Schutz

Auch eine HPV-Impfung kann die Krebsfrüherkennungsuntersuchung nicht ersetzen. "Nicht im Impfstoff enthaltene HPV-Typen, unvollständig geimpfte Personen und seltene Impfversager erfordern auch bei Erreichen einer hohen Durchimpfung in der Zielgruppe die Fortführung der Früherkennungsuntersuchungen", so die STIKO.

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